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In Esslingen wird am Sonntag ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Für den Posten in der zehntgrößten Stadt des Landes bewerben sich eine Frau und fünf Männer. Wer hat die besten Chancen?

Rund 70.000 Wahlberechtigte sind am Sonntag in der Stadt am Neckar aufgerufen einen Nachfolger für Oberbürgermeister Jürgen Zieger (SPD) zu wählen. Beobachter gehen von einem spannenden ersten Wahlgang aus. Eine Stimmung unter den Esslinger Wählerinnen und Wählern ist kaum auszumachen, da es coronabedingt keine großen Wahlkampfveranstaltungen gab. Der Wahlkampf verlief demnach fair und eher ruhig, ohne große Aufregerthemen.

Ein junger Mann im Sakko in einem Weinberg vor dem Blick in ein stark bebautes Tal (Foto: Romy S. Fotografie)
Der 32 Jahre alte Weissacher Bürgermeister Daniel Töpfer wird in Esslingen von CDU, FDP und Freien Wählern unterstützt. Romy S. Fotografie Bild in Detailansicht öffnen
Der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) möchte Rathauschef in Esslingen werden. Fotografie Nicole Schielberg Bild in Detailansicht öffnen
Der Anwalt Gebhard Mehrle lebt seit vielen Jahren in Esslingen. Er ist parteilos, doch Kommunalpolitik hat ihn schon immer interessiert. privat Bild in Detailansicht öffnen
Vittorio Lazaridis ist Mitglied der Grünen und sitzt seit zehn Jahren im Stuttgarter Gemeinderat. Der Ministerialdirigent im Kultusministerium möchte Esslingen nachhaltig gestalten. Fotografin Lena Lux Bild in Detailansicht öffnen
Der Esslinger Stadtrat Martin Auerbach tritt für die Linke an. Der 44-Jährige arbeitet für eine Jugendhilfe-Einrichtung. Giuseppe Esposito Bild in Detailansicht öffnen
Gabriela Letzing tritt als parteilose Kandidatin an. Die Köchin und Kommunikationsdesignerin hält das altbekannte Parteiensystem für überflüssig. Foto: Roberto Bulgrin Bild in Detailansicht öffnen

Klopfer hat sich als Erster beworben

Die SPD schickt den 53 Jahre alten Sozialdemokraten Matthias Klopfer ins Rennen. Er ist seit über 15 Jahren Oberbürgermeister von Schorndorf. Seine kommunalpolitische Erfahrung hat er im Wahlkampf immer wieder betont. Er will sich vor allem für Klimaschutz, bezahlbaren Wohnraum und den Zusammenhalt in der Stadt einsetzen. Seine Amtszeit in Schorndorf endet im Herbst 2022. Klopfer hatte als Erster angekündigt, dass er die Nachfolge von OB Zieger antreten möchte.

Lazaridis will Veränderungen anstoßen

Der 53-jährige Vittorio Lazaridis ist Mitglied der Grünen und Ministerialdirigent im Stuttgarter Kultusministerium. Seit über zehn Jahren sitzt er auch im Stuttgarter Gemeinderat. Lazaridis ist gelernter Sonderpädagoge und hat auch als Rektor gearbeitet. Er sieht sich selbst als Brückenbauer, der Menschen verbinden kann. Außerdem möchte er Esslingen nachhaltig gestalten.

Linke setzen auf Martin Auerbach

Die Linke unterstützt ihren 44-jährigen Esslinger Stadt- und Kreisrat Martin Auerbach. Er arbeitet in einer Jugendhilfe-Einrichtung. Durch seine Arbeit in verschiedenen Gremien ist er mit den kommunalpolitischen Themen vertraut und hat dies im Wahlkampf immer wieder durchblicken lassen. Als wichtigste Themen bezeichnet er die Klimakrise, die Wohnungsnot und den Verkehr.

Weissacher Bürgermeister Töpfer möchte Oberbürgermeister werden

Der 32 Jahre alte Weissacher Bürgermeister Daniel Töpfer wird von CDU, FDP und Freien Wählern unterstützt. Er will Esslingen modernisieren und wirbt beispielsweise damit, dass er sich für eine lebenswerte Mobilität einsetzen möchte, ohne das Auto zu verteufeln. Im Wahlkampf musste er sich auch Fragen zum Anlageskandal der insolventen Greensill-Bank stellen. Die Gemeinde Weissach (Kreis Böblingen), Sitz des Porsche-Entwicklungszentrum, hatte bei dem Kreditinstitut Millionen angelegt. Töpfer wehrt sich gegen Kritik und betont, dass er eine konservative Anlagepolitik betreibe. Er vertritt mittlerweile die Interessen der Kommunen, die im Südwesten von dem Skandal betroffen sind.

Letzing und Mehrle treten parteilos an

Als Unabhängige treten die 55-jährige vegane Köchin und Kommunikationsdesignerin Gabriela Letzing und der parteilose Rechtsanwalt Gebhard Mehrle an. Letzing will sich für mehr Regionalität, Nachhaltigkeit und Bürgergespräche einsetzen. Der 51-jährige Mehrle ist Fachanwalt für Familienrecht und lebt seit mehreren Jahren mit seiner Familie in Esslingen. Obwohl er bislang keine kommunalpolitische Erfahrung hat, habe er als Anwalt doch sehr viel Erfahrung mit der Verwaltung, so Mehrle.

Zieger geht vorzeitig in den Ruhestand

Auf dem Wahlzettel wird Vittorio Lazaridis oben auf dem Stimmzettel stehen. An zweiter Stelle Martin Auerbach und danach Matthias Klopfer. An vierter Stelle Gebhard Mehrle, gefolgt von Gabriela Letzing. Auf Platz sechs des Stimmzettels wird Daniel Töpfer stehen. Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger (SPD) geht ein Jahr vor dem Ende der regulären Amtszeit in den Ruhestand. Seine Amtszeit endet am 30. September. Er steht seit mehr als 23 Jahre an der Spitze der Stadtverwaltung.

Stadt Esslingen, Pressestelle (Foto: 100)
Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger 100

Ergebnis am Wahlabend

Das Ergebnis der Wahl will die Stadt am 11. Juli im Neckarforum bekannt geben. Sollte keiner der Kandidaten bzw. die Kandidatin im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichen, findet am 25. Juli der zweite Wahlgang statt. Dann reicht die einfache Mehrheit.

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