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Mehr Vielfalt in Programm und Belegschaft: Das ist ein Thema, das den SWR das ganze Jahr über umtreibt. Zum Diversity-Tag hat er darüber mit einem serbischen Verein aus Stuttgart diskutiert.

Beim diesjährigen Diversity-Tag steht im SWR besonders das Thema "soziale Herkunft" im Fokus. In Stuttgart hat rund die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner einen Migrationshintergrund. Ob verschiedene soziale Gruppen, Minderheiten, unterschiedliche Lebensweisen und Herkünfte genügend im Programm gewürdigt werden, darüber hat sich das SWR Studio Stuttgart am Montagabend mit dem serbischen Akademikernetzwerk "Nikola Tesla" aus Stuttgart bei einem Redaktionsbesuch ausgetauscht.

Normalerweise hätten sich die rund 15 Frauen und Männer mit serbischen Wurzeln von "Nikola Tesla" bei einem Rundgang die Redaktionsräume angeschaut und einen Eindruck von der Arbeit der rund 30 Journalistinnen und Journalisten im SWR Studio Stuttgart bekommen. In Corona-Zeiten fand der Austausch mit dem Team des SWR Studio Stuttgart nur virtuell statt: dennoch mit viel Engagement, gegenseitiger Wertschätzung und auch kritischen Rückmeldungen. Dem SWR gelinge es nicht immer, die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Vorlieben darzustellen, meinte zum Beispiel Dejan Perc, Stuttgarter mit serbischen Wurzeln und SPD-Politiker. Als Beispiel nannte er einen großen Folklore-Tanzwettbewerb in Stuttgart. "Da kommen Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland zusammen, auch international. Das findet in der deutschen Medienlandschaft überhaupt nicht statt. Man ist auf serbische Fernsehnachrichten angewiesen, um mitzubekommen, was in Deutschland stattfindet. Das finde ich paradox."

"Kein Schubladendenken mehr"

Gleich mehrfach haben sich die Vereinsmitglieder gewünscht, dass nicht mehr in Schubladen gedacht wird. So dürften Migrantinnen und Migranten in den Medien nicht nur bei Problemthemen zu Wort kommen dürfen, so der Wunsch von Vereinsmitglied und Ingenieur Aleksandr Radoicic: "Ich würde gern mehr Menschen im Fernsehen und Rundfunk sehen und hören - man sieht ja am Namen, woher die Menschen kommen - die sich zu einem Thema äußern, das kein Migrantenthema ist."

Virtueller Austasuch zum Diversity-Tag: Das SWR Studio Stuttgart im Gespräch mit Mitgliedern des serbischen Akademikernetzwerks "Nikola Tesla" aus Stuttgart. (Foto: SWR)
Journalistinnen und Journalisten des SWR Studio Stuttgarts in der Diskussion mit rund 15 Mitgliedern des Vereins "Nikola Tesla".

Denkanstöße für die Zukunft für mehr Vielfalt im SWR

Der Leiter des SWR Studio Stuttgart Axel Graser ist begeistert vom Austausch mit dem serbischen Akademikernetzwerk und sieht viele gute Denkanstöße für die Zukunft. "Ich glaube, unsere Berichterstattung muss sich auf die Lebens- und Ereigniswelten von allen Menschen in dieser Stadt mehr einstellen. Wir müssen schauen, dass wir in andere Communitys mal reingehen und berichten. Manche Themen sehen wir einfach nicht - da ist Luft nach oben und da müssen wir uns anstrengen."

Und das Fazit der Teilnehmenden des Vereins "Nikola Tesla": "Die Tatsache, dass ihr, der SWR, euch darüber Gedanken macht, das ist ein Riesenschritt nach vorne. Auch das Treffen heute Abend, das zeigt, dass sich da was bewegt."

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