STAND
AUTOR/IN

Am bundesweit ersten digitalisierten Bahnknoten Stuttgart sollen auch Züge mit digitaler Sicherungstechnik fahren können. Dazu hat der Bund 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Ein entsprechendes Förderprogramm mit einem Volumen von bis zu 200 Millionen Euro kündigte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Freitag an. Bisher war lediglich digitale Signaltechnik entlang der Schienen vorgesehen. Nun sollen auch Regional und Fernverkehrszüge sowie S-Bahnen, die künftig am digitalen Knoten Stuttgart fahren, mit Digitaltechnik ausgerüstet werden können.

Zug-Hersteller sind gefordert

Dazu sollen die Züge mit Komponenten des Europäischen Zugsicherungssytems ERTMS (European Rail Traffic Management System) sowie des sogenannten automatisierten Bahnbetriebs ATO (Automatic Train Operation) von Verkehrsunternehmen ausgestattet werden, die mindestens einmal pro Woche den digitalen Knoten Stuttgart anfahren. Durch das Bundesförderprogramm werden 90 % der Kosten für Zug-Prototypen sowie die Hälfte der Kosten in künftigen Serienfahrzeugen übernommen. "Nicht nur die Schiene, auch die Züge werden digital", sagte Scheuer. Und Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla erklärte, digitale Infrastruktur und digitale Züge gehörten zusammen.

Bauarbeiter arbeiten an Bahnschienen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Picture Alliance

Steigerung der Zugkapazitäten

Das Modellvorhaben soll nach Angaben der Bahn unter anderem zeigen, wie Züge effektiv digitalisiert werden können und wie sich die Kapazitäten im Schienenetz steigern lassen, wenn sowohl die Züge als auch die Infrastruktur mit digitaler Sicherungstechnik ausgerüstet sind. Im Zuge des Bahnprojekts S21 soll Stuttgart bis Ende 2025 zum ersten digitalen Bahnknoten Deutschlands werden. Die Bahn rechnet hierfür nun mit Investitionen in Höhe von 462,5 Millionen Euro.

STAND
AUTOR/IN