Demo in Stuttgart gegen den Russland-Ukraine-Krieg. Der ganze obere Schlossgarten ist voll mit Demonstranten. Und auch rund um den Eckensee stehen die Menschen dicht gedrängt. (Foto: SWR, Foto: Nicole Florié)

Bundesweite Aktion

Für Frieden in der Ukraine: 35.000 Menschen bei Demonstration in Stuttgart

STAND

In Stuttgart haben am Sonntag laut Veranstalterangaben 35.000 Menschen gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert. Mehr als 20 Organisationen hatten dazu aufgerufen.

"Stoppt den Krieg! Frieden und Solidarität für die Menschen in der Ukraine!" Das war das Motto, unter dem ein Bündnis aus mehr als 20 Organisationen zu bundesweiten Demonstrationen in mehreren Großstädten aufgerufen hatte. In Stuttgart wurden die Erwartungen der Veranstalter übertroffen. Sie hatten 20.000 Demonstranten angemeldet.

Nach ihren Angaben kamen aber 35.000 Menschen aus ganz Baden-Württemberg. Es war die bislang größte Demonstration in Baden-Württemberg gegen Russlands Überfall auf die Ukraine. Mit Schildern wie "Stop Putin, stop war" und "Russland raus aus der Ukraine" protestierten die Menschen im Oberen Schlossgarten vor dem Staatstheater und der Stuttgarter Oper. Viele Menschen hatten Ukraine-Flaggen und Fahnen mit Friedenstauben oder dem Peace-Zeichen dabei.

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Waffenstillstand für viele Teilnehmende das Gebot der Stunde

Es sei das Gebot der Stunde, jetzt für einen Waffenstillstand einzutreten, so Kai Burmeister. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Baden-Württemberg war einer der Redner in Stuttgart. Auch die Forderung nach einem atomwaffenfreien Europa wurde laut und sichtbar - und die Forderung nach einem Importstopp für fossile Energie aus autokratisch regierten Ländern.

Auch in Berlin, Frankfurt und Leipzig fanden am Sonntag große Demonstrationen statt. In Stuttgart sprachen neben Kai Burmeister die Ukrainerin Julia Melnyk, der Friedensaktivist Jürgen Grässlin und die Vorsitzende des BUND Baden-Württemberg, Sylvia Pilarsky-Grosch. Außerdem kamen bei der Veranstaltung Vertreterinnen und Vertreter der Flüchtlingshilfe und der Flüchtlingsorganisation Seebrücke zu Wort kommen.

"Das Leiden der Menschen in der Ukraine wird immer dramatischer. Wir fühlen mit ihnen und stehen an ihrer Seite."

Während der Demo in Stuttgart malten Kinder und Erwachsene eine mehrere Meter große Friedenstaube auf ein großes Banner in den ukrainischen Farben aus.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte das Banner ausgelegt. "Es geht um die Vorstellung, wie wir in Europa zusammenleben wollen", sagte Baden-Württembergs DGB-Chef Burmeister, der die erste Rede hielt. Im Vorfeld hatte er schon gesagt: "Es ist uns egal, wo ein Mensch geboren wurde, für uns ist wichtig, welche Haltung er hat, und die Haltung muss sein: Nein zum Krieg!"

Kinder bemalten während der großen Antikriegsdemonstration in Stuttgart eine Friedenstaube mit den Ukraine-Farben blau und gelb. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Kinder bemalten während der großen Antikriegsdemonstration in Stuttgart eine Friedenstaube mit den Ukraine-Farben blau und gelb. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Weitere Demos am Sonntag in Stuttgart

Am Sonntag hatte eine Privatperson ab 14 Uhr auf dem Schlossplatz eine Kundgebung zum Thema "Solidarität mit der Ukraine und Protest gegen den Krieg von den Russischen und Belarussischen Communities" angemeldet.

Ab 17 Uhr sollte dann ebenfalls auf dem Schlossplatz ein Bläserensemble spielen, um Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. Veranstalter war die Evangelische Jugend Stuttgart.

In Stuttgart ließen am Samstag rund 1.000 Menschen mit Kerzen den Slogan "StandWithUkraine" erleuchten. (Foto: SWR)
In Stuttgart ließen am Samstag rund 1.000 Menschen mit Kerzen den Slogan "StandWithUkraine" erleuchten.

Rund 1.000 Teilnehmende beim "Stuttgarter Friedenslicht"

Am Samstagabend hatten sich bereits bis zu tausend Menschen mit einer Kerzenaktion in Stuttgart hinter die Menschen in der Ukraine gestellt. Aus Kerzen ließen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der stillen Kundgebung auf Stuttgarter Schlossplatz den Slogan "StandWithUkraine" erleuchten.

Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus den Stuttgarter Kreisverbänden von Grünen, CDU, SPD und FDP, der Europa-Union, der evangelischen und katholischen Stadtdekanate, dem DGB und anderen Organisationen. Mit dem "Stuttgarter Friedenslicht" wollten die Teilnehmenden der stillen Kundgebung ein Zeichen gegen Putins Angriffskrieg auf die Ukraine setzen.

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