600 Menschen demonstrierten in Gruibingen für mehr Tempo beim A8-Ausbau (Foto: SWR, Frieder Kümmerer, SWR-Reporter)

Albaufstieg bei Gruibingen

Häufige Staus: Bürger fordern in Gruibingen Tempo beim A8-Ausbau

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In Gruibingen (Kreis Göppingen) wurde am Samstag für einen schnelleren Ausbau der Autobahn A8 demonstriert. Vor einem Monat wurde bekannt, dass der Ausbau frühestens 2032 fertig gestellt werden könnte.

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"Wir haben die Schnauze voll." Wer mit dem Vorsitzenden des Gruibinger Gewerbevereins spricht, merkt schnell, wie wichtig ihm das Thema ist. Thomas Straub ist auch der Hauptorganisator der Demonstration auf dem Gruibinger Rathausplatz.

"Jetzt sollen wir schon wieder warten. Immer wieder Stillstand beim Ausbau".

Die Autobahn GmbH hat angekündigt, dass vor 2032 der Ausbau des Albaufstiegs nicht fertig sein werde. Das bedeutet noch mindestens zehn Jahre Staus auf und neben der Autobahn. Die Staus bilden sich schon seit Jahren so zum Beispiel in den Ortschaften Gruibingen, Hohenstadt, Mühlhausen und Merklingen. Laut Angaben der Veranstalter demonstrierten am Samstag rund 600 Menschen für einen schnelleren Ausbau.

Keine Beerdigung ohne Lautsprecher

Die Anwohner mussten wohl oder übel lernen mit der Autobahn zu Leben. Das weiß auch Pfarrer Ralf Baumgartner. Seit fünf Jahren ist er für die Gemeinden Wiesensteig, Hohenstadt, Mühlhausen und Gruibingen zuständig. Er hat schnell gelernt: Ohne Lautsprecheranlage sind hier Beerdigungen kaum möglich. In Mühlhausen im Täle beispielsweise liegt die Autobahn direkt hinter der Friedhofsgrenze. Ein Begräbnis im Stillen sei hier nicht möglich, so der Pfarrer.

Pfarrer Ralf Baumgartner baut die Lautsprecheranlage auf dem Friedhof auf. Mit dem Brummen und Surren der Autos von der Autobahn kann man ihn sonst bei Beerdigungen kaum verstehen.   (Foto: SWR, Katja Trautwein )
Pfarrer Ralf Baumgartner baut die Lautsprecheranlage auf dem Friedhof auf. Mit dem Brummen und Surren der Autos von der Autobahn kann man ihn sonst bei Beerdigungen kaum verstehen. Katja Trautwein

Auch auf den Wegen durch seine Gemeinde verliert er Zeit im Stau. Pünktlich zu Terminen mit seinen Gemeindemitgliedern zu kommen, sei oft schlicht nicht möglich.

Die Autobahn GmbH will, kann aber noch nicht

Ohne Baurecht und die entsprechenden Genehmigungen ohne Widerspruch gehe nichts und auf die warte man nun schon in der vierten Runde, sagt Wolfgang Grandjean von der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südwest. Wenn von Bürgerseite keine Änderungsklagen im vierten Planfeststellungsverfahren mehr erhoben würden, sollte einem Baubeginn 2022 nichts mehr im Wege stehen.

"Unsere Ingenieure sind total heiß darauf mit diesem Prestigeprojekt loszulegen".

Eine Garantie auf die Fertigstellung des neuen Tunnel-Autobahnabschnitts am Albauf- und Albabstieg bis 2032 will die Autobahngesellschaft Südwest aber nicht geben.

Die Strecke werde durch die Untertunnelung des Berges um 4,6 Kilometer kürzer und um je zwei Spuren breiter. Eine von den zwei zusätzlichen Spuren je Richtung ist allerdings eine Standspur. Die Steigung wird um 2,8 Prozent flacher. Damit könne das Stauproblem künftig ausgemerzt werden, so Wolfgang Grandjean.

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