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Die Pandemie erschwert auch dem Dekra-Konzern die Geschäfte - in einigen Ländern mussten Prüfstationen lange schließen. Der Umsatzeinbruch hat aber noch einen anderen Grund.

Der Umsatz in diesem Jahr werde gemessen am Vorjahr voraussichtlich um rund sechs Prozent auf 3,2 Milliarden Euro sinken, teilte das Stuttgarter Unternehmen am Montag mit. Man werde das Jahr dennoch mit einem "sehr ordentlichen" Gewinn abschließen, sagte Vorstandschef Stefan Kölbl. Angaben zum Netto-Jahresergebnis machte das Unternehmen nicht. Kölbl betonte aber, man werde in keinem Geschäftsfeld Verluste machen.

Zeitarbeit sorgt für Umsatzeinbruch

Rund zwei Drittel des Umsatzeinbruchs von etwa 200 Millionen Euro fielen nach Angaben des Stuttgarter Prüfkonzerns im Geschäftsfeld Zeitarbeit an. Dieser Bereich habe angesichts einiger coronabedingter Lockdowns stark unter Druck gestanden, sagte Kölbl. Dekra stellt in 21 Ländern Zeitarbeiter an und vermittelt diese weiter. Im Oktober hätten staatenübergreifend rund 14.000 Leiharbeiter bei Dekra unter Vertrag gestanden, ein Jahr zuvor seien es etwa 3.000 mehr gewesen, hieß es. Die Zeitarbeitssparte ist das vom Umsatz her viertgrößte Geschäftsfeld bei Dekra, hinter den Segmenten Fahrzeugprüfungen, Industrieprüfungen sowie Schadenregulierung/Gutachten.

Prüfstationen teils über Monate geschlossen

Angesichts von Lockdowns seien die Prüfstationen des Unternehmens in mehreren Ländern teils über Monate geschlossen geblieben. Deutschland zählte allerdings nicht dazu, hier galten die Fahrzeugprüfer als systemrelevant und durften offen bleiben. Der Stuttgarter Prüfkonzern untersucht nach eigenen Angaben in mehreren Ländern jährlich rund 27 Millionen Fahrzeuge und bezeichnet sich als Weltmarktführer.

Konzern rechnet 2022 wieder mit alter Stärke

Dekra will spätestens im ersten Halbjahr 2022 wieder an die hohen Wachstumswerte aus den Vorjahren herankommen. Allein zwischen 2017 und 2019 war der Umsatz um 17 Prozent und damit mehr als 500 Millionen Euro gestiegen. Der Nettogewinn 2019 lag bei 85 Millionen Euro. Der Konzern beschäftigt mehr als 43.000 Mitarbeiter in rund 60 Ländern.

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