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Halbleiter sind weltweit Mangelware. Immer wieder standen in diesem Jahr deswegen bei Autobauern die Bänder still. Nun ruht die Produktion beim Daimler-Werk in Sindelfingen.

Wegen der weltweiten Lieferengpässe bei Halbleitern hat der Stuttgarter Autobauer Daimler die Produktion im Werk Sindelfingen (Kreis Böblingen) erneut ausgesetzt. Das gelte auch für die kommende Woche, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Freitag mit.

Immer wieder Produktionsstopps wegen fehlender Chips

Bereits Anfang des Jahres stand etwa aufgrund der Engpässe die Produktion in Daimler-Werken in Rastatt, Bremen oder dem ungarischen Kecskemét zeitweise still. Aktuell laufe die Produktion in diesen Standorten aber weiter. Einige Beschäftigte gingen in Kurzarbeit, so Daimler. Zuvor hatten "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" darüber berichtet.

In den vergangenen Wochen hatte es auch bei anderen Autoherstellern immer wieder Engpässe und vorübergehende Produktionsstopps gegeben. "Eine Prognose, wann sich der Engpass im Laufe des Jahres auflösen wird, ist derzeit nicht möglich", erklärte die Sprecherin. "Die Situation ist weiterhin volatil. Wir fahren auf Sicht."

Ursachen für den Mangel an Halbleitern

Gründe für den anhaltenden Chipmangel gibt es mehrere: So erholte sich etwa die chinesische Wirtschaft besser aus der Corona-Pandemie als erwartet - es wurden mehr Autos produziert, die Hersteller deckten sich mit den noch verfügbaren Chips ein. Zudem verschärften Produktionsstopps in Halbleiter-Fabriken weiter die ohnehin knappe Marktsituation.

Zunächst ruhte im Februar beim größten japanischen Hersteller die Produktion nach einem Erdbeben, später sorgte ein Brand vorübergehend für Stillstand. Außerdem kommt weltweit der Ausbau neuer Fertigungskapazitäten nur schleppend voran, denn auch die Fertigungsmaschinen benötigen Halbleiter für ihre Betriebssysteme.

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