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Der Cyberangriff auf die Messe Stuttgart hat größere Auswirkungen als bislang bekannt. Nach SWR-Informationen sind auch weitere Tochterunternehmen der Stadt Stuttgart betroffen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Das Kommunikationsnetz der Stadtwerke Stuttgart, der Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart sowie das der Stuttgart-Marketing ist zusammengebrochen, bestätigte ein Sprecher von in.Stuttgart. Dazu gehören auch die Liederhalle, die Porsche-Arena und die Hanns-Mayer-Schleyer-Halle. Die Tochtergesellschaften der Stadt können wie die Messe weder E-Mails empfangen noch senden.

Stadtwerke und Marketing hängen am Computer-Netzwerk der Messe

Der Grund: Stadtwerke und Stuttgart-Marketing hängen gemeinsam am IT-Netzwerk der Messe Stuttgart. Diese war Ziel eines Cyberangriffs, den die Messe am Dienstag auf ihrer Website bekannt gemacht hat.

Stromnetz nicht betroffen

Die für die Stromversorgung zuständige Stuttgart Netze GmbH, die das Stromnetz betreibt, ist von dem Angriff nicht betroffen. Dort funktioniert auch weiter der Mailverkehr, darauf weisen die Stadtwerke ausdrücklich hin.

Die Störung wird voraussichtlich noch bis Ende der Woche dauern. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Ob die Angreifer ein Lösegeld fordern, ist nicht bekannt, ebenso nicht, ob personenbezogene Daten erbeutet werden konnten. Der Landesbeauftragte für Datenschutz, Stefan Brink, konnte den Fall am Mittwoch angesichts der noch laufenden Ermittlungen noch nicht einordnen.

In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg sowie der Kriminalpolizei Esslingen wurden nach Angaben eines Messesprechers umfangreiche Maßnahmen zur Strafverfolgung eingeleitet. Aufgefallen war die Störung, weil es Probleme mit den Mails gab.

Kritik von der SPD-Landtagsfraktion

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Innenpolitiker Sascha Binder, reagierte besorgt auf den Angriff. "Meldungen über Cyberangriffe mit teils gravierenden Folgen häufen sich gerade in Baden-Württemberg. Es ist schon sehr besorgniserregend, dass unsere Unternehmen, aber auch landeseigene Einrichtungen wie jetzt die Messe Stuttgart betroffen sind", teilte er mit. Bei IT-Sicherheit hinke das Land hinterher - das sei riskant. Das Innenministerium wehrte sich gegen die Kritik. "Es ist beschämend, wie die SPD hier Ängste bei den Menschen schürt", teilte ein Sprecher mit. Trotz aller Maßnahmen könne niemand einen Cyberangriff zu 100 Prozent ausschließen.

Cyberangriffe nehmen zu

Zuletzt waren mehrere Unternehmen in Baden-Württemberg Opfer von Hacker-Attacken geworden. Der Landesdatenschutzbeauftragte Stefan Brink ging im April von einer hohen zweistelligen Zahl aus. Zunächst war nur ein Angriff auf das IT-System der Staatstheater Stuttgart bekannt geworden. Die Störung dauerte fünf Tage, blockiert waren der Online-Ticketverkauf sowie die Kommunikation per E-Mail.

Brink zufolge sind die betroffenen Firmen alle Kunden eines großen IT-Dienstleisters mit Sitz in Baden-Württemberg. Die Hacker nutzten offenbar ein Fernwartungstool des Dienstleisters aus und forderten von ihren Opfern ein Lösegeld.

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