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Die Infektionszahlen bei uns steigen. Die dritte Welle in der Corona-Pandemie rollt an. Noch ist die Lage ruhig am Marienhospital Stuttgart, sagt der ärztliche Direktor. Die Sorge wächst dennoch.

Die Inzidenzen steigen, die Furcht vor einer dritten Infektions-Welle steigt. Auch weil die Kapazitäten der Intensivstationen schnell erschöpft sein könnten. Stefan Reinecke, Ärztlicher Direktor am Marienhospital Stuttgart und Leiter des dortigen Schwerpunktes Innere Medizin, beschwichtigt im SWR.

Derzeit seien einige Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt, doch es gebe an allen großen Häusern in Stuttgart noch Reserven. Aktuell sei die Lage erfreulicherweise nicht kritisch, sagte Reinecke im SWR, "aber erkennbar ist jetzt, dass die Zahl der Patienten wieder zunimmt."

Dritte Welle absehbar

So nehme vor allem die Zahl der Patienten, die mit der in Großbritannien entdeckten Mutante infiztiert sind, deutlich zu. "Wir können eine leichte Verschiebung hin zu jüngeren Patienten erkennen - wir können es noch nicht statistisch darlegen, aber die Beobachtung macht man im klinischen Alltag auf jeden Fall."

Mangel bei Personal, nicht beim Material

"Die kritische Grenze wird tatsächlich immer durch das zur Verfügung stehende, kompetente Intensiv-Personal von ärztlicher wie pflegerischer Seite definiert", so Reinecke. Anders als es vor einem Jahr teilweise tatsächlich Mängel an Material gegeben hatte, seien in der aktuellen Situation genug Intensivbetten und auch Beatmungsgeräte verfügbar - aber eben nicht genug Menschen, die solche Patientinnen und Patienten versorgen können.

Einschränkungen sinnvoll, aber schwer durchzusetzen

"Aktuell ist es so, dass man Kontaktbegrenzungen als das einzig zuverlässige Mittel ansehen muss und deswegen wird man diesen Weg beschreiten müssen", sagt Reinecke. Er bedauere, dass noch immer unklar sei, wo genau die meisten Ansteckungen stattfinden. Deswegen sei dieses sehr allgemeine Mittel nötig.

"Ob das noch reicht, die dritte Welle aufzuhalten, vermag ich nicht zu sagen - ich fürchte eher nein."

Stefan Reinecke, Ärztlicher Direktor am Marienhospital Stuttgart

Gleichzeitig gebe es deutliche Akzeptanz-Probleme für die Corona-Regeln bei den Menschen: "Der Lockdown wird politisch immer schwieriger durchzusetzen sein bei der Akzeptanz der Bevölkerung und auch von den Entscheidungen der Gerichte her."

Konkrete Forderungen an die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sowie die Bundeskanzlerin, was deren Corona-Politik angeht, will er nicht formulieren. "Ich bin da, wie vielleicht ganz viele Menschen, ein bisschen ambivalent."

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