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Die Corona-Krise trifft auch die Modebranche hart. Die Läden sind zwar geöffnet. Doch die Kauflust hält sich in Grenzen. Das trifft auch das Schorndorfer Unternehmen Riani.

Hinter der Modefirma Riani steht die Familie Buckenmaier: Mutter Martina, Tochter Mona und Firmengründer Jürgen Buckenmaier (von li. nach re.) (Foto: SWR)
Hinter der Modefirma Riani steht die Familie Buckenmaier: Mutter Martina, Tochter Mona und Firmengründer Jürgen Buckenmaier (von li. nach re.)

Das Jahr 2020 lief gut an für das schwäbische Modeunternehmen Riani aus Schorndorf (Rems-Murr-Kreis). Ende Januar ging das Familienunternehmen noch von einem Auftrags-Plus von 23 Prozent für dieses Jahr aus. Doch dann kam Corona. Abgesagte Partys, Kontaktbeschränkungen und Home-Office: Niemand brauchte mehr eine neue Bluse oder ein neues Kleid. "Jetzt müssen wir mal schauen, wie wir dieses Jahr überstehen", sagt Riani-Geschäftsführerin Martina Buckenmaier dem SWR.

Kurzarbeit, verschobene Outlet-Pläne und Lieferengpässe

Auch Tochter Mona Buckenmaier arbeitet im Familienunternehmen. Ausgerechnet an ihrem 30. Geburtstag musste sie ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. "Gerade das ist in dieser Krise das Allerschlimmste", berichtet sie. "Natürlich ist das frustrierend für die Leute." 120 Mitarbeiter hat Riani. Fast jede Abteilung war von Kurzarbeit betroffen. Die Eröffnung eines geplanten Shops in Berlin wurde abgeblasen, Pläne für ein Outlet in Schorndorf auf Eis gelegt. Bei den Stoffen aus Italien und Spanien hatte das Familienunternehmen mit Lieferengpässen zu kämpfen.

Optimistisch für die Zukunft

Zum Jahresende hoffen die Buckenmaiers auf einen leichten Aufwärtstrend. Darauf, dass die Menschen an Weihnachten gut angezogen sein wollen. Und vor allem bauen sie auf's nächste Jahr. Mona Buckenmaier rechnet damit, dass im Frühjahr viele Hochzeiten nachgeholt werden. Und: "Wir glauben, dass dann auch wieder viele Kleider gebraucht werden und die Fröhlichkeit zurückkommt." Und auch Firmengründer Jürgen Buckenmaier - 2019 mit der Wirtschaftsmedaille des Landes ausgezeichnet - blickt optimistisch in die Zukunft: "Wir wollen die Frauen schön kleiden und die Frauen wollen das auch. Es wird sich alles wieder zum Guten wenden."

Das Modeunternehmen Riani wurde 1968 von Jürgen Buckenmaier gegründet. Seit den 1970er Jahren war die Firma immer auf Wachstumskurs.

DIHK-Chef Wansleben: „Die Zukunft geht weiter“

DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben plädiert für mehr Optimismus in der Krise. Es sei Pflicht der Wirtschaft zu sagen, dass die Zukunft weitergehe. Es sei auch wichtig, den Unternehmen eine Perspektive aufzuzeigen. Die Krise könne auch eine Chance für junge Menschen sein, die eine „neue Welt erfinden“ könnten. Den Fachkräftemangel hält er auch für ein großes Problem nach der Krise. Die 800-Quadratmeter-Regelung kritisiert Wansleben, da einige schlicht ausgesperrt würden.  mehr...

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