Blick in die einsturzgefährdete Halle des SSB-Busdepots, wo 25 Busse ausbrannten. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Ursache für Großbrand weiter unklar

SSB-Busdepot: Noch kein Zugang für Ermittler in einsturzgefährdete Halle

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Die Ursache des Großbrands im Busdepot der SSB ist weiterhin nicht geklärt - die Hinweise verdichten sich aber, dass das Feuer von einem Elektrobus ausging.

Nach dem Brand im Busdepot in Stuttgart-Gaisburg in der Nacht zum 1. Oktober läuft der Linienbetrieb der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) nach eigenen Angaben wieder normal. Nur vereinzelt käme es noch zu Ausfällen, hieß es. Die Halle des Busdepots sei noch immer einsturzgefährdet, weshalb bis auf unbestimmte Zeit weder die verbrannten Busse geborgen noch die Brandursache ermittelt werden könne. Denn für die Ermittler ist es unter diesen Umständen zu gefährlich, die Halle zu betreten. Laut SSB wurde ein Auftrag zur Abstützung der Halle vergeben.

Angemietete Busse sollen Ausfall kompensieren

Außerdem bestätigte das Nahverkehrsunternehmen, von anderen Busunternehmen und Verkehrsbetrieben insgesamt ein knappes Dutzend Busse angemietet zu haben, um den Ausfall der beim Brand zerstörten 23 Busse zu kompensieren. Der einzige Ladepunkt für Elektrobusse der SSB ist ebenfalls zerstört, bestätigte das Unternehmen. Deshalb könnten derzeit keine Busse mit Elektroantrieb unterwegs sein.

War ein Elektrobus Schuld am Brand?

Noch sind die genauen Hintergründe des Großbrandes nicht geklärt. Das wird erst der Fall sein, wenn die Ermittler Zugang zum Ort des Geschehens haben können. Nach Augenzeugenberichten sehen es Experten allerdings als möglich an, dass der Brand von einem Elektrobus des Typs Mercedes-Benz eCitaro vom Hersteller EvoBus ausging. Dieser fährt mit einer neuartigen Batterietechnik basierend auf einer Festkörperbatterie. Diese kommt unter anderem ohne den Einsatz von Kobalt aus und soll robuster sein als die bisherigen Batterien mit Lithium-Ionen-Technologie.

Münchner Verkehrsgesellschaft zieht Konsequenzen

Ob dieser Bus der Auslöser des Brandes war, ist noch offen. Trotzdem hat die Münchner Verkehrsgesellschaft nun aus Sicherheitsgründen ihre acht Elektrobusse des gleichen Typs vorsorglich stillgelegt. Man wolle erst die Ermittlungsergebnisse der Brandursache abwarten. So lange werden die betroffenen eCitaros von Bussen anderer Bauart ersetzt.

Die Wiesbadener Verkehrsbetriebe (ESWE) haben etwa 40 der eCitaros mit Festkörperbatterien im Einsatz. Sie sollen nach eigenen Aussagen weiter fahren. Hier argumentiert man unter anderem damit, dass erst im März eine Rückholaktion der Busse durch den Hersteller erfolgte, wegen möglicher Isolierprobleme der Batterien. Jetzt gehe man davon aus, dass diese Probleme behoben seien.

Warum die Münchner, deren Busse auch von der Rückholaktion betroffen waren, anders argumentieren und ob die zwei Stuttgarter eCitaro-Busse auch überarbeitet wurden, dazu gab es keine Aussage. Auch vom Hersteller selbst heißt es lediglich, man wolle abwarten, was die Ermittlungsergebnisse ergeben. Und das kann noch einige Zeit dauern. Zumindest so lange wie es dauert, die Halle sicher abzustützen.

Auch Reutlingen zieht E-Busse aus dem Verkehr

Auch die Stadt Reutlingen hat zwei Busse mit der neuen Feststoffbatterietechnik aus dem Verkehr gezogen. Das teilte Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) als Aufsichtsratsvorsitzender des Reutlinger Stadtverkehrs mit. In Reutlingens Fuhrpark gebe es zwei solcher E-Busse. Bis die Hersteller die beiden Fahrzeuge als unbedenklich erklären, kämen sie nicht mehr zum Einsatz, so Oberbürgermeister Keck. Elektrobusse fahren seit 2019 durch Reutlingens Straßen.

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