Ein Flatterband mit der Aufschrift "Polizeiabsperrung" ist an einem Einsatzort vor einem Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht zu sehen.

Polizei gründet Ermittlungsgruppe

Mutmaßliche Brandstiftung in Reisebüro: Staatsschutz ermittelt

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Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein türkisches Reisebüro am Freitag in Stuttgart ermittelt nun der Staatsschutz. Ein politisches Motiv könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Nach der mutmaßlichen Brandstiftung in einem türkischen Reisebüro in Stuttgart hat die Polizei eine Ermittlungsgruppe gegründet. Wie ein Sprecher der Polizei am Montag mitteilte, gibt es weiterhin keine konkreten Erkenntnisse zu Tätern oder möglichen Motiven. Da ein politischer Hintergrund jedoch nicht ausgeschlossen werden könne, wurde der Fall den Ermittlern des Dezernats für Staatsschutz beim Polizeipräsidium Stuttgart übergeben.

Bei dem Brand in der Nacht zum Freitag war ein Schaden von mehreren 10.000 Euro entstanden. Wie die Polizei mitteilte, hatte ein Zeuge das Feuer gegen 3 Uhr gemeldet. Die alarmierte Feuerwehr konnte die Flammen schnell löschen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und sucht nach Zeugen, die zwei flüchtende Männer bemerkt haben. Das Reisebüro liegt in Stuttgart in einem bekannten türkischen Viertel rund um eine Moschee.

Türkischer Außenminister: "Deutschland hat kein sauberes Register"

Der mutmaßliche Brandanschlag hatte am Wochenende auch die Politik in der Türkei beschäftigt. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu (AKP) sagte, er habe bei den Betroffenen angerufen und sein Mitgefühl ausgedrückt. Viele Angriffe auf Türken seien nicht aufgeklärt worden. Çavuşoğlu betonte, er habe nichts gegen Deutschland, aber leider habe Deutschland "in diesen Angelegenheiten kein sauberes Register".

Mutmaßlicher Brandanschlag im Juli auf türkisches Konsulat

Im Juli 2022 hatte es schon mal einen mutmaßlichen Anschlag gegen türkische Einrichtungen in Stuttgart gegeben. Hier traf der mutmaßliche Brandanschlag das türkische Konsulat. Neun Autos vor dem Gebäude wurden dabei beschädigt. Von dem oder den Tätern fehlt jede Spur.

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SWR