Busdepot Stuttgart, SSB (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa  Tom Weller)

Verletzte Mitarbeiter haben Krankenhaus wieder verlassen

Großbrand in Stuttgarter Busdepot: SSB spricht von Glück, dass der Brand nicht später ausgebrochen ist

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Nach dem Großbrand im Stuttgarter Osten am Donnerstagabend ist die Halle weiter einsturzgefährdet. 25 Busse wurden zerstört. Viele Busse konnten gerettet werden. Das lag an der Uhrzeit.

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Als der Brand gegen 20 Uhr ausbrach, waren viele Busse noch im Einsatz. Bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag sprach die Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB) deswegen von großem Glück. Denn wäre das Feuer drei Stunden später ausgebrochen, wäre das Depot voll gewesen und viel mehr Busse wären voraussichtlich in Mitleidenschaft gezogen worden. Außerdem sei es so möglich gewesen, 60 Busse zügig herauszufahren und auf dem Wasen in Stuttgart-Bad Cannstatt in Sicherheit zu bringen.

"Das ist eine Lage, die wir noch nie hatten. Wir sind alle sehr betroffen. Aber zum Glück wurde niemand ernsthaft verletzt."

Etliche Mitarbeitende seien - als sie vom Brand gehört hatten - gekommen, um zu helfen. Unter den 25 zerstörten Bussen befinden sich zwei historische Busse. Der eine Oldtimer stammt aus den 60er, der andere laut SSB aus den 80er Jahren. Nach jetzigem Stand sind außerdem zwei rein-elektrische Batteriebusse betroffen, Brennstoffzellenbusse hingegen nicht.

Feuer in Stuttgart. (Foto: 7aktuell)
Mehr als 200 Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter Kräfte der Stuttgarter Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart. 7aktuell

Die weitere Infrastruktur des Depots, also das Tanken, Warten, Reinigen und Instandsetzung, sei durch den Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, so die SSB weiter.

Sechs SSB-Angestellte medizinisch versorgt

Bei dem Brand wurden sechs Angestellte der SSB ärztlich versorgt - zwei kamen mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus, konnten dieses aber noch in der Nacht wieder verlassen.

"Wir können den fahrplanmäßigen Betrieb auf unseren Buslinien im Großen und Ganzen aufrecht erhalten", so SSB-Vorstandssprecher Thomas Moser. Für den möglichen Ausfall einzelner Fahrten, bitte man um Verständnis. Der Grundtakt im SSB-Netz sei aber gewährleistet. Der Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) rät Fahrgästen, sich vorab zu informieren. Andere Busunternehmen hatten ihre Unterstützung angeboten, ob man auf das Angebot überhaupt zurückkommen müsse, sei aber noch nicht klar. Die SSB hat insgesamt drei Busdepots, neben dem vom Brand betroffenen in Stuttgart-Gaisburg eines in Stuttgart-Möhringen und eines in Sielmingen auf den Fildern.

Die Ermittlungen dauern an: Mitarbeiter hat Feuer am Busdach gesehen


Die Brandursache ist bislang noch unklar. Ein SSB-Mitarbeiter hatte - etwa zeitgleich mit dem Alarm des Brandmelders - Flammen auf dem Dach eines Busses entdeckt. Sowohl Diesel-Hybrid-Busse wie auch rein-elektrische Busse haben ihre Batterien auf dem Dach. Ob ein technischer Defekt an den Batterien zu dem Ausbruch des Brandes geführt hat, sei aber noch unklar. Anzeichen für eine vorsätzliche Tat gibt es nach Angaben der Polizei aber nicht. Der Sachschaden geht in die Millionen, könne aber nicht genau geschätzt werden, da nicht klar ist, inwieweit die Abstellanlage gerettet werden könne und vor allem wie groß die Schäden an den einzelnen Bussen sind. Ein einzelner Bus kostet zwischen 260 und 360 Tausend Euro. Hybrid-Busse sind noch teurer.

Riesige Rauchsäule über der Stadt

Augenzeugen hatten den Brand gegen 20 Uhr gemeldet. Die Polizei sperrte den Bereich daraufhin weiträumig ab. Über dem Betriebsgelände der SSB stieg eine 60 Meter hohe Rauchsäule auf. Explosionsgeräusche, die im Stadtgebiet zu hören waren, stammten von platzenden Reifen. Die Feuerwehr war mit mehr als 200 Kräften im Einsatz. Sie hat den Brand noch vor Mitternacht gelöscht. Bis in die frühen Morgenstunden waren die Einsatzkräfte aber damit beschäftigt, einzelne Glutnester zu löschen.

Warnung über NINA-App - Behörden geben Entwarnung

Auf Fotos und Videos von Anwohnern in der Nacht war die große Rauchsäule über dem Stuttgarter Osten zu sehen, über eine Stunde kreiste ein Hubschrauber über dem Stadtgebiet. In den Netzwerken häuften sich Spekulationen über die Brandursache.

Am späten Abend wurden Anwohner auch über die Warnapp NINA gebeten, das Gebiet zu meiden und Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten. Kurz vor 1 Uhr wurde die Warnung wieder aufgehoben.

ausgebrannter Bus in Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)
Nach dem Feuer: Ein ausgebrannter Bus steht im Depot des Stuttgarter Verkehrsbetreibers SSB. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) war am Donnerstagabend vor Ort und machte sich ein Bild von der Lage.

Am späten Abend brachte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. SWR-Reporterin Sandra Kolnik war vor Ort:

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