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Die Zukunft der deutschen Autoindustrie - darüber wird bei einem Branchengipfel diskutiert. Haben die Bosse von Daimler, Porsche & Co die Mobilitätswende schon verpasst?

In Nürtingen (Kreis Esslingen) diskutieren Vertreter von Daimler, Porsche und auch Tesla beim Branchengipfel des Instituts für Automobilwirtschaft unter anderem über neue Antriebsmöglichkeiten. Der Ton wird heute wohl gedämpft sein, denn die Autobauer hangeln sich von Krise zu Krise: Erst der Dieselskandal, dann der Umbau zur E-Mobilität und nun auch noch die Corona-Pandemie. Allein bei Mercedes sollen in den nächsten Jahren Tausende Stellen wegfallen, vielleicht werden sogar ganze Werke dichtgemacht.

Die deutschen Autobosse haben sich "zu lange im Erfolg gesonnt"

Laut Professor Andreas Knie, der am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung die Forschungsgruppe Digitale Mobilität  leitet, ist das auch die Schuld der Autobauer: "Die deutschen Automobilhersteller haben sich lange im eigenen Erfolg gesonnt, haben vergessen, dass sich um die Welt voller Diesel- und Benzinmotoren auch die mobile Welt weiterentwickelt. Diesen Anschluss an die Welt haben die deutschen Autohersteller praktisch verloren."

Im SWR sagte Knie weiter, dass die deutschen Autohersteller so sehr an der alten Technik hängen würden, da sie diese besonders gut beherrschten: "Keiner kann so gut Dieselmotoren oder Automotoren bauen wie die deutschen Autohersteller." Man sei durch den eigenen Erfolg etwas blind geworden:

"Drum rum ist schon seit 20 Jahren klar, dass diese Antriebsformen nicht die Zukunft sein können. Man hat das ignoriert und fahrlässig eine ganze Branche an den Rand des Abgrunds getrieben."

Andreas Knie, Mobilitätsexperte

Wenn man nicht schnell die Zeichen der Zeit erkenne, würde das noch "böse enden".

Die Autoindustrie habe nicht nur die Antriebswende verpasst, sondern auch die Verwendung von Autos, "dass man Autos nicht mehr kauft: Keine junge Familie kauft sich noch ein Auto für 50.000 Euro, sondern man least es, man poolt es, man shared es."

Auch Entwicklung des autonomen Fahrens verpasst

Als dritte Entwicklung habe die deutsche Automobilindustrie zudem das autonome Fahren verpasst, weil man es sich nicht vorstellen könne, "dass eine Maschine besser fahren kann als der männliche Mensch."

Weil die deutsche Autoindustrie diese drei Entwicklungen verpasst habe, werde sie bald auch Fabrik-Ruinen hinterlassen, wie es bei der amerikanischen Autoindustrie teilweise schon sichtbar sei: "Wir kennen diese Landschaften schon aus dem Ruhrgebiet. Baden-Württemberg wird sozusagen das neue Ruhrgebiet."

Staat muss Rahmenbedingungen für Innovation schaffen

Problematisch sei ebenfalls, dass der Staat nichts tue, um die deutsche Autoindustrie wieder innovativ zu machen. "Man müsste längst die Rahmenbedingungen so organisieren, dass die deutsche Autoindustrie zu neuen Techniken gezwungen wird. Wir brauchen weniger Autos, die die Menschen effizienter von A nach B bringen."

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