Borkenkaefer (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Roland Weihrauch)

Hilfe für Waldbesitzer

Stuttgarter Start-up: Borkenkäfer-Bekämpfung aus dem All

STAND

Die Wälder werden immer trockener - ein gefundenes Fressen für den Borkenkäfer. Ein Stuttgarter Start-up-Unternehmen hat dafür nun einen Lösungsvorschlag.

Der Borkenkäfer macht vielen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern zu schaffen, weil er ganze Waldflächen zerstören kann. Um dies zu verhindern, nutzt das Stuttgarter Start-up "Waldstolz" jetzt Bilder aus dem Weltall.

ESA-Bilder aus dem Weltall zeigen Borkenkäferbefall in Wäldern

Die "Waldstolz"-Gründer Tobias Jäger und Fabian Gärtner haben einen Algorithmus entwickelt, mit dem sie auf Satelliten-Bildern der Europäischen Weltraumorganisation ESA Waldgebiete mit Borkenkäferbefall identifizieren können. Ihren Kundinnen und Kunden teilen sie dann die befallene Stelle mit.

"Sie können den Schädlingsbefall dann sozusagen 'baumgenau' entdecken."

Waldbesitzer Manuel Burger im Hochschwarzwald ist einer der Kunden, denen "Waldstolz" im Kampf gegen den Borkenkäfer helfen soll. Per SMS und Mail ist er gewarnt worden, dass es in seinem Wald vermutlich einen Borkenkäferbefall gibt.

Wälder leiden unter Klimawandel und Borkenkäfern

Für Burger ist die App eine große Hilfe, wie er dem SWR sagte. Gerade in der heutigen Zeit, in der Klimawandel und Borkenkäfer die Wälder extrem leiden lassen. Früher musste er selbst durch seinen Wald gehen und seine Bäume begutachten.

"Geniale Erfindung, erleichtert mir einiges. Hab ich mehr Zeit als Familienvater für meine Kinder und muss nicht durch den Wald laufen."

Die App zeigt Burger den Verdachtsfall und die Koordinaten auf einer Karte an und lotst ihn "bis auf den Meter genau hin". 75 Hektar groß ist sein Wald auf einem sehr steilen Gelände. "Klassischerweise sehe ich eben das Bohrmehl oder ich sehe, wenn es harzt. Aber das ist einfach ein Unding bei 75 Hektar, das zu tun", so Burger.

Spuren des Borkenkäfers (Foto: Forschungsanstalt für Waldökologie und Fortwirtschaft)
Borkenkäfer können ganze Waldgebiete zerstören - an solchen Spuren im Holz kann man sie erkennen. Forschungsanstalt für Waldökologie und Fortwirtschaft

Baumrettung per Satellit

Borkenkäfer-Bekämpfung per Satellitenbild: Nach eigenen Angaben hat das Stuttgarter Start-up 2021 rund 4.700 Bäume gerettet. Zum Kundenstamm gehören inzwischen nicht nur private Waldbesitzerinnen und -besitzer, sondern auch Kommunen.

Mehr zum Thema

Nußloch

Richtig Erkennen und Bekämpfen Nußloch: Erste Borkenkäfer schwärmen aus

Borkenkäfer sind bei Waldbesitzern gefürchtet. Denn sie können Bäume absterben lassen. Mit Frühlingsbeginn schwärmen die ersten Käfer aus, auch in Nußloch (Rhein-Neckar-Kreis).  mehr...

Schauinsland

Trotz extremer Trockenheit Freiburger Forscher hoffen auf eine schlechte Borkenkäfersaison

Förster und Waldbesitzer bangen um ihre Wälder: Die Borkenkäfer-Saison steht bevor. Doch es gibt Hoffnung. Anders als in den Vorjahren steht dem Käfer wohl kein aussichtsreicher Sommer bevor.  mehr...

Baden-Württemberg

Rückgang der Schädlings-Population Weniger Borkenkäfer: Situation in baden-württembergischen Wäldern entspannt sich etwas

Borkenkäfer fressen sich ins Holz von Bäumen und schädigen die Wälder. Die gute Nachricht: Laut Forschern gibt es jetzt nicht mehr so viele der Schädlinge wie noch im Vorjahr.  mehr...

STAND
AUTOR/IN