STAND

Die Lebensmittelkontrolle war 2020 durch die Pandemie geprägt. Weil Gaststätten lange Zeit zu waren, wurde auch weniger kontrolliert. Eklige Funde machten die Kontrolleure trotzdem.

Video herunterladen (3,4 MB | MP4)

Rund 4.300 von insgesamt 12.500 Lebensmittelbetrieben hat die Stuttgarter Dienststelle Lebensmittelkontrolle im vergangenen Jahr kontrolliert. Das sind 2.000 weniger als 2019. Entsprechend sank auch die Zahl der Betriebe, die wegen unhygienischer Zustände beanstandet und geschlossen wurden.

Schimmelige Zapfanlage nach Wiedereröffnung

131 Betriebe hat die Lebensmittelkontrolle 2020 geschlossen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 176. Allerdings hängt auch das mit den Schließungen wegen der Pandemie zusammen. Genauso, wie manche Missstände, die die Kontrolleure entdeckten. Thomas Stegmanns, der Leiter des Amts für Lebensmittelüberwachung bei der Stadt Stuttgart, berichtet von einem Gastwirt, der nach dem ersten Lockdown im März 2020 die Zapfanlage abgehängt und sie nach Wiedereröffnung einfach wieder ans Bierfass anschloss - "verschimmelt, wie sie war. Dreckig, wie sie war", schilderte Stegmanns im SWR. "Glücklicherweise war der erste Gast nach der Wiedereröffnung ein Lebensmittelkontrolleur. Und der hat den Laden gleich wieder zugemacht."

Die Stuttgarter Lebensmittelkontrolleure haben 2020 auch verschimmelte Schneidebretter in Betrieben gefunden. (Foto: Stadt Stuttgart, Amt für Lebensmittelkontrolle)
Die Stuttgarter Lebensmittelkontrolleure haben 2020 auch verschimmelte Schneidebretter in Betrieben gefunden. Stadt Stuttgart, Amt für Lebensmittelkontrolle

Lebensmittel in 147 Fällen beschlagnahmt

Von den 4.300 kontrollierten Betrieben wurde gut die Hälfte (51,9 Prozent) beanstandet. Damit liegt die Quote nur leicht über der des Vorjahres. Außerdem untersuchten die Kontrolleure rund 2.250 Lebensmittelproben und Bedarfsgegenstände. Davon wurden rund ein Fünftel (19,6 Prozent) beanstandet. In 147 Fällen mussten Lebensmittel aus dem Verkehr genommen werden.

Dank der Pandemie: Weniger Lebensmittelvergiftungen

Wegen der Corona-Pandemie sank die Zahl der Verbraucherbeschwerden auf 282 (statt 390 wie im Vorjahr). Auch die sogenannten Lebensmittelvergiftungen gingen 2020 deutlich zurück: auf 57 Fälle (statt 114 wie im Vorjahr). Auch dies hängt nach Ansicht Stegmanns mit der Pandemie und geschlossenen Gaststätten zusammen.

Lebensmittelkontrollen in Rheinland-Pfalz Amt beanstandet 11 Prozent der Lebensmittelproben

Eine Injektionskanüle im Schweinenackenbraten und Keime in Würsten - bei mehr als 2.100 Proben erfüllten Lebensmittel und Bedarfsgegenstände in Rheinland-Pfalz zuletzt nicht die gesetzlichen Vorgaben.  mehr...

Zeitreise Lebensmittelfälschung

Gepanscht und gefälscht wird schon seit Jahrtausenden, nur die Methoden werden raffinierter. Ein unappetitlicher Ritt durch die Verbrauchergeschichte der Bundesrepublik.  mehr...

Detektiv-Arbeit im Labor Wie Spezialisten Krankheitserreger in Lebensmitteln nachweisen

Wenn Wurst, Fisch, Weichkäse oder der schnelle Imbiss to go Krankheitserreger enthalten, kann die Sache gefährlich werden. Doch Verbraucher führen die Experten oft auf die falsche Fährte.  mehr...

STAND
AUTOR/IN