Eine Frau läuft durch die Große Landesausstellung im Stuttgarter Naturkundemuseum (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Spuren des Menschen auf der Erde

Große Landesausstellung im Stuttgarter Naturkundemuseum: "Anthropozän" - das Zeitalter des Menschen

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Im Naturkundemuseum in Stuttgart beginnt eine neue Ausstellung rund um das Zeitalter des Menschen.

Der Mensch hinterlässt deutliche Spuren auf dem Planeten Erde. Forschende haben aufgrund der menschlichen Einflüsse ein neues Erdzeitalter ausgerufen. Als "Anthropozän", also als Menschen-Zeitalter, soll die Phase bekannt werden, in der die Menschen den Planeten geprägt und verändert haben. Wie sie selbst zur Naturgewalt geworden sind, will die neue große Landesausstellung in Stuttgart darstellen.

"Anthropozän" - ein neues Zeitalter der Erdgeschichte

Die Ausstellung im Naturkundemuseum trägt den Titel "Anthropozän - Zeitalter? Zeitenwende? Zukunft?". Im Mittelpunkt soll der Einfluss des Menschen auf Flora und Fauna, auf Erde, Wasser und Luft stehen. Unter anderem will das Museum nach Angaben des Hauses zeigen, wie der Mensch zum weltenprägenden Wesen wurde, wie er den Planeten verändert hat und welche Perspektiven er besitzt. Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni 2022 zu sehen.

Geologen teilen die Erdgeschichte in verschiedene Zeitalter ein. Demnach lebt die Menschheit derzeit im Holozän, das vor knapp 12.000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit begann. Geprägt wurde der Begriff "Anthropozän" im Jahr 2000 von dem US-Biologen Eugene Stoermer und dem niederländischen Meteorologen und Nobelpreisträger Paul Crutzen, dem früheren Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. Seitdem wird das Wort ständig verwendet, aber nicht als offizielle Epoche.

Der Mensch verursacht dauerhafte und unumkehrbare Veränderungen

Zu den Veränderungen durch den Menschen zählen neben dem Klimawandel die großräumigen Veränderungen der Kreisläufe etwa von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor, die Verbreitung von Plastik, Aluminium, Beton-Partikeln, Flugasche und radioaktivem Fallout sowie der beispiellose globale Rückgang von Tier- und Pflanzenarten. "Viele dieser Veränderungen sind geologisch dauerhaft und manche sind praktisch unumkehrbar", schrieb 2016 die Arbeitsgruppe, die zur Prüfung des Terminus eingesetzt worden war. Sie hatte als Beginn des Zeitalters die Mitte des 20. Jahrhunderts vorgeschlagen. Ein wichtiges Datum sei der erste Atombombentest am 16. Juli 1945, dessen Folgen sich auf der Erdoberfläche weltweit nachweisen lassen.

Die Stuttgarter Ausstellung wird finanziert vom Land Baden-Württemberg und gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg und die Baden-Württemberg Stiftung.

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