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Eingeschlagene Schaufenster, fliegende Pflastersteine: Vor einer Woche haben sich in Stuttgart dutzende Gruppen Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen zusammen.

+++ Die Entwicklungen im Live-Blog +++

Sonntag, 28. Juni

Mann attackiert Kamerateam in Stuttgarter Innenstadt

16:57 Uhr

Ein Kamerateam des Nachrichtensenders "Welt" ist laut Polizei während einer Live-Schalte in der Stuttgarter Innenstadt von einem Mann attackiert worden. Der zunächst Unbekannte habe am Sonntag mehrfach auf das Kamerastativ eingetreten, teilte die Polizei auf Twitter mit. Wie ein Polizeisprecher sagte, wurde wenig später ein 52-Jähriger vorläufig festgenommen. Er kam später wieder auf freien Fuß. Als Motiv habe der Mann angegeben, dass er nicht habe gefilmt werden wollen. Es sei niemand verletzt worden, den ersten Anzeichen nach sei auch kein Sachschaden entstanden. Sendersprecherin Kristina Faßler bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur den Angriff. Der Vorfall sei zur Anzeige gebracht worden. Sie betonte, das Kamerateam habe den Angreifer zuvor nicht gezielt gefilmt.

AfD-Kundgebung wegen Krawallnacht von Protesten begleitet

16:38 Uhr

Nach den Krawallen in Stuttgart vor gut einer Woche hat die AfD Baden-Württemberg am Sonntagnachmittag in der Innenstadt zu einer Protest-Kundgebung aufgerufen. Angekündigt wurde die Demonstration unter dem Motto "Zurück zum Rechtsstaat". Sie wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Berittene Einsatzkräfte und Wasserwerfer standen bereit. Die Polizei sperrte den Platz rund um die Demonstranten der AfD weiträumig ab, um zu verhindern, dass sie mit den Gegendemonstranten zusammentreffen. Diese versuchten von mehreren Seiten zu dem Platz zu kommen und protestierten mit viel Lärm gegen die Partei. Laut Polizei kam es zu einzelnen Auseinandersetzungen zwischen Beamten und mutmaßlich linken Gegendemonstranten.

Polizeikontrollen in der Innenstadt - Eindrücke im Video

10:03 Uhr

Hunderte Beamte waren in der Nacht auf Sonntag in der gut besuchten Stuttgarter Innenstadt unterwegs. Auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) machte sich vor Ort ein Bild.

Polizei mit Großaufgebot in Stuttgart - Bilanz des Wochenendes

8:26 Uhr

Nach den Krawallen in Stuttgart vor einer Woche sind abends und nachts hunderte Polizisten in der Innenstadt im Einsatz. Wie kommt das bei der Bevölkerung an und wie könnte eine langfristige Lösung aussehen?

Ruhige Nacht - zwei Festnahmen wegen Vorfällen vor einer Woche

6:48 Uhr

Auch die zweite Wochenendnacht ist nach Polizeiangaben weitgehend ruhig geblieben. Die Polizei war nach eigenen Angaben in der Nacht zum Sonntag erneut mit mehreren hundert Beamten im Einsatz. Am frühen Abend habe eine weitestgehend ausgelassene und entspannte Stimmung unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen geherrscht. Nach Mitternacht habe jedoch gegenüber den Einsatzkräften teilweise eine angespannte und gereizte Stimmung geherrscht. Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vor einer Woche seien im Laufe des Abends zwei Männer festgenommen worden, teilte die Polizei weiter mit. Ob sich der Verdacht gegen sie bestätige, sollten weitere Ermittlungen klären. Ein dritter Mann sei vorübergehend festgenommen worden, der Verdacht gegen ihn habe sich jedoch nicht erhärtet.

#Stadtgebiet Die Polizei ist in dieser Nacht erneut mit mehreren hundert Beamten in der Stuttgarter Innenstadt im Einsatz. Anlass sind die Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende. Zur Pressemeldung ▶ https://t.co/3sfgy6KWqa Eure #Polizei #Stutgart https://t.co/xPitj8Glli

Kontrollen in der Stuttgarter Innenstadt An Krawallen beteiligt? Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Bei Kontrollen in der Nacht zum Sonntag in Stuttgart hat die Polizei zwei Männer festgenommen, die an den Krawallen vor einer Woche beteiligt sein sollen. Die Polizei war erneut mit einem Großaufgebot im Einsatz.  mehr...

Sonntag, 28. Juni

SWR-Reporterin: Bisher keine größeren Zwischenfälle in Stuttgart

18:42 Uhr

Auch am Samstagnachmittag war die Polizei zufrieden: Der Tag sei ohne größere Zwischenfälle verlaufen, teilte die Stuttgarter Polizei mit. Nach den Ausschreitungen am vergangenen Wochenende in Stuttgart sind seit Freitagabend hunderte Polizisten zusätzlich im Einsatz. Bislang spricht die Polizei von einer positiven Bilanz ohne besondere Vorkommnisse. SWR-Reporterin Magdalena Haupt berichtet vom Eckensee in der Stuttgarter Innenstadt.

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"Silent Demo" in Stuttgart: Demonstration gegen Rassismus verläuft friedlich

17:38 Uhr

Nach den Ausschreitungen am vergangenen Wochenende in Stuttgart sind seit Freitagabend hunderte Polizisten zusätzlich im Einsatz. Bislang spricht die Polizei aber von einer positiven Bilanz ohne besondere Vorkommnisse. Auch am Samstagnachmittag war die Polizei zufrieden. Im Innenstadtbereich waren verschiedene Demonstrationen angemeldet worden. Zu einer "Silent Demo" unter anderem gegen Rassismus kamen rund 1.000 Menschen. Die Stimmung blieb friedlich, aber auch hier zeigte die Polizei deutliche Präsenz, damit Situationen gar nicht erst eskalieren können.

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CDU-Generalsekretär zur Randale in Stuttgart: "Das sind einfach Kriminelle"

11:57 Uhr

Zu der zerstörerischen Randale in Stuttgart hat sich auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak geäußert. Im SWR Interview nennt er die Krawallmacher "einfach Kriminelle". Es gebe Vorfälle, die in der Gesellschaft nicht so geächtet würden, wie er sich das wünsche. Bei Demonstrationen würden Angriffe auf Polizisten immer wieder als Widerstand deklariert. "Das ist aber kein Widerstand, das ist eine Straftat", sagte er.

Besseres Sicherheitsgefühl? Stuttgarter uneinig wegen erhöhter Polizeipräsenz

10:34 Uhr

Nach den Krawallen und Plünderungen am vergangenen Wochenende hat die Polizei in der Stuttgarter Innenstadt verstärkt Präsenz gezeigt. Wie kam das bei den Menschen an? Unser Reporter hat nachgefragt.

Keine größeren Zwischenfälle in Stuttgarter Innenstadt

7:00 Uhr

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart am vergangenen Wochenende ist es in der Nacht zum Samstag weitgehend ruhig geblieben. Die Nacht sei ohne größere Zwischenfälle verlaufen, teilte die Stuttgarter Polizei am frühen Morgen mit. Es habe die "wochenendtypische" Anzahl an Vorfällen gegeben. Bei Kontrollen insbesondere um den Schlossplatz hätten die Einsatzkräfte jedoch eine zum Teil aggressive Grundstimmung festgestellt. Zudem hätten viele Schaulustige die polizeilichen Maßnahmen beobachtet.

#stgt2606 Nach den Ausschreitungen am vergangenen Wochenende ist es in der Nacht von Freitag auf Samstag in der Stuttgarter Innenstadt weitgehend ruhig geblieben. Zur Pressemeldung ▶️ https://t.co/gMxuMtpJiV Eure #Polizei #Stuttgart https://t.co/4umFFdEzNo

Hunderte Beamte sollen Eskalation verhindern Polizeibilanz: Keine größeren Zwischenfälle in Stuttgart

Nach den Ausschreitungen am vergangenen Wochenende in Stuttgart sind seit Freitagabend hunderte Polizisten zusätzlich im Einsatz, bislang ohne besondere Vorkommnisse.  mehr...

Samstag, 27. Juni

Weitere Polizisten verletzt

17:03 Uhr

Die Zahl der verletzten Polizisten hat sich mittlerweile auf 32 erhöht. Das sagte Polizeisprecherin Monika Ackermann. Von ihnen sei aber niemand schwer verletzt. Die Einsatzkräfte wurden in der Krawall-Nacht unter anderem mit Flaschen und Steinen beworfen.

Innenminister Strobl will Gaffer härter bestrafen

16:40 Uhr

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) will nach den Erfahrungen der Krawallnacht härtere Strafen für Gaffer und grölende Zuschauer. „Ich plädiere dafür, den Straftatbestand des Landfriedensbruches auszweiten, um auch die, die johlend und gröhlend dabei stehen, wenn Polizisten und Einsatzkräfte angegriffen werden, in Haftung nehmen zu können“, so Strobl. Beim Landfriedensbruch geht es eigentlich um Straftaten, die aus großen Menschenmengen heraus begangen werden und dadurch die öffentliche Sicherheit gefährden. Landfriedensbruch wird laut Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Stuttgarter Polizei kündigt für Wochenende erhöhte Präsenz an

14:30 Uhr

In einem SWR-Interview sprach Polizeihauptkommissarin Monika Ackermann von einer erhöhten Polizeipräsenz in der Innenstadt am Wochenende. Man stelle sich wegen des guten Wetters auf eine volle Stadt ein. Laut Ackermann setze die Polizei auf eine frühzeitige Einschätzung der Stimmung sowie Kommunikation als stärkste Waffe. Das ganze Interview finden Sie hier.

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Stuttgarter Gemeinderat verurteilt Ausschreitungen scharf

10:12 Uhr

Der Stuttgarter Gemeinderat hat die gewalttätigen Ausschreitungen am vergangenen Wochenende scharf verurteilt. Der Rat tagte erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder in voller Besetzung - in der Liederhalle, nicht im Rathaus. Gewalttäter hätten versucht, der Stadt ein Gesicht zu geben, für welches sie noch nie gestanden habe und niemals stehen würde. So heißt es in einer Resolution, die am Donnerstag bei acht Enthaltungen verabschiedet wurde. Über Jahrzehnte sei die Stadt ein Paradebeispiel für erfolgreiches Zusammenleben gewesen. Die Party-Szene dürfte nicht für die Krawalle verantwortlich gemacht werden, sondern die Täter müssten als das bezeichnet werden, was sie sind: hemmungslose Gewalt- und Straftäter, heißt es in der Resolution.

Landespolizeipräsidentin: Randale-Nacht wird sich so nicht wiederholen

7:55 Uhr

"Das, was sich am letzten Wochenende ereignet hat, das wird sich in Stuttgart für uns so nicht wiederholen", sagte die Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz im SWR-Interview. Dazu würden an den kommenden Wochenenden deutlich mehr Polizisten, teilweise beritten und mit Hunden, unterwegs sein. Außerdem werde jetzt ein Maßnahmenpaket mit der Stadt geschnürt, das Alkoholverbote, Videoüberwachung und die begleitende Sozialarbeit beinhalte. So will man auf die Ausschreitungen in der vergangenen Samstagnacht mit Verletzten, geplünderten Geschäften und massiver Gewalt gegenüber der Polizei reagieren. Inzwischen sind laut Hinz hundert Ermittler dabei, den über 2.000 Hinweisen nachzugehen und die Masse an Videos auszuwerten.

Freitag, 26. Juni

Die Meldungen von Donnerstag, 25. Juni

Sozialberater: "Migrationsdebatte spielt eine untergeordnete Rolle"

21:12 Uhr

Nach der Krawallnacht in Stuttgart geht die Diskussion um die Nationalitäten der Tatverdächtigen weiter. So fragen sich einige: Spiel ein Migrationshintergrund eine Rolle bei gewaltbereiten Jugendlichen? Markus Deck, Leiter Fachbereich Gewaltprävention, Sozialberatung Stuttgart, ist nicht dieser Meinung:

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Polizei: Weitere Verdächtige ermittelt

19:46 Uhr

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart gibt es zwei weitere Verdächtige und eine weitere Person sitzt in Untersuchungshaft. Das teilte der stellvertretende Stuttgarter Polizeipräsident Thomas Berger in der Gemeinderatssitzung der Stadt mit. Damit spricht die Polizei mittlerweile von insgesamt 27 Verdächtigen, die in Stuttgart randaliert haben sollen. Nach Angaben von Polizeivizepräsident Berger beträgt der Schaden an den Geschäften aktuell über 100.000 Euro. Berger sagte außerdem, die Polizei werde kommendes Wochenende mit mehreren Hundert Beamten in der Innenstadt präsent sein. Den Bürgern versicherte er, dass die Polizei nun keine Rache wolle. Sie wolle allerdings verhindern, dass solche Gewalt nochmals passiere.

Stuttgarter Gemeinderat verurteilt Randale

19:38 Uhr

Der Stuttgarter Gemeinderat hat die Ausschreitungen des vergangenen Wochenendes scharf verurteilt. Hemmungslose Gewalttäter hätten versucht, der Stadt "ein Gesicht zu geben, für welches sie noch nie stand und niemals stehen wird", heißt es in einer Resolution, die bei acht Enthaltungen am Donnerstag verabschiedet wurde. Der Gemeinderat mahnt in dem Papier, nicht pauschal ganze Gruppen zu verurteilen oder die Partyszene verantwortlich zu machen, sondern die Täter "als das bezeichnet werden, was sie sind: hemmungslose Gewalt- und Straftäter". Nun müssten verstärkt geeignete Maßnahmen und Aktivitäten angegangen werden, damit es nie wieder zu solchen Gewaltexzessen kommen könne.

Polizei wertet 6.500 Handyvideos aus

14:45 Uhr

Nach den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt hat die Polizei die Bevölkerung um Hilfe bei den Ermittlungen gebeten. Viele Menschen hatten in der Nacht die Plünderungen und Sachbeschädigungen auf dem Handy festgehalten. 6.500 Handyvideos hat die Stuttgarter Polizei bisher aus der Bevölkerung erhalten und wertet diese nun aus. Unterstützt wird sie dabei von sogenannten "Super Recognisern". Das sind Polizeikollegen, die Gesichter auch Monate später noch wiedererkennen und Straftäter so identifizieren können.

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Stuttgart wehrt sich gegen Vorwürfe der Polizeigewerkschaft

13:22 Uhr

Die Stadt Stuttgart weist den Vorwurf zurück, sie sei mitverantwortlich für die Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende. Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, hatte der Stadtverwaltung vorgeworfen, sie hätte die schon länger bekannten Probleme mit der Szene, die sich dort treffe, ignoriert. Ein Sprecher der Stadt hielt am Mittag im SWR dagegen, die Verwaltung agiere immer auf Basis dessen, wie die Polizei die Lage einschätze. Die Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei solle helfen, solchen Ausschreitungen vorzubeugen. Am vergangenen Samstag habe man am Abend "italienische Verhältnisse" gehabt, die Leute seien zunächst friedlich im Freien gewesen. Ein Gewaltausbruch in dieser Dimension sei von niemanden vorhergesehen worden. Außerdem habe die Polizei noch im Februar den oberen Schlossgarten, das Areal rund um den Eckensee, nicht als Kriminalitätsbrennpunkt eingestuft. An den kommenden Wochenenden soll die Gegend, von der die Ausschreitungen ihren Anfang nahmen, verstärkt gesichert und überwacht werden.

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Polizisten bekommen Sonderurlaub

13:11 Uhr

Die 280 Polizisten, die bei den Ausschreitungen in der Nacht zum Sonntag im Einsatz waren, bekommen einen Tag Sonderurlaub. Das habe Innenminister Thomas Strobl (CDU) entschieden, um den Beamten zu danken und ihnen Anerkennung und Respekt zu zollen, teilte das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Strobl sprach von einer enormen Belastung für die Polizisten in der Krawall-Nacht. "Tätlich angegriffen, mit Steinen beworfen, aufs Hässlichste beschimpft zu werden - das ist ein schlimmer Umgang mit den Menschen, die für unser aller Sicherheit sorgen, die für uns den Kopf hinhalten." Mit dem freien Tag sollen die Beamten die schlimmen Ereignisse besser verarbeiten können.

Suchtexperten fordern nach Randale nächtliches Alkoholverkaufsverbot

12:22 Uhr

Nach der Stuttgarter Randale-Nacht fordern Suchtexperten ein erneutes nächtliches Alkoholverkaufsverbot in Baden-Württemberg. "Das Verbot ist damals ohne Not eingestellt worden", sagte Christa Niemeier von der Landesstelle für Suchtfragen Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart. Es sei aber hilfreich gewesen, um alkoholbedingte Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zu reduzieren. Außerdem hätten die Polizeieinsätze an den Brennpunkten in der Nähe der Verkaufsstellen zurückgefahren werden können. Ein nächtliches Verkaufsverbot von 22 bis 5 Uhr galt seit 2010 für Supermärkte und Tankstellen, es wurde durch die grün-schwarze Landesregierung Ende 2017 aufgehoben. Dafür können die Kommunen Alkoholkonsumverbote an bestimmten Plätzen aussprechen, um nächtliche Saufgelage zu verhindern.

Seehofer verzichtet auf Anzeige gegen "taz"-Kolumnistin

10:24 Uhr

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will jetzt doch keine Anzeige gegen eine Kolumnistin der "tageszeitung" erstatten. Der CSU-Politiker hatte eine Verbindung zwischen dem Artikel, der Verrohung der Sprache und den Ausschreitungen in Stuttgart hergestellt. Die Journalistin hatte in einem Kommentar überlegt, dass Polizisten, wenn man die Polizei abschaffen würde, doch auf einer Mülldeponie arbeiten könnten. Zum Schluss hieß es in dem Text: "Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten." In einer Stellungnahme teilte Seehofer am Donnerstag mit, er werde das beim Deutschen Presserat monieren, weil es sich wegen der menschenverachtenden Wortwahl um einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Pressekodex handele. Er verwies darauf, dass es bereits Strafanzeigen von anderen gebe.

Polizeigewerkschaft wirft der Stadt Stuttgart Versäumnisse vor

6:30 Uhr

Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat der Stadt Stuttgart im Zusammenhang mit den Gewaltexzessen in der Innenstadt schwere Vorwürfe gemacht. Eigentlich müsste im Stuttgarter Rathaus niemand über die Auseinandersetzungen in der Nacht zu Sonntag überrascht gewesen sein, sagte der Landesvorsitzende Ralf Kusterer der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausschreitungen hätten sich schon länger angedeutet.

Probleme besonders mit "jugendlichen und heranwachsenden Tätern mit überwiegendem Migrationshintergrund" hätten die Polizei in den vergangenen Wochen vermehrt beschäftigt und seien der Stadtverwaltung seit langem bekannt gewesen. "Die Problemszene versammelt sich dort auf öffentlichen Grünflächen, um nahezu ungehindert auch Drogen und Alkohol zu konsumieren", so Kusterer mit Blick auf die Gegend rund um den Eckensee, wo die Ausschreitungen am Wochenende ihren Anfang nahmen. Diese Szene sei äußerst aggressiv und respektlos, bedrohe Polizisten und habe mit dem Stuttgarter Event-Publikum überhaupt nichts zu tun. Forderungen der Polizei nach einer Durchsetzung des Grünflächenverbots seien von der Stadt ignoriert worden.

Donnerstag, 25. Juni

Die Meldungen von Mittwoch, 24. Juni

Innenminister Strobl: "Das sind Kriminelle, ein widerwärtiger Mob"

21:02 Uhr

Der baden-württembergische Landtag hat heute über die Krawallnacht vom Wochenende debattiert. Innenminister Thomas Strobl (CDU) verwies auf seine Einstellungsoffensive, durch die hunderte Polizisten zusätzlich in Dienst gestellt würden. Er verwies auch darauf, wie wichtig für die Ermittlungen die Bodycams der Beamten seien. Diese werden seit einem Jahr genutzt. Der Grünen-Abgeordnete Hans-Ulrich Sckerl sieht auch Integrationsprobleme als Ursache der Ausschreitungen. Es gebe offensichtlich Konflikte, die bisher ignoriert worden seien. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke führte die Krawalle unter anderem auf die Corona-Politik der Landesregierung zurück. Die Beschränkungen führten in gewissen Bevölkerungskreisen zu mehr Aggression.

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Polizist soll sich bei Randalen rassistisch geäußert haben

20:37 Uhr

Die Polizei in Stuttgart ermittelt gegen einen Beamten, der in der Krawall-Nacht im Einsatz war und sich wohl fremdenfeindlich über Randalierer geäußert hat. Das hat die Polizei dem SWR bestätigt:

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Strobl: "Sonntags Radau, montags Bau"

15:23 Uhr

Die Abgeordneten im Stuttgarter Landtag haben der Polizei im Land den Rücken gestärkt und harte Strafen für die Tatverdächtigen gefordert. Ein Drittel der Tatverdächtigen sei inhaftiert, betonte Innenminister Thomas Strobl (CDU): "Sonntags Radau, montags Bau. Und ich hoffe, dass die Strafe für diese schrecklichen Taten auch auf dem Fuße folgt." FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke kritisierte den Innenminister. Dieser habe sich nach eigener Aussage schon im vergangenen Jahr über Entwicklungen in Stuttgart gewundert, daraus aber keine Konsequenzen gezogen. Eine "idiotische Zerstörungswut" diagnostizierte Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch sprach von "Idioten", die es darauf anlegen, die freie Gesellschaft kaputt zu machen.

Polizeisprecher: Über Soziale Netzwerke Mittäter mobilisiert

15:04 Uhr

Derzeit wertet die Polizei den Einsatz am Wochenende aus. Die Beamten wurden von den Gewalttätern überrascht. Das sorgte auch für Kritik "von vermeintlichen Experten", wie sich ein Sprecher ärgert:

Nach Straßenschlachten in Stuttgart Polizeisprecher: Über Soziale Netzwerke Mittäter mobilisiert

Nach den Stuttgarter Krawallen am Wochenende wertet die Polizei den Einsatz aus. Die Beamten wurden von den Gewalttätern überrascht. Das sorgte auch für Kritik "von vermeintlichen Experten", wie sich ein Sprecher ärgert.  mehr...

Polizei nimmt 15-Jährigen fest

14:35 Uhr

Kriminalbeamte haben am Dienstagnachmittag in Stuttgart einen 15-Jährigen festgenommen. Er steht im Verdacht, sich an den Plünderungen am vergangenen Wochenende beteiligt zu haben. Das hat die Polizei am Mittwoch mitgeteilt. Intensive Ermittlungen hätten auf seine Spur geführt. Er soll im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden. Damit sind es nun 26 Tatverdächtige. Acht von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, einer wegen Verdachts auf versuchten Totschlag. Ein weiterer Haftbefehl war gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden.

Polizei richtet Hinweistelefon ein

14:21 Uhr

Die Polizei Stuttgart hat im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in der Innenstadt ein Hinweistelefon eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800 503 503 533 können Bürger Hinweise zu Tatverdächtigen oder mutmaßlichen Straftaten geben.

Streetworker: Alkohol und Gruppendynamik spielten große Rolle

14:20 Uhr

Warum kam es Samstagnacht zu den heftigen Ausschreitungen in Stuttgart – und wie hätten sie verhindert werden können? Darüber hat SWR1 Baden-Württemberg mit Streetworkern aus der Landeshauptstadt gesprochen.

Suche nach den Ursachen Streetworker zu Stuttgarter Krawallen: Alkohol und Gruppendynamik spielten große Rolle

Warum kam es Samstagnacht zu den heftigen Ausschreitungen in Stuttgart – und wie hätten sie verhindert werden können? Darüber hat SWR1 Baden-Württemberg mit Streetworkern aus der Landeshauptstadt gesprochen.  mehr...

Stuttgarter Polizei bedankt sich für Zuspruch

13:44 Uhr

Mit emotionalen Worten hat sich die Stuttgarter Polizei für den Zuspruch nach dem Einsatz in der Randale-Nacht bedankt. Sie warb zudem um Verständnis. Beamte in Uniform seien zwar die Vertreter des Staates. "Wir sind aber ebenso selbstverständlich auch Menschen mit Herz und Verstand, wir haben Familie und wollen am Abend, wie jeder andere in unserer Gesellschaft, wieder heil zu Hause ankommen", heißt es in einer Stellungnahme der Polizisten.

#Danke Nach den Ereignissen vom Wochenende erhalten wir viel Zuspruch. Viele erreichen uns per Mail & Social-Media, andere schreiben Briefe oder rufen uns an. Dafür möchten wir uns bei Euch bedanken. Zu unserer Pressemeldung ▶ https://t.co/Xj7AuRFkZx Eure #Polizei #Stuttgart https://t.co/ACR5SFsAvc

Fiechtner lässt sich aus Landtag tragen

13:30 Uhr

Der fraktionslose frühere AfD-Abgeordnete Heinrich Fiechtner wird für die nächsten fünf Plenartage von den Sitzungen des Landtags ausgeschlossen. Dies hat das Präsidium einstimmig beschlossen. Auch AfD-Fraktionschef Bernd Gögel hat dem Ausschluss nach SWR-Informationen zugestimmt. Fiechtner hatte in der Debatte über die Krawalle in Stuttgart zum wiederholten Mal mit verbalen Ausfällen Ordnungsrufe provoziert. Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) erteilte ihm zwei Ordnungsrufe und verwies ihn dann des Saales. Da Fiechtner den Saal nicht verlassen wollte, wurde er von der Polizei hinausgetragen. Eine ähnliche Situation hatte sich bereits Ende April ereignet. Damals wurde Fiechtner nach Pöbeleien im Plenarsaal von der Polizei hinausgeführt. Danach war er für drei Sitzungen ausgeschlossen worden.

Polizeigewerkschaft will bessere Schutzausrüstung

13:19 Úhr

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Baden-Württemberg fordert eine bessere Schutzausrüstung für Polizisten. Der Einsatz am Wochenende habe gezeigt, dass die Beamten den randalierenden Angreifern teilweise schutzlos ausgesetzt gewesen seien. Die vorhandenen sogenannten Amok-Ausrüstungen seien zum Beispiel bei Flaschen- und Steinwürfen ungeeignet. "Hier muss jetzt endlich schnell nachgesteuert werden", bekräftigte der Landesvorsitzende Ralf Kusterer. Die Gewerkschaft vermutet überdies, dass bei den Ausschreitungen mehr Polizisten verletzt wurden als bislang angenommen, da nicht jeder Betroffene Verletzungen im Nachhinein melde.

Lebhafte Landtagsdebatte

11:45 Uhr

Der baden-württembergische Landtag debattiert seit dem Vormittag über die Aufarbeitung der Krawalle. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Andreas Stoch, verurteilte die Ausschreitungen: "Man muss merken, dass Härte des Gesetzes Realität ist", so Stoch. Mit Aufräumen sei es nicht getan, die Polizei dürfe nicht alleingelassen werden.

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Auch Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz kritisierte die "blinde Zerstörungswut" in der Nacht zum Sonntag. Bei den Tätern handele es sich um Kriminelle, aber es liege kein politischer Hintergrund vor. In jedem Fall gelte: "Hass und Gewalt gegen die Polizei dulden wir nicht", so Schwarz.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Blenke sprach den verletzten Polizisten sein Mitgefühl aus. Sie verdienten, dass sich die Gesellschaft hinter sich stellen.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Bernd Gögel sagte, man befinde sich mit Blick auf die Vorkommnisse in einem "Bürgerkrieg". Er fragte sich, seit wann "das internationale Partyvolk" 'allahu akbar' rufend durch die Straßen laufe. "Ist das die neue Ordnung in der wir leben wollen", so Gögel an Innenminister Thomas Strobl (CDU) gerichtet. Man fordere eine Festnahme aller Beteiligten der Krawallen.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke sagte, man mache es sich zu einfach, wenn man "wie die SPD" davon spreche, dass kein politischer Hintergrund vorliege. "Da steckt doch was anderes dahinter, die Polizisten wurde deswegen angegriffen, weil sie für unseren Staat, für unsere Demokratie stehen." Straftaten müssten mit aller Härte verfolgt werden.

Grünen-Innenexperte: "Da spielt auch Migration eine Rolle"

11:20 Uhr

Für den innenpolitischen Sprecher der Grünen-Fraktion, Uli Sckerl, haben die Ausschreitungen der Stuttgarter Krawallnacht auch mit Integrationsproblemen zu tun. Es gebe in Stuttgart mittlerweile eine heterogene Stadtgesellschaft, sagte Sckerl auf die Frage, warum die Gewalt ausgerechnet dort eskalierte. Und es gebe offensichtlich Konflikte, die vielleicht nicht von allen gesehen oder die bisher ignoriert worden seien. "Da spielt sicherlich auch Migration eine Rolle. Das wollen wir gar nicht verheimlichen. Es gibt keine einfache schöne Multikulti-Welt, sondern es gibt eine Realität, in der auch Migration und nicht gelungene Integration eine Rolle spielt."

Sckerl sagte, es gehe dabei nicht immer nur um Flüchtlinge und Leute, die vielleicht ein Jahr da seien und sich nicht integrieren ließen. Es sei vielschichtiger. "Wir haben junge Leute in der dritten oder vierten Generation, die auch von der Gesellschaft anerkannt werden und dann in Parallelwelten abtauchen", sagte er. Das müsse man tabulos und kritisch aufarbeiten und nachbessern. Etwa jeder zweite bislang Festgenommene aus der Krawallnacht hat einen deutschen Pass, darunter haben mehrere Personen einen Migrationshintergrund. Neun der Festgenommenen weisen nach aktuellem Kenntnisstand einen Flüchtlingsbezug auf.

SPD kritisiert Polizeiwagen-"Kulisse" bei Seehofer-Besuch

10:43 Uhr

Baden-Württembergs SPD-Generalsekretär Sascha Binder hat das Aufstellen eines demolierten Polizeifahrzeugs beim Besuch von Innenminister Horst Seehofer (CSU) kritisiert. Das kaputte Auto sei extra noch einmal für den gemeinsamen Termin mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) und Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) vorgefahren worden, hatte zuvor der Sender "n-tv" berichtet. Dadurch entstanden mehrere Fotos, die die Politiker neben dem beschädigten Einsatzwagen zeigten.

Das geht gar nicht! Wer sich so inszeniert, überspannt den Bogen und hat nicht verstanden, dass es sich verbietet die Nacht in #Stuttgart bei der Polizistinnen und Polizisten verletzt wurden, politisch auszuschlachten ! https://t.co/ZCouiYbMkc

Polizei weitet Ermittlungsgruppe aus

10:11 Uhr

Nach den Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt hat die Polizei einen weiteren Tatverdächtigen ermittelt. Darüber hat Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer nicht öffentlichen Sondersitzung den Innenausschuss des Landtags informiert. Damit sind es nach den Ausschreitungen vom Wochenende nun 26 Tatverdächtige. Zudem sei die Ermittlungsgruppe von 40 auf 75 Personen erweitert worden.

Polizei klärt Barfuß-Fotos auf

9:47 Uhr

Nachdem mehrere Fotos vorläufig Festgenommener in den vergangenen Tagen vor allem im Netz kontrovers diskutiert wurden, hat das Stuttgarter Polizeipräsidium für Aufklärung gesorgt. Demnach seien die abgebildeten, mutmaßlichen Randalierer nicht gezwungen worden, barfuß zu laufen. Die Schuhe der Männer seien als Beweismaterial sichergestellt worden, angebotene Ersatzschuhe hätten die Personen abgelehnt, so die Beamten via Twitter.

Ein mutmaßlicher Randalierer wird in Stuttgart in ein Gericht gebracht. (Foto: 7 aktuell)
7 aktuell

Mehrere Hundertschaften am Wochenende in Stuttgart

7:11 Uhr

Nach den Krawallen in Stuttgart bereitet sich die Polizei nach eigenen Angaben schon intensiv auf das nächste Wochenende vor. Man werde mehrere hundert Beamte im Einsatz haben, so Polizeisprecher Stefan Keilbach im SWR. Das seien völlig andere Dimensionen, man werde sehr deutlich präsent sein. Keilbach sprach davon, mehrere Hundertschaften nach Stuttgart zu holen, was man sicher nicht nur für ein Wochenende tun werde.

Krawalle beschäftigen Landtag von Baden-Württemberg

6:22 Uhr

Die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt am vergangenen Wochenende beschäftigen nun auch das Parlament. Innenminister Thomas Strobl (CDU) will in einer nicht öffentlichen Sondersitzung am Vormittag den Innenausschuss über den aktuellen Ermittlungsstand informieren. Auch in der daran anschließenden Landtagssitzung wollen die Parlamentarier über die Krawalle sprechen.

Mittwoch, 24.6.

Die Meldungen von Dienstag, 23.6.

Gewerkschaften fordern besseren Schutz für öffentlich Beschäftigte

21:54 Uhr

Der BBW-Beamtenbund Tarifunion forderte, der zunehmenden Gewalt gegenüber öffentlich Beschäftigten müsse endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Vor allem bei der Strafverfolgung solle nachgebessert werden. Einen anderen Akzent setzte der Bezirksvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Baden-Württemberg in einer Resolution. Verbunden mit Dank an Polizisten und Rettungskräfte fordert der DGB ein Maßnahmenpaket gegen Gewalt im öffentlichen Dienst. Auch seine Initiative "Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch" verweise darauf, dass mehr als zwei Drittel der Beschäftigten im öffentlichen Sektor in den vergangenen zwei Jahren während der Arbeit beleidigt, beschimpft, bedroht oder angegriffen worden seien. Zur Prävention sei unabdingbar, Jugendlichen Perspektiven zu geben und die Bildungschancen zu verbessern.

Strobl: "Aggressive Menge" bot Gewalttätern Schutz

21:46 Uhr

Die von der Polizei genannten bis zu 500 beteiligten Personen hätten bei den Krawallen nicht alle Straftaten begangen, erklärte Strobl am Dienstag. "Sondern das war die aggressive Menge." Er sprach von denen, die anfeuerten, johlten, anstachelten und klatschten - und den Gewalttätern möglicherweise Schutz boten. Auch das gehe gar nicht. Nicht jede aggressive Äußerung sei aber gleich eine Straftat. Strobl hofft, dass es zu weiteren Festnahmen kommt. Die Strafverfolgung sei noch nicht abgeschlossen, sagte er. Man werte deshalb nun Bilder und Videos aus.

FDP-Politiker warnt vor vorschnellem Handeln

21:21 Uhr

Der innenpolitische Sprecher der baden-württembergischen FDP-Fraktion, Ulrich Goll, warnt in der Debatte um neue Sicherheitsmaßnahmen in Stuttgart vor überstürzten Entscheidungen. Dass die Landesregierung der Stadt Stuttgart nun Maßnahmen wie die Ausweitung der Videoüberwachung und Verbotszonen für Alkoholkonsum nahelege, sollte nicht vorschnell begrüßt werden. Besondere Sicherheitszonen führten oft nur zur Verlagerung von Problemen, so Goll. Die Sicherheit im öffentlichen Raum hänge ganz entscheidend von der Präsenz der Polizei ab und von Konsequenz - schon bei der Verfolgung kleinerer Delikte und der Abschiebung auffälliger Ausländer.

Kolumne zu möglichem Alkoholkonsumverbot in Stuttgart

19:59 Uhr

Bei den Stuttgarter Krawallen sollen Drogen und Alkohol im Spiel gewesen sein. Die baden-württembergische Landesregierung selbst hat das nächtliche Alkoholverkaufsverbot 2017 aufgehoben. Das kommentiert SWR-Redakteur Martin Rupps in seiner Kolumne:

Diskussion um Alkoholverbot. Ein Kommentar Koalition der Alkoholversorger

Bei den Stuttgarter Krawallen sollen Drogen und Alkohol im Spiel gewesen sein. Die baden-württembergische Landesregierung selbst hat das nächtliche Alkoholverkaufsverbot aufgehoben.  mehr...

Seehofer hat Anzeige gegen taz-Mitarbeiterin noch nicht gestellt

19:41 Uhr

Die Hängepartie um die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angekündigte Strafanzeige gegen eine Mitarbeiterin der Tageszeitung "taz" dauert an. Bis zum Dienstagabend wurde noch keine Entscheidung bekannt. Seehofer hatte am Sonntag angekündigt, die Autorin am Montag wegen einer polizeikritischen Kolumne anzuzeigen, am Montag dann aber doch Zweifel an einem solchen Schritt erkennen lassen. Für Dienstag sagte der Minister kurzfristig alle öffentlichen Termine ab. Politiker zeigten sich irritiert.

Deutscher Presserat: besorgt über angedrohte Anzeige gegen taz-Mitarbeiterin

19:23 Uhr

Der Deutsche Presserat zeigte sich besorgt über die von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angedrohte Anzeige einer "taz"-Mitarbeiterin. "Der Weg über das Strafrecht ist immer mit Einschüchterung verbunden", sagte Presserat-Geschäftsführer Roman Portack der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). "Eine Folge dieses Falls könnte daher sein, dass Journalisten möglicherweise später einmal zögern, bevor sie etwas veröffentlichen. Wir wollen aber keine Schere im Kopf." Gleichwohl sei es das Recht des CSU-Ministers, gegen Zeitungskolumne vorzugehen, sagte der Presseratsvertreter. Es stünde einem Bundesminister des Inneren aber besser zu Gesicht, den Fall von der Selbstkontrolle der Presse, dem Deutschen Presserat, klären zu lassen. Beim Deutschen Presserat lagen zu Wochenbeginn bereits rund 300 Beschwerden über die polizeikritische "taz"-Kolumne vor. Seehofer hatte zwischen dieser und den Krawallen vom Wochenende eine Verbindung hergestellt.

Stadt erklärt sich zu Sicherheitspartnerschaft mit Land bereit

16:40 Uhr

Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) erklärte, die Stadt sei gerne bereit, eine förmliche Sicherheitspartnerschaft mit dem Land einzugehen. Die Stadt und die Polizei pflegten seit Jahren eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sie prüften, ob an bestimmten Punkten eine Videoüberwachung eingeführt oder ein Alkoholkonsumverbot verhängt werden könnten. "Das geht nur, wenn es dafür eine Rechtsgrundlage oder eine polizeiliche Lage gibt", sagte Schairer. "Noch Mitte Februar war nach Einschätzung der Polizei der Obere Schlossgarten kein Kriminalitätsbrennpunkt."

Jugendarbeiter: Alkoholverbot würde "Problem verlagern"

16:01 Uhr

Derzeit wird in Stuttgart über ein Alkoholverbot diskutiert. "Ich glaube, das das Problem nur verlangern würde", sagte hingegen Jugendarbeiterin Anna Krass im SWR-Interview. Ihr Kollege Simon Fregin gibt zu Bedenken, dass auf dem kleinen Schlossplatz nicht nur junge, randalierende Menschen Alkohol konsumierten. "Da sitzen auch Studierende, da trinkt vielleicht auch ein Opernbesucher noch sein Glas Sekt."

Kommunen klagen über zu hohe Hürden für Alkoholkonsumverbote

15:22 Uhr

Für Kommunen in Baden-Württemberg ist es nach Ansicht der Städte und Gemeinden überaus schwer, Alkohol auf öffentlichen Plätzen zu verbieten. "Wegen der hohen Hürden können nur wenige Städte das Instrument nutzen", sagte die Landeschefin des Städtetags, Gudrun Heute-Bluhm, am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Gesetz setze relativ enge Grenzen, was die bereits vorgefallenenen Straftaten am jeweiligen Ort angehe. Eine Sprecherin des Gemeindetags äußerte sich ähnlich. Die rechtliche Grundlage für Alkoholkonsumverbote sei eher für drei oder vier Großstädte gestrickt worden. "Sie geht auf die Erfordernisse kleinerer Städte und Gemeinden gar nicht ein", so die Sprecherin weiter.

Festgenommene Tatverdächtige waren stark betrunken

14:25 Uhr

Viele der 25 festgenommenen Tatverdächtigen aus der Stuttgarter Krawallnacht waren stark betrunken. Das sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Dienstag in Stuttgart. Der höchste Alkoholwert sei mit 2,34 Promille bei einem 20-Jährigen festgestellt worden. Untersuchungen zu einem möglichen Drogenkonsum bei den Festgenommenen dauerten noch an. Die Tatverdächtigen sind laut Strobl zwischen 14 und 33 Jahren alt. 15 von ihnen waren der Polizei bereits bekannt.

Kretschmann: Keine "amerikanischen Verhältnisse" bei deutscher Polizei

14:17

Die deutsche Polizei ist nach Einschätzung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nicht mit der Polizei in den USA zu vergleichen. "Wir haben bei unserer Polizei keine amerikanischen Verhältnisse“, sagte er am Dienstag in Stuttgart. Die Beamten in Deutschland zögen nicht sofort die Schusswaffe. In Deutschland sei es auch nicht zulässig, auf dem Hals eines Menschen zu knien. Selbst bei einem so brutalen Vorgehen wie jüngst in Stuttgart habe die Polizei besonnen und umsichtig gehandelt. "Die Polizei hat nicht nur unseren Respekt verdient, sie hat auch unser Vertrauen verdient.“

Stuttgarter Verwaltung prüft Videoüberwachung

14:08

Nach Angaben des Stuttgarter Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne) prüft die Verwaltung eine Videoüberwachung an ausgewählten Plätzen in der Stadt. Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, befürwortet eine solche Videoüberwachung in Innenstädten. Er betonte im Radioprogramm SWR Aktuell aber, dass Videoüberwachung die Ausschreitungen in Stuttgart nicht hätte verhindern können. Sie helfe aber die Täter zu fassen und habe abschreckende Wirkung. Damit könne sie dabei helfen, Straftaten im Vorfeld zu verhindern. Zusätzlich zu dieser Überwachung müsse aber auch über eine erhöhte Polizeipräsenz oder der Einsatz von Streetworkern nachgedacht werden.

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Polizei bereitet sich auf weitere Ausschreitungen vor

13:46 Uhr

Die Polizei in Stuttgart bereitet sich nach den Krawallen in der Nacht zum Sonntag auf weitere mögliche Auseinandersetzungen am kommenden Wochenende vor. Es würden polizeiliche Maßnahmen entwickelt, um an verschiedenen Punkten die Sicherheit in der Innenstadt zu verstärken. Das sagte Polizeivizepräsident Thomas Berger. "Uns ist es gelungen, eine friedliche Silvesterfeier in der City abzusichern. Das wird uns auch in den Sommernächten gelingen“.

Clubbetreiber äußert Vorwürfe nach Krawall-Nacht

11:44 Uhr

Nach den Ausschreitungen am Wochenende geriet die Stuttgarter Club- und Partyszene in Verruf. Dabei sei diese friedlich, meint der Clubbesitzer Michael Presinger. Er kritisierte zudem die Stadt Stuttgart für mangelnde Kontrollen in Corona-Zeiten.

Nach Krawallnacht in Stuttgart Vorwürfe von Clubbetreiber: Stuttgart hat illegale Partyszene toleriert

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart geriet die Clubszene dort in Verruf. Dabei ist die friedlich, meint der Betreiber des "Perkins Park". Er kritisiert die Stadt Stuttgart für mangelnde Kontrolle in Corona-Zeiten.  mehr...

Bundesinnenminister wegen möglicher Anzeige weiter in der Kritik

11:33 Uhr

SPD-Chefin Saskia Esken, die für den Wahlkreis Calw im Bundestag sitzt, hat sich mit scharfer Kritik an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in die Debatte um eine polizeikritische Schmäh-Kolumne der Tageszeitung "taz" eingeschaltet. Sie kritisierte Seehofers Überlegungen, Strafanzeige gegen die Autorin zu erstatten. Sie selbst habe die Kolumne "auch nicht lustig" gefunden, sagte Esken. "Aber das ist kein Grund, Anzeige zu erstatten - und schon gar nicht von staatlicher Seite." Seehofer hatte bei seinem Besuch in Stuttgart von einer "Enthemmung der Worte" gesprochen, auf die "unweigerlich eine Enthemmung der Taten" folge. Er hatte dabei auch eine Verbindung zu den Krawallen vom Wochenende hergestellt.

News-Update: Konsequenzen aus der Krawall-Nacht

10:53 Uhr

Nach den Krawallen in Stuttgart droht jetzt tatsächlich ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Ob das die richtige Lösung ist? Mehr Hintergründe und weitere Nachrichten gibt‘s in unserem Update ab 12 Uhr.

Acht Männer nach Randalen in Untersuchungshaft

10:19 Uhr

Nach den Krawallen in Stuttgart sitzen acht mutmaßliche Randalierer in Untersuchungshaft, einer von ihnen wegen Verdachts auf versuchten Totschlag. Ein Richter habe die beantragten Haftbefehle erlassen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstagmorgen. Ein weiterer Haftbefehl war gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Den Männern im Alter zwischen 16 und 33 Jahren wird Landfriedensbruch sowie gefährliche Körperverletzung, tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und Diebstahl in besonders schwerem Fall vorgeworfen. 16 zunächst vorläufig festgenommene mutmaßliche Beteiligte wurden den Angaben zufolge wieder entlassen. Wegen versuchten Totschlags muss sich ein 16-Jähriger verantworten. Er soll während der Randale einen bereits am Boden liegenden Studenten gezielt gegen den Kopf getreten haben.

Kommentar: Nach den Krawallen - wem gehört die Stadt?

10:17 Uhr

Mehrere hundert junge Menschen prügeln, demolieren Streifenwagen und Läden: Die Krawallnacht in Stuttgart habe tiefe Spuren hinterlassen. "Wir brauchen in Stuttgart auch ein Zeichen von uns allen. Ein Zeichen der Stadtgesellschaft", kommentiert Axel Graser, Leiter des SWR-Studios Stuttgart.

Präsident der Bundespolizei: Keine Verharmlosung der Taten

09:40 Uhr

Der Präsident der Bundespolizei, Dieter Romann, hat vor einer Verharmlosung der Ausschreitungen von Stuttgart gewarnt. "Was in Stuttgart passiert ist, waren weder Happening noch Event, sondern schwerste Straftaten", so Romann zu den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die respektlose, gewaltbereite Haltung der Randalierer sei aber keinesfalls repräsentativ für Deutschland. "Nach meiner Wahrnehmung steht die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hinter ihrer Polizei", sagte Romann. Anders sieht das die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Sie beklagt insbesondere in der Corona-Krise eine wachsende Respektlosigkeit gegenüber Polizei und Rettungskräften. Zu Anfang der Pandemie seien die polizeilichen Maßnahmen akzeptiert worden, aber je länger die Pandemie mit ihren Auflagen andauere, desto weniger Verständnis gebe es, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Jörg Radeck im ARD-Morgenmagazin.

Kretschmann nimmt "Partyszene" in Schutz

8:47 Uhr

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich dagegen ausgesprochen, der "Partyszene" die Schuld an den Ausschreitungen in Stuttgart zu geben. Die Täter seien "junge Leute mit einer hohen kriminellen Energie", die sich unter die "Partyszene" gemischt hätten. "Das ist nicht die 'Partyszene' selber. Da täte man den Leuten, die sonst friedlich sich im Schlosspark versammeln, bitteres Unrecht", sagte Kretschmann am Montagabend im ZDF. Wenn man sich die Szene anschaue, wie ein junger Mann einem Polizisten voll in den Rücken springe, dann habe das mit Party überhaupt nichts zu tun. Das seien junge Leute, die gegen den Staat eingestellt seien und ihre Aggressionen gegen die Polizei auslebten. Das stellten sie auch noch öffentlich ins Internet und gäben damit auch noch an. "Das muss uns wirklich sehr, sehr beunruhigen", so der Ministerpräsident.

Özdemir-Interview sorgt für viel Diskussionsstoff

7:33 Uhr

Ein Interview des ehemaligen Grünen-Chefs Cem Özdemir anlässlich der Randale in Stuttgart schlägt hohe Wellen. Er hatte einen Passanten in der Stuttgarter Innenstadt zurechtgewiesen, der ihm mehrmals dazwischengeredet hatte. "Halten Sie bitte die Fresse! Danke, ich red' grade", so der Bad Uracher. Özdemir selbst entschuldigte sich später via Twitter für die Wortwahl und erhielt dafür tausende Reaktionen, die in weiten Teilen Özdemir für seine Reaktion lobten.

Cem Özdemir platzt der Kragen

Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen wahrscheinlich

6:22 Uhr

In Stuttgart könnte schon bald ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen eingeführt werden. Auf die Frage, ob ein derartiges Verbot kommen werde, sagte Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) dem SWR: "Leider ja, wir waren bisher stolz darauf, dass wir das nicht mussten, weil wir ja eine der sichersten Großstädte in der Bundesrepublik sind." Man müsse schauen, dass man diese Sicherheit wieder herstelle.

Landesregierung befasst sich mit Ausschreitungen

6:18 Uhr

Die grün-schwarze Landesregierung befasst sich am Dienstag mit den Hintergründen der Krawalle. Innenminister Thomas Strobl (CDU) wird seine Kabinettskollegen über die Geschehnisse in der Nacht zu Sonntag informieren. Nach der Sitzung will Strobl gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Justizminister Guido Wolf (CDU) die Öffentlichkeit auf den aktuellen Stand bringen.

Dienstag, 23.6.

Die Meldungen von Montag, 22.6.

Das war der Montag, 22.6.

Aufräumarbeiten nach Krawallen haben begonnen

20:14 Uhr

Die von den Ausschreitungen betroffenen Händler haben am Montag damit begonnen, die Scherben zusammenzukehren und aufzuräumen. Gleichzeitig versuchen sie, einen Überblick zu bekommen, wie groß der Schaden tatsächlich ist. Die Polizei schätzt diesen auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag.

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Präsident des Bundesverfassungsgerichts: Wiederholung der Vorfälle verhindern

19:01 Uhr

Der neue Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, hat verlangt, erneute Krawalle in Stuttgart wie am vergangenen Wochenende zu verhindern. "Das sind wirklich ganz schlimme Bilder, die wir aus Stuttgart gesehen haben", sagte er am Montag im ZDF. Jetzt seien Politik und Polizei gefordert, eine Wiederholung zu verhindern. Die Justiz sei gefordert, zu ermitteln und zu ahnden. "Und wir alle sind ein Stück weit gefordert, uns immer wieder in Erinnerung zu rufen, was für ein harter Job das ist, den Polizistinnen und Polizisten machen, die jeden Tag den Kopf für uns alle hinhalten", fügte Harbarth hinzu. Er warnte zugleich vor einem Schnellschuss in der Analyse. Zunächst einmal müssten die tatsächlichen Hintergründe ermittelt werden.

Handelsverbände fordern besseres Sicherheitskonzept für Stuttgart

17:19 Uhr

Mehrere Handelsverbände, darunter die Industrie- und Handelskammer, die City-Initiative Stuttgart und der baden-württembergische Handelsverband, haben verlangt, dass das Sicherheitskonzept von Polizei und Stadt dringend und schnell optimiert wird. Es müsse alles getan werden, dass es nicht wieder zu gewalttätigen Übergriffen, mutwilliger Beschädigung und Plünderungen kommen könne. Sie boten an, an dem Konzept mitzuarbeiten, und schlugen vor, dass Geschäftsinhaber außerdem ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen mit den offiziellen Stellen abstimmen und verknüpfen sollten. Wegen der Corona-Maßnahmen seien viele Betriebe sowieso schon am Rande des Ruins, jetzt stünden Existenzen auf dem Spiel. Es müsse rasch eine Perspektive für die lokale Wirtschaft geben, sonst würde man die Stadt den Falschen überlassen.

Stuttgart berät über Videoüberwachung und Alkoholverbote

16:59 Uhr

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart wollen Stadt und Polizei die City gemeinsam sicherer machen. "Wir müssen jetzt alle Fragen ohne Tabus diskutieren und schon vor dem nächsten Wochenende erste Lösungen präsentieren", sagte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Nach Angaben der Stadt soll ein Leitungsgremium über Themen wie Videoüberwachung, Alkoholverbote oder Aufenthaltsbeschränkungen für öffentliche Plätze beraten. Auch die Jugend- und Migrantenarbeit wie zum Beispiel Streetworker-Angebote und die Zusammenarbeit etwa mit Einzelhändlern und der Clubszene würden diskutiert. Neben dem Gremium soll ein runder Tisch unter anderem Vertreter der Clubszene und des Einzelhandels zusammenbringen, teilte die Stadt mit.

Baerbock wirft Seehofer Selbstinszenierung vor

16:43 Uhr

Grünen-Bundeschefin Annalena Baerbock hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) in der Debatte um die Ausschreitungen und eine "taz"-Kolumne Selbstinszenierung vorgeworfen. Was in Stuttgart geschehen sei, sei "Ausdruck von Hass und entfesselter Gewalt" und durch nichts zu entschuldigen, sagte Baerbock in Berlin. Angesichts zunehmender Polarisierung bräuchte es eigentlich einen Innen- und Verfassungsschutzminister, der über eine starke Demokratie spreche und Debatten über Antirassismus, eine starke Polizei und eine Fehlerkultur in der Polizei und Respekt in der Gesellschaft anrege. Seehofer aber setze auf Selbstinszenierung. Die Ankündigung des CSU-Politikers, die Autorin einer umstrittenen "taz"-Kolumne anzuzeigen, verurteilte Baerbock: "Ich halte das wirklich für falsch, ich halte es auch für gefährlich", sagte sie.

"Wir haben eine Meinungs- und Pressefreiheit, die es staatlicherseits zu achten gilt, auch wenn es mal weh tut."

Annalena Baerbock (Grüne), Bundeschefin

Welche Motivation hatten die Angreifer in Stuttgart?

16:41 Uhr

Wer hat in Stuttgart am Wochenende randaliert? Diese Frage treibt derzeit nicht nur Polizei und Politik um, sondern auch die Medien. Ein Medienexperte hält die Ausschreitungen auch für einen Schrei nach Aufmerksamkeit:

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart Medienexperte zu Krawallen: "Es geht nur um Aufmerksamkeit"

Wer hat in Stuttgart am Wochenende randaliert? Diese Frage treibt derzeit nicht nur die Polizei und Politik um. Ein Medienexperte hält die Ausschreitungen auch für einen Schrei nach Aufmerksamkeit.  mehr...

Linke warnt vor Hetze gegen Ausländer

15:35 Uhr

Der Bundes-Chef der Links-Partei, Bernd Riexinger, hat davor gewarnt, die Ereignisse vom Wochenende für fremdenfeindliche oder rassistische Hetze zu instrumentalisieren, wie es die AfD gemacht habe. Das sei zu verurteilen und nicht in Ordnung. Die Täter seien überwiegend junge Männer gewesen, sowohl Deutsche als auch Männer mit Migrationshintergrund. Auch dass die CDU die Randale benutze, um volle Härte zu demonstrieren, sei wenig zielführend, sondern nur billiger Wahlkampf. Riexinger verlangte, neben Alkohol und Drogen die wahre Ursache für diese Aggression zu suchen. Dazu gehörten Fragen wie die nach Angst vor einer unsicheren sozialen Zukunft oder nach Ausgrenzung und falscher Behandlung.

Kretschmann spricht von "Landfriedensbruch"

15:20 Uhr

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Krawalle als "Gewaltorgie" bezeichnet und den Randalierern Landfriedensbruch vorgeworfen. Das gehöre zu den schweren Straftaten, sagte er am Montag bei einem Besuch der Stuttgarter Königstraße. Beim Landfriedensbruch geht es um Straftaten aus einer großen Menschenmenge heraus. Er wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet.

Erste Haftvorführungen mutmaßlicher Randalierer

14:45 Uhr

Nach den Krawallen in der Nacht auf Sonntag geht die Ermittlung der Behörden weiter. Gegen die ersten zwei der 25 vorläufig Festgenommenen, zwei 18 und 30 Jahre alte Männer, wurden bereits gestern Haftbefehle erlassen, wobei der 18-Jährige unter Auflagen freigelassen wurde. Heute wurden Haftbefehle gegen sieben weitere Personen zwischen 16 und 33 Jahren beantragt. "Ich hoffe sehr, dass seitens der Justiz entsprechende Haftbefehle ergehen", so Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittag. Den Beschuldigten werden unter anderem schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und besonders schwerer Diebstahl vorgeworfen. Ein 16-Jähriger muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten, weil er einen bereits am Boden liegenden Studenten gezielt gegen den Kopf getreten haben soll. Dabei habe er den Tod des Mannes zumindest billigend in Kauf genommen, teilte die Staatsanwaltschaft in Stuttgart mit.

Ein mutmaßlicher Randalierer wird in Stuttgart in ein Gericht gebracht. (Foto: 7 aktuell)
Ein mutmaßlicherer Randalierer wird in Stuttgart in ein Gerichtsgebäude gebracht. 7 aktuell

#stgt2106 Polizeibeamte haben in der Nacht zum Sonntag bei den Angriffen auf die Polizei und Ladengeschäfte mehrere Personen festgenommen. Sieben Beschuldigte werden dem Haftrichter vorgeführt. Zur Pressemeldung https://t.co/yJXE72BnVw Eure #Polizei #Stuttgart https://t.co/dKuj4ysJfE

Seehofer überprüft Anzeige gegen taz-Kolumnistin

14:08 Uhr

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat noch nicht endgültig entschieden, ob er rechtlich gegen die "taz"-Autorin Hengameh Yaghoobifarah wegen deren Kolumne über die Polizei vorgeht. Er wolle den Fall noch abschließend im Ministerium besprechen, sagte er am Mittag in Stuttgart. Er sprach von einer "schwierigen Schnittstelle zwischen Pressefreiheit und Strafrecht". Zuvor hatte Seehofer gesagt, dass eine Enthemmung der Worte unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen führe, genauso wie man sie in Stuttgart gesehen habe. Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) kritisierte die Kolumne ebenfalls scharf: "Hinter jeder Uniform ist ein Mensch", so Strobl. Wenn man sage, diese werfe man auf den Müll, dann sei das ein Aufruf, schlimme Straftaten zu begehen.

Weiter keine Hinweise auf politische Motivation

13:42 Uhr

Die Anzeichen, dass die Ausschreitungen in der Nacht auf Sonntag sehr wahrscheinlich nicht politisch motiviert gewesen sind, verdichten sich. "Wir haben noch keine verdichteten Hinweise darauf, dass hier tatsächlich eine politische Motivation oder entsprechend auch eine religiöse Motivation hinter diesen Taten steckt", sagte die baden-württembergische Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz. Bereits am Sonntag hatte der Stuttgarter Polizeipräsident Frank Lutz eine politische Motivation der Randalierer ausgeschlossen.

Plünderungen, Verletzte, Sachschaden, Festnahmen Das ist über die Krawall-Nacht in Stuttgart bekannt

Nach den Ausschreitungen in der vergangenen Nacht in der Stuttgarter Innenstadt sind Polizei, Behörden und Politik um Aufklärung bemüht. Das Ausmaß der Gewaltnacht ist schwer abzuschätzen.  mehr...

Bundesinnenminister fordert harte Strafen

13:33 Uhr

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat nach den Auseinandersetzungen in Stuttgart harte Strafen für die Randalierer verlangt. "Da geht es auch um die Glaubwürdigkeit unseres Rechtsstaates", so Seehofer am Mittag in Stuttgart. Er war in die baden-württembergische Landeshauptstadt gereist, um sich persönlich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Er bezeichnete die Entwicklung vom Wochenende und auch in den Monaten zuvor als ein "Alarmsignal für den Rechtsstaat."

Bundesinnenminister macht sich Bild der Lage Seehofer: Stuttgarter Krawall-Nacht ist "Alarmzeichen für den Rechtsstaat"

Ganz Deutschland ist von den Ausschreitungen in Stuttgart erschüttert. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) war nun vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.  mehr...

Bundeskanzlerin Merkel verurteilt Gewalt in Stuttgart

13:24 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Krawalle am Wochenende in Stuttgart scharf verurteilt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, die Szenen seien "abscheulich" gewesen und mit nichts zu rechtfertigen. Sie seien gegen die Stadt und ihre Bürger gerichtet gewesen. Seibert dankte zugleich der Polizei. Die Bundesregierung wisse sehr wohl, was die Polizisten tagtäglich leisteten. Den Verletzten wünschte Seibert baldige Genesung.

News-Update zu den Randalen in Stuttgart

12:00 Uhr

Eingeschlagene Schaufenster und fliegende Pflastersteine: In der Nacht zum Sonntag haben Randalierer die Stuttgarter Innenstadt verwüstet und zahlreiche Polizisten verletzt. Was bisher bekannt ist, erfahren Sie in unserem Update.

Live ab 12 Uhr: Update zu Randalen in StuttgartEingeschlagene Schaufenster und fliegende Pflastersteine: In der Nacht zum Sonntag haben Randalierer die Stuttgarter Innenstadt verwüstet und zahlreiche Polizisten verletzt. Was bisher bekannt ist, erfahrt ihr in unserem Update um 12 Uhr.Gepostet von SWR Aktuell am Montag, 22. Juni 2020

Bundespräsident kritisiert Vandalismus und Gewalt

11:54 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Ausschreitungen rund um den Schlossplatz in Stuttgart scharf verurteilt und sich demonstrativ hinter die Polizeibeamten gestellt. "Gewalt, Vandalismus, schiere Brutalität - wie am Wochenende in Stuttgart gesehen - müssen mit aller Härte des Rechtsstaats verfolgt und bestraft werden", sagte Steinmeier am Vormittag in Berlin. Wer Polizisten angreife, "wer sie verächtlich macht oder den Eindruck erweckt, sie gehörten 'entsorgt', dem müssen wir uns entschieden entgegenstellen", so Steinmeier weiter.

Deutsche Polizeigewerkschaft fordert Alkoholverbot und Sperrstunde

11:39 Uhr

Als Reaktion auf die Auseinandersetzungen in der Stuttgarter Innenstadt dürfe sich die Stadtverwaltung nicht mehr gegen ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen sperren. Das fordert der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer. Auch eine Sperrstunde zum Beispiel zwischen 3 und 7 Uhr morgens, müsse diskutiert werden. Die Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz sprach im SWR-Interview in diesem Zusammenhang von Gesprächen auch mit anderen Kommunen im Land, um Konzepte zu erarbeiten. Sie brachte ebenfalls Alkoholverbote, aber auch Videoüberwachung oder die Einbindung von Sozialarbeitern ins Gespräch.

Clubszene wehrt sich gegen "Pauschalverurteilung"

11:08 Uhr

Die Polizei macht Kriminelle innerhalb der Club- und Partyszene für die Ausschreitungen in Stuttgart verantwortlich. Colyn Heinze vom Clubkollektiv Stuttgart, einem Zusammenschluss mehrerer Veranstalter der Club- und Partyszene, weist das als Pauschalverurteilung zurück. Auch viele Clubs und Bars seien angegriffen worden und hätten unter den Ausschreitungen gelitten. In der Fernsehsendung SWR Extra sagte Heinze, man sehe sich eher als Leidtragende, als dass man etwas aufgewiegelt habe.

Schaden geht in die Millionen

10:42 Uhr

Der Schaden, der durch die Krawalle in der Stuttgarter Innenstadt entstanden ist, könnte in die Millionen gehen. Der Stuttgarter Polizeivizepräsident Thomas Berger bezifferte die Schadenssumme auf einen sechs- bis siebenstelligen Betrag, wie er in einem Podcast des Journalisten Gabor Steingart ausführte. Mehrere hundert junge Menschen hatten rund 40 Läden beschädigt und zum Teil geplündert, zudem wurde rund ein Dutzend Polizeiwagen demoliert.

Bundesinnenminister kommt nach Stuttgart

8:49 Uhr

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich nach den Ausschreitungen vor Ort ein Bild von der Lage machen. Laut dem baden-württembergischen Innenministerium werde sich Seehofer am Mittag mit Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) treffen, anschließend sei ein Termin in der Innenstadt geplant.

Özdemir besorgt über den Ruf Stuttgarts

8:14 Uhr

Nach den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt zeigt sich der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir aus Bad Urach (Kreis Reutlingen) besorgt über den Ruf Stuttgarts. Man müsse aufpassen, dass Stuttgart keine Anziehungskraft für Randalierer dieser Art entwickele, so Özdemir im SWR-Interview. Gleichzeitig regte der Grünen-Politiker an, die Strategie der Polizei zu überdenken. "Wenn die Polizei mit Martinshorn kommt, ist es oft schon zu spät und die Rädelsführer weg", so Özdemir, der verstärkte verdeckte Ermittlungen ins Spiel brachte. Er kritisierte zudem das bizarre Bild, welches manche Jugendliche, insbesondere mit Mitgrationshintergrund, von der Polizei in Deutschland hätten, wonach in jedem Polizist ein Rassist gesehen werde: Man sei hier in Deutschland und nicht in den USA, so Özdemir.

Nacht auf Montag verläuft ruhig

7:22 Uhr

Nach den Ausschreitungen in der Nacht auf Sonntag rund um den Schlossplatz in Stuttgart ist die folgende Nacht ruhig verlaufen. In der Nacht auf Montag habe es keine weiteren Auseinandersetzungen mehr gegeben, teilte die Polizei Stuttgart mit. Als eine Reaktion auf die Ereignisse hatte Polizeipräsident Frank Lutz angekündigt, die Polizeipräsenz in der Landeshauptstadt zu erhöhen.

Bundesinnenminister kündigt Strafanzeige gegen Journalistin an

6:55 Uhr

Wegen eines umstrittenen Artikels über Polizisten will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) Anzeige gegen die Autorin erstatten. Bei dem Beitrag in der Berliner "taz" mit dem Titel "Abschaffung der Polizei - All cops are berufsunfähig" handele es sich um einen "unsäglichen Artikel", sagte Seehofer am Sonntagabend der "Bild"-Zeitung. Er werde am Montag in seiner Funktion als Bundesinnenminister "Strafanzeige gegen die Kolumnistin" stellen. "Eine Enthemmung der Worte führt unweigerlich zu einer Enthemmung der Taten und zu Gewaltexzessen, genauso wie wir es jetzt in Stuttgart gesehen haben", sagte Seehofer mit Blick auf die Ausschreitungen in der Nacht auf Sonntag. "Das dürfen wir nicht weiter hinnehmen."

Montag, 22.6.

Die Meldungen von Sonntag, 21.6.

Das war der Sonntag, 21.6.

Kirchenkritik nach Ausschreitungen: "Was für Affen!"

22:00 Uhr

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert nach den Ausschreitungen von Stuttgart mehr Rückhalt für die Polizei. Auf Twitter verweist sie darauf, dass Polizeibeamte auch im normalen Dienst Respektlosigkeit, Angriffe und Gewalt erlebten. "Diese unfassbare Gewalt muss Konsequenzen haben", heißt es in ihrem Post. In der vergangenen Nacht taten sich Hunderte meist junge Menschen aus der Partyszene gegen Polizisten zusammen und griffen sie an. Zudem verwüsteten sie die Innenstadt und plünderten Geschäfte. 19 Beamte wurden verletzt. 24 Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Mindestens sieben von ihnen sollen dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der katholische Stadtdekan von Stuttgart, Christian Hermes, hat die gewaltsamen Ausschreitungen am Wochenende kritisiert. Empört zeigte er sich auch über die zahlreichen Schaulustigen, "die das Ganze als großartiges Spektakel bewundert haben. Was für Affen!" Hermes bete für die verletzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten und für alle, die durch Vandalismus und Plünderungen geschädigt wurden. Der Geistliche forderte eine neue und strengere Sicherheits- und Ordnungspolitik, "die solchen Leuten viel früher und deutlicher die Regeln und die Grenzen aufzeigt". Ungeachtet der tolerierten Missachtung aller Corona-Regeln müssten auch "die Saufgelage und die Müllorgien, die hier stattfinden, zukünftig unterbunden werden. Hier gilt ganz klar: Wehret den Anfängen!"

SWR Extra zu den Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt

20:15 Uhr

Innenminister Strobl: "Partyszene, die auch Drogen nimmt"

19:29 Uhr

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich im SWR-Interview zu den Ausschreitungen in Stuttgart geäußert. Laut Strobl scheint es auf den ersten Blick so zu sein, dass es "wenig politische Motivation gibt". Es handle sich um eine Partyszene, so der Innenminister, "die auch Drogen nimmt, wo viel Alkohol im Spiel ist". "Es könnte auch sein, dass die Bilder, die uns aus Amerika erreicht haben, zu einer gewissen Aggression geführt haben," erklärte Strobl weiter.

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Polizei richtet Fokus auf die Partyszene

19:02 Uhr

Hunderte, meist junge Menschen, waren laut Polizei an den Krawallen in der Nacht auf Sonntag in der Innenstadt von Stuttgart beteiligt. Der Fokus der Ermittlungen der Polizei liegt auf der Stuttgarter Partyszene:

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Nach den Ausschreitungen: Wie sieht es in der Innenstadt aus?

18:46 Uhr

Am Tag nach den Krawallen rund um den Schlossplatz in Stuttgart geht die Aufarbeitung der Ereignisse weiter. SWR-Reporterin Magdalena Haupt war auf der Königstraße und schildert ihre Eindrücke vom Ort des Geschehens.

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Was ist bisher über die Ausschreitungen in Stuttgart bekannt?

18:35 Uhr

Hunderte Menschen haben sich in der Nacht auf Sonntag mit Polizisten Auseinandersetzungen in Stuttgart geliefert, Geschäfte wurden geplündert, zahlreiche Beamte verletzt. Der Grund der Ausschreitungen soll eine Drogenkontrolle gewesen sein. Ein Überblick über die Ereignisse:

Video herunterladen (6 MB | MP4)

OB Kuhn sieht kein rassistisches Profil bei Polizei

18:07 Uhr

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat sich nach den Krawallen zu möglichen Parallelen zu den weltweiten Anti-Rassismus-Demos geäußert. "Ich habe die letzten Jahre die Stuttgarter Polizei so erlebt, dass sie ganz liberal und weltoffen ist und kein rassistische Profil hat oder dass ich rassistische Strukturen sehe", sagte Kuhn. Er wolle aber nicht ausschließen, dass durch Bilder in den Medien von US-Protesten "sich der ein oder andere vielleicht besonders ermutigt fühlt, etwas gegen die Polizei zu unternehmen".

In der Nacht wurde eine Grenze überschritten: Alkohol oder der Wille, sich in sozialen Medien zu inszenieren, kann keine Ausrede sein. Egal woher Menschen kommen, die in #Stuttgart leben oder hier feiern wollen, für alle gilt: Gewalt gegen Einsatzkräfte wird nicht toleriert. https://t.co/nMJk47UemH

Plünderung und Zerstörung in "härtester Zeit"

17:52 Uhr

City-Manager Sven Hahn hat sich schockiert über die nächtliche Randale und Zerstörungswut in der Stuttgarter Innenstadt gezeigt. "Die Randale und die Schäden der vergangenen Nacht treffen die Stuttgarter Innenstadt in ihrer ohnehin schon schwierigsten und härtesten Zeit seit Jahrzehnten", sagte Hahn, der Geschäftsführer der City-Initiative Stuttgart ist, einem Verbund aus Händlern, Gastronomen, Hoteliers und Kulturbetrieben. "Auch wenn die Hintergründe der Krawalle noch nicht aufgearbeitet sind, eines steht fest: Nichts rechtfertigt ein derartiges Verhalten" sagte Hahn.

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"Die lokale Wirtschaft kämpft derzeit ums Überleben und um jeden einzelnen Arbeitsplatz. Wenn jetzt auch noch Schäden durch Randale und Plünderungen beglichen und repariert werden müssen, ist das eine untragbare Situation."

Sven Hahn, Geschäftsführer City-Initiative Stuttgart

Hagel: Gewalt ist Folge von Anfeindungen der politischen Linken

17:40 Uhr

Für die Krawalle und Ausschreitungen in Stuttgart sieht CDU-Generalsekretär Manuel Hagel die politische Linke in der Mitverantwortung. "Die zunehmende Gewalt gegen unsere Polizeibeamten ist auch eine Folge der ständigen Anfeindungen der politischen Linken", teilte er am Sonntag mit. "Wenn man die Arbeit unserer Polizei immer nur schlecht redet, wie es zum Beispiel eine Saskia Esken unlängst wieder tat oder wie eine rot-rot-grüne Regierung in Berlin es gar in Gesetzesform gießt, dann werden Akzeptanz und Respekt für unsere Polizei zerstört." Mit dem "Gehetze" gegen die Polizei müsse jetzt Schluss sein. Die Christdemokraten im Land stünden an der Seite der Polizei.

Die schrecklichen Bilder aus #Stuttgart machen mich fassungslos: Randale, eingeschlagene Schaufenster, Gewalt gegen unsere Polizei. Für diese dumme Zerstörungswut gibt es keinerlei Rechtfertigung, es gilt Null Toleranz! Das sind Kriminelle. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten

Video: Attackierter Polizist nicht schwer verletzt

17:22 Uhr

Der in einem Video gezeigte attackierte Polizist hat bei dem Angriff in der Stuttgarter Innenstadt keine schweren Verletzungen erlitten. Dies teilte Polizeivizepräsident Thomas Berger am Sonntag mit. Nach den Ausschreitungen in Stuttgart waren Videos verbreitet worden, bei dem ein Polizist einen mutmaßlichen Randalierer am Boden fixiert. Plötzlich rennt eine vermummte Person auf den Polizisten zu und tritt ihn mit voller Wucht und durchgestrecktem Bein zu Boden. Ob der Angreifer festgenommen wurde, sagte die Polizei zunächst nicht. Vizepräsident Berger wies auf mögliche Folgeschäden für die beteiligten Einsatzkräfte hin. Man wisse noch nicht, wie sich die Nacht im Hinblick auf Traumata und seelische Folgen auswirke.

Plünderungen, Verletzte, Sachschaden, Festnahmen Das ist über die Krawall-Nacht in Stuttgart bekannt

Nach den Ausschreitungen in der vergangenen Nacht in der Stuttgarter Innenstadt sind Polizei, Behörden und Politik um Aufklärung bemüht. Das Ausmaß der Gewaltnacht ist schwer abzuschätzen.  mehr...

Polizeigewerkschaft kritisiert Übergriffe scharf

16:56 Uhr

Die Nachwuchsorganisation der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Junge Polizei verurteilte die Krawalle. "Wer sich gegen die Polizei solidarisiert, diese mit Steinen und Flaschen bewirft und bei rechtsstaatlichem Handeln angreift, ist ein Straftäter und wird in einem Strafverfahren zur Rechenschaft gezogen", sagte DPolG-Landes- und Bundesjugendleiter Michael Haug laut einer Mitteilung.

Polizei nennt alter der Tatverdächtigen

16:52 Uhr

Von den vorläufig Festgenommenen in Stuttgart seien laut Polizei sieben unter 18 Jahren und sieben zwischen 18 und 21 Jahre alt.

SWR Extra: Pressekonferenz zur Krawall-Nacht in Stuttgar

16:44 Uhr

Hunderte Menschen haben in der Nacht auf Sonntag Geschäfte in der Stuttgarter Innenstadt verwüstet und geplündert sowie zahlreiche Polizisten angegriffen und verletzt. In einer Pressekonferenz informierten Polizei und Stadtverwaltung über den aktuellen Sachstand.

Polizei: Ausschreitungen nicht politisch motiviert

15:35 Uhr

Die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt waren nach Angaben der Polizei nicht politisch motiviert. "Wir können aus der momentanen Sicht der Dinge eine linkspolitische oder überhaupt eine politische Motivation für diese Gewalttaten ausschließen", sagte der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz auf der Pressekonferenz. Eine solche Dimension von Gewalt und Sachbeschädigungen habe er in 46 Jahren Polizeidienst noch nicht erlebt. So gab es Gewalt gegen Polizeibeamte und massive Sachbeschädigung bis hin zu Plünderungen. Die Polizei wolle in den kommenden Wochen mit verstärkten Kräften in der Innenstadt unterwegs sein. Übergriffe würden konsequent verfolgt. Die Party- und Eventszene habe sich in den vergangenen Wochen wieder in der Öffentlichkeit getroffen und inszeniere sich in sozialen Medien mit ihrem Handeln. Dazu gehöre seit neuestem auch ein aggressives Tun gegen Polizeibeamte. Man werde die Gewalt unterbinden, so der Polizeipräsident.

OB Kuhn: Grenze deutlich überschritten

15:25 Uhr

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sagte auf der Pressekonferenz, in der Nacht seien die Grenzen deutlich überschritten worden, es sei eine schockierende Nacht gewesen. Er stehe voll und ganz hinter dem Handeln der Polizei, die derzeit insgesamt keinen leichten Job habe. Es gehe nicht, sie oder Rettungskräfte anzugreifen. Das zerstöre die Besonderheit der Stadt Stuttgart. Dies dürfe sich nicht wiederholen. Als Grund für die Ausschreitungen nannte der Oberbürgermeister neben Alkohol auch das Geltungsbewusstsein in sozialen Medien.

"Niemand darf die Polizei angreifen."

Fritz Kuhn (Grüne), Oberbürgermeister Stuttgart

Polizeivizepräsident: 19 Polizeibeamte verletzt

15:15 Uhr

Der Stuttgarter Polizeivizepräsident Thomas Berger hat auf einer Pressekonferenz erklärt, die Polizei habe am Abend einen 17-Jährigen im Oberen Schlossgarten wegen eines mutmaßlichen Rauschgiftdelikts kontrollieren wollen. Sofort hätten sich 200 bis 300 Personen aus der "Partyszene" mit dem Jugendlichen solidarisiert und die Beamten vor Ort mit Steinen und Flaschenwürfen angegriffen. Auf dem Schlossplatz hätten sich noch mehr beteiligt, die Gruppe sei auf 400 bis 500 Personen angewachsen.

Bei den Krawallen seien 19 Polizeibeamte verletzt worden, einer sei dienstunfähig. 24 Menschen seien vorläufig festgenommen worden. Sieben von ihnen sollen heute noch dem Haftrichter vorgeführt werden. Bei den Ausschreitungen hätten Randalierer 40 Geschäfte beschädigt. Neun Läden wurden laut Polizeivizepräsident Berger geplündert.

"Solche Szenen hat es in Stuttgart noch nie gegeben."

Thomas Berger, Polizeivizepräsident Stuttgart

Polizei richtet Ermittlungsgruppe ein

14:10 Uhr

Am Polizeipräsidium Stuttgart ist eine 40-köpfige Ermittlungsgruppe "Eckensee" eingerichtet worden. Das Landeskriminalamt werde die Ermittlungen unterstützen. Das hat Innenminister Thomas Strobl (CDU) bekannt gegeben. Er werde den Landtag in einer Sondersitzung des Innenausschusses am Mittwochmorgen noch vor der Plenarsitzung informieren, so Strobl.

CDU greift SPD-Vorsitzende Esken an

13:55 Uhr

CDU-Politiker haben angesichts der Stuttgarter Krawalle die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken scharf angegriffen. So kritisierte der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag, Thomas Blenke: "Wenn die SPD-Vorsitzende Saskia Esken zum Beispiel der deutschen Polizei ein Rassismus-Problem unterstellt, fühlen sich Krawalltäter in ihrem Tun bestärkt".

Unser Innenpolitiker Thomas Blenke sieht darin auch eine Folge von politischer Stimmungsmache gegen die Polizei. „Wenn die SPD-Vorsitzende @EskenSaskia der deutschen Polizei ein #Rassismus-Problem unterstellt, fühlen sich Krawalltäter in ihrem Tun bestärkt." #Stuttgart

FDP will Organisierung der Polizei prüfen

13:45 Uhr

Auch der Vorsitzende der FDP/DVP-Fraktion im Stuttgarter Landtag, Hans-Ulrich Rülke, hat die "Ausbrüche der kriminellen Gewalt" auf das Schärfste verurteilt. Die Politik müsse die Vorgänge gründlich prüfen und "schauen, ob die Landesregierung die Polizei so organisiert hat, dass diese in der Lage ist, die Randale frühzeitig zu unterbinden und möglichst viele Straftäter zu ermitteln." Der Rechtsstaat müsse sich wehrhaft zeigen. Das schulde die Politik der Gesellschaft und den Polizeibeamten, die ihre Gesundheit für alle einsetzten.

AfD fordert Sonderkommission

13:10 Uhr

Der baden-württembergische AfD-Fraktionschef Bernd Gögel hat Innenminister Thomas Strobl (CDU) aufgefordert, eine Sonderkommission ähnlich der sächsischen "Soko LinX" einzurichten. Er sei "erschüttert über diese nicht hinnehmbaren Taten heute Nacht in Stuttgart, für die es keine Rechtfertigung gibt." Die Polizei müsse alle Anstrengungen unternehmen, die Randalierer zu fassen und dafür sorgen, dass sich diese Vorfälle nicht wiederholten. "Das stinkt ganz gewaltig nach einer unguten Melange aus Migranten und Linksextremen", schrieb er in einer Mitteilung.

Kretschmann verurteilt Ausschreitungen

12:55 Uhr

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt scharf verurteilt. Er sprach von einem "brutalen Ausbruch von Gewalt". "Diese Taten gegen Menschen und Sachen sind kriminelle Akte, die konsequent verfolgt und verurteilt gehören", teilte der Grünen-Politiker mit. "Die Bilder aus der Stuttgarter Innenstadt können uns nicht kalt lassen." Seine Gedanken seien bei den verletzten Polizeibeamten und den durch die Plünderungen Geschädigten. Nun müsse man die Faktenlage und Erkenntnisse zusammentragen und mit Hochdruck klären, wer dahinter stecke.

Ministerpräsident Winfried #Kretschmann: „Ich verurteile diesen brutalen Ausbruch von Gewalt in #Stuttgart scharf, diese Taten gegen Menschen und Sachen sind kriminelle Akte, die konsequent verfolgt und verurteilt gehören.“ https://t.co/nVwGv1v3qo

SPD-Innenexperte: "Bürgerkriegsähnliche Zustände sind unzumutbar"

12:45 Uhr

Der Innenexperte der SPD-Landtagsfraktion, Sascha Binder, hat die Ausschreitungen in Stuttgart scharf kritisiert: "Es ist absolut unzumutbar, wenn mitten in unserem Land bürgerkriegsähnliche Zustände vom Zaun gebrochen werden. Straßenschlachten solchen Ausmaßes kennen wir in Baden-Württemberg nicht und der Innenminister muss alles dafür tun, damit dies nicht zur Normalität wird."

Der SPD-Landesvorsitzende Andreas Stoch twitterte: "Jeder einzelne dieser Vollidioten muss mit der vollen Schärfe unseres Rechts bestraft werden. Für diese sinnlose Gewalt gegen Menschen und Sachen gibt es keine Rechtfertigung."

Die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken schrieb auf Twitter: "Was für eine sinnlose, blindwütige Randale in Stuttgart". Die Gewalttäter müssten ermittelt und hart bestraft werden.

Was für eine sinnlose, blindwütige Randale in #Stuttgart, die so viele verletzte Polizist*innen 😢 und zerstörte Ladengeschäfte zurücklässt. Die Gewalttäter müssen ermittelt & hart bestraft werden. Unbegreiflich, wie die Situation derart eskalieren konnte. https://t.co/6va4tjYNlx

Grüne: Hintergründe der Ausschreitungen zügig aufklären

12:25 Uhr

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Stuttgarter Landtag, Uli Sckerl, hat die gewalttätigen Ausschreitungen, Plünderungen von Geschäften und Angriffe gegen die Polizei "auf das Schärfste verurteilt". Die Hintergründe und Umstände müssten zügig aufgeklärt werden, rechtsfreie Räume dürften nirgendwo geduldet werden. Der Landtag müsse sich mit einer Sondersitzung des Innenausschusses am kommenden Mittwoch ein Bild von der Lage machen. Diese sei jetzt noch viel zu unübersichtlich, "um aus der Ferne bereits voreilige Schlüsse zu ziehen und Schuldige zu benennen". Jetzt müsse man einen kühlen Kopf bewahren und die Polizei ihre Arbeit machen lassen. "Danach kann und muss über Ursachen und Konsequenzen gesprochen werden“, so Sckerl.

Randale in Stuttgart: Polizei bittet um Beweismaterial

12:05 Uhr

Nach den schweren Ausschreitungen in Stuttgart bittet die Polizei Zeugen um Mithilfe bei den Ermittlungen. "Zur Aufklärung der Straftaten benötigt die Polizei Bilder, Videos von den Ausschreitungen, Straftaten und mutmaßlichen Tatverdächtigen", schreibt die Behörde auf einem Hinweisportal, das am Sonntagvormittag eingerichtet wurde.

Polizeigewerkschaften schockiert über Ausschreitungen

11:55 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei in Baden-Württemberg (GdP) hat schockiert und mit völligem Unverständnis auf die gewaltsamen Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt reagiert. "Gewalt ist niemals eine Option", betonte GdP-Landeschef Hans-Jürgen Kirstein. "Wir wissen noch nicht genau, warum es zu solch massiven Ausschreitungen gekommen ist. Es ist jedoch nicht hinnehmbar, dass es massive Angriffe auf Kolleginnen und Kollegen gibt und zu Beschädigungen und Plünderungen von Ladengeschäften kommt." Das sei nicht nur ein Angriff auf Menschen und Sachen, sondern auch auf den Rechtsstaat.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft erhob in dem Zusammenhang schwere Vorwürfe vor allem in Richtung SPD und Grüne. Die pauschale Verunglimpfung und Verunsicherung der Polizei habe zu so einer Enthemmung beigetragen, sagte der Landesvorsitzende Ralf Kusterer. "So etwas wie heute Nacht gab es noch nie und das darf es auch nie wieder geben."

Landtagspräsidentin Aras "fassungslos und entsetzt"

11:45 Uhr

Die Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, Muhterem Aras (Grüne), hat sich ebenfalls auf Twitter geäußert. Sie sei "fassungslos und entsetzt", was in Stuttgart passiert sei. Absolut nichts rechtfertige diese stumpfe Gewalt und Zerstörung.

Ich bin völlig fassungslos & entsetzt, was heute Nacht in unserer Stadt #Stuttgart passiert ist. Egal welche Hintergründe - absolut NICHTS rechtfertigt diese stumpfe Gewalt & Zerstörung! DANKE an alle Einsatzkräfte und vor allem gute Besserung den Verletzten @PP_Stuttgart!

Ganzes Ausmaß der Krawalle zeigt sich bei Tageslicht

11:30 Uhr

Nach den Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt - die Aufräumarbeiten:

Innenminister Strobl will Vorgänge "nicht dulden"

11:20 Uhr

"Die Ausschreitungen, die wir in der Nacht in Stuttgart erleben mussten, waren von einer in Baden-Württemberg bisher noch nie da gewesenen Qualität." Das sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) dem SWR. Die Ermittlungen ständen derzeit noch ganz am Anfang. Man werde aber gegen die Randalierer mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln des Rechtsstaates vorgehen.

"Solche Vorgänge werden wir in Baden-Württemberg nicht dulden".

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU)

Strobl dankte den über 280 eingesetzten Polizeibeamten für ihren "schwierigen und gefährlichen Einsatz in dieser Nacht".

SPD beantragt Sondersitzung des Innenausschusses

11:15 Uhr

Die SPD-Fraktion im Stuttgarter Landtag hat eine Sondersitzung des Innenausschusses beantragt und sprach in einem Tweet von einer "furchtbaren Nacht". Eine Wiederholung müsse verhindert werden, auch mit präventiven Mitteln.

Wir haben eine Sondersitzung des Innenausschusses des @Landtag_BW beantragt. „Es bedarf einer schnellen & vollständigen Aufklärung dieser furchtbaren Nacht in #Stuttgart. Und es bedarf Schritte, um eine Wiederholung auch mit präventiven Mitteln zu verhindern.“ @saschabinder

OB Kuhn reagiert "schockiert"

11:00 Uhr

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat sich auf Twitter schockiert gezeigt. "Das ist ein trauriger Sonntag für Stuttgart", schrieb er. Man analysiere das Geschehene sorgfältig. Es dürfe keine rechtsfreien Räume in Stuttgart geben.

Ich bin schockiert von dem Ausbruch an Gewalt, von den Angriffen auf die Polizei & den Zerstörungen in unserer Stadt. Das ist ein trauriger Sonntag für Stuttgart. Wir analysieren das Geschehen sorgfältig. Eines muss klar sein:Es darf keine rechtsfreien Räume in Stuttgart geben. https://t.co/VY7167BjI2

CDU Stuttgart verurteilt nächtliche Randale auf das Schärfste

10:45 Uhr

Fassungslosigkeit und Empörung, so lässt sich die einhellige Reaktion der Mitglieder der CDU Stuttgart auf die nächtliche Randale in der Innenstadt zusammenfassen. "Sinnlose Gewalt, Plünderungen und Zerstörungen sind in gar keinem Fall zu rechtfertigen", so der Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann. OB-Kandidat Frank Nopper hat sich bereits am Sonntagfrüh vor Ort ein Bild von der Lage gemacht und erklärte: "Stuttgart war und ist seit den Tagen Manfred Rommels eine Stadt der Liberalität, der Toleranz und des wechselseitigen Respekts. So soll es auch bleiben, aber Gewalttätern und Plünderern jedweder Art müssen wir uns mit aller Entschlossenheit entgegenstellen."

Die CDU wünsche den verletzten Polizeibeamten gute Genesung. "Die Stuttgarter Polizei hat sich stets durch Umsicht und Deeskalation ausgezeichnet. Sie hat unsere volle Unterstützung und unser Vertrauen."

Pressekonferenz zu den Ausschreitung angekündigt

10:30 Uhr

Die Landeshauptstadt und die Polizei Stuttgart haben für 15 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt. Der SWR berichtet live an dieser Stelle.

Anwohner und Ladenbesitzer schockiert

10:00 Uhr

Die Auswirkungen der Gewaltnacht in Stuttgart werden erst langsam deutlich: Anwohner und Ladenbesitzer seien schockiert, berichtet ARD-Korrespondentin Jenni Rieger aus der Innenstadt. Die Menschen hätten ein "völlig neues Ausmaß an Gewalt und Zerstörung" erlebt.

Auslöser war Polizeikontrolle anlässlich eines Rauschgiftdeliktes

9:45 Uhr

Die Polizei hat erste Informationen zum Auslöser der Randale bekannt gegeben: Zu den erheblichen Angriffen auf Polizeibeamte, Streifenwagen und Ladengeschäfte in der Stuttgarter Innenstadt sei es im Zusammenhang mit einer Polizeikontrolle anlässlich eines Rauschgiftdelikts gekommen.

Viele Feiernde solidarisierten sich demnach gegen die Beamten. Es soll sich um Leute handeln, die sich vornehmlich in den Abendstunden und Nächten unter anderem am Eckensee sammeln.

In der Folge zogen die Menschen laut Polizei in Richtung Schlossplatz und verteilten sich offenbar auch in Gruppen in der Innenstadt. Polizeibeamte wurden äußerst aggressiv angegangen, angegriffen und verletzt. Mehr als 200 Beamte aus dem Stuttgarter Umland mussten alarmiert und auch eingesetzt werden. Offenbar um ihre Identität zu verdecken, haben sich nach Polizeiangaben Täter auch absichtlich mit Sturmhauben und anderen Materialien vermummt. Die Kriminalpolizei sichert zur Stunde Spuren und vernimmt mehr als 20 vorläufig Festgenommene.

Aufräumarbeiten laufen - Passanten sind entsetzt

9:30 Uhr

Nach den Krawallen in der Nacht sind Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) mit mehreren Kräften und Wagen im Einsatz: Kaputte Schaufensterscheiben werden mit Sperrholzplatten verkleidet und gesichert.

Stuttgarter Bürger, die das Ausmaß der Schäden am Morgen im Vorbeigehen sahen, äußerten sich entsetzt über die Vorkommnisse der vergangenen Nacht.

Lage am Sonntagmorgen wieder ruhig

9:00 Uhr

Mittlerweile hat sich die Lage in der Stuttgarter Innenstadt wieder beruhigt. Der Großteil der Einsatzkräfte, die aus anderen Teilen Baden-Württembergs in die Hauptstadt beordert worden waren, habe Stuttgart inzwischen wieder verlassen, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen. Derzeit sei die Polizei dabei, sich einen Überblick über die Geschehnisse zu verschaffen.

"Wir versuchen jetzt auszuloten, was das war und was das werden könnte."

Ein Polizeisprecher in Stuttgart

Was in der Nacht geschah: Erschreckende Szenen in Stuttgart

Auf Videoaufnahmen aus der Nacht zum Sonntag ist zu sehen, wie Angreifer mit Pflastersteinen und anderen Gegenständen Schaufensterscheiben zertrümmern und mit blanker Gewalt reagieren. Zu sehen ist, wie sie gegen fahrende Polizeiautos treten, wie Scheiben der Einsatzfahrzeuge zu Bruch gehen und Spiegel abreißen. Die Auslage eine Juweliers ist fast komplett leergeräumt, ein Handyshop völlig verwüstet. Ein Fast-Food-Restaurant gleicht einem Schlachtfeld.

Randale in Stuttgart, Großes Polizeiaufgebot (Foto: 7Aktuell.de)
Gewalttätige Gruppen haben in der Nacht in Stuttgarts Innenstadt randaliert. Die Polizei musste aus dem ganzen Land Einsatzkräfte zusammenziehen, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. 7Aktuell.de Bild in Detailansicht öffnen
Einsatz am Schlossplatz und der Königstraße. 7Aktuell.de Bild in Detailansicht öffnen
Bei den Ausschreitungen wurden Polizisten angegriffen und auch Polizeifahrzeuge zerstört. 7aktuell.de Bild in Detailansicht öffnen
Restaurants und Läden wurden geplündert. picture alliance/Kohls/SDMG/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Viele Schaufensterscheiben gingen zu Bruch. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Geschäfte wurden geplündert und mutwillig zerstört. 7Aktuell.de Bild in Detailansicht öffnen

Um kurz vor Mitternacht habe sich die Lage in der Nähe des Schlossplatzes "aufgeschaukelt", wo sich am Wochenende dem Polizeisprecher zufolge immer viele Menschen aufhalten. Es sei zu Auseinandersetzungen zwischen mehreren kleineren Gruppen gekommen, an denen insgesamt rund 500 Menschen beteiligt gewesen sein sollen.

Erst gegen 3 Uhr sei die Lage wieder unter Kontrolle gewesen. Zu den Hintergründen konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Auch zur Anzahl der Festnahmen äußerte sie sich zunächst nicht. Es habe Verletzte gegeben, auch unter den Einsatzkräften. Erst nach mehreren Stunden habe sich die Lage beruhigt, so ein Polizeisprecher. Polizisten aus ganz Baden-Württemberg waren nach Stuttgart beordert worden, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Sonntag, 21.06.2020

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