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Im Prozess gegen die mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle "Gruppe S." hat sich der erste Angeklagte vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim zu den Vorwürfen geäußert. Mit seiner Aussage distanzierte er sich von den Absichten der Gruppe.

Der 51-Jährige, der im nordrhein-westfälischen Hamm für die Polizei arbeitete, wies alle Verstrickungen in die Pläne und Absichten der Gruppe von sich. Er habe mit der politischen Szene nichts zu tun, sei weder rechts noch links, sagte er am Dienstag vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart. "Das interessiert mich alles gar nicht." Auch habe er die meisten Männer gar nicht gekannt. An einem Treffen der Gruppe im Februar 2020 habe er nur teilgenommen, weil er dachte, es gehe um sein Hobby Mittelalter.

Laut Staatsanwaltschaft wollten Angeklagte einen Bürgerkrieg anzetteln

In Stuttgart steht der 51-jährige Polizeimitarbeiter wegen Unterstützung der rechtsterroristischen Vereinigung "Gruppe S." vor Gericht. Der Anklage zufolge soll er als Nicht-Mitglied seine Bereitschaft erklärt haben, die Vereinigung für den Waffenerwerb finanziell zu unterstützen. Elf weitere Männer müssen sich wegen der mutmaßlichen Mitgliedschaft verantworten. Die "Gruppe S.", benannt nach ihrem mutmaßlichen Rädelsführer Werner S., der aus dem Raum Augsburg stammt, soll Waffen gehortet und Anschläge geplant haben. Die Männer wollten der Anklage zufolge gezielt Muslime töten und einen Bürgerkrieg anzetteln. Das Staatsschutzverfahren ist ein Mammutprozess, bis Mitte 2022 sind Verhandlungstermine geblockt.

Zuvor hatten am Dienstag mehrere Anwälte die Aussetzung des Verfahrens beantragt, weil ihre Mandanten aus ihrer Sicht im Gefängnis nicht ausreichend Zugang zu ihren Leselaptops haben. Das Gericht lehnte den Antrag ab.

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