Wanderer beim 117. Deutschen Wandertag bei Eisenach in Thüringen: Zum diesjährigen  international größten Wanderertreffen im Remstal werden wieder viele Besucher erwartet. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Martin Schutt/dpa-Zentralbild)

Zehntausende aus ganz Deutschland erwartet

Deutscher Wandertag: Programm im Remstal startet

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Fabian Ziehe
Fabian Ziehe (Foto: SWR, SWR / Foto: Patricia Neligan)

Gut 200 Wanderungen und ebenso viele Veranstaltungen an neun Tagen: Am Samstag startet das Programm des Deutschen Wandertags im Remstal. Die Region erwartet einen Gäste-Ansturm.

Ein pralles Programmheft, frisch beschilderte Wege und gute Wetteraussichten: Für das Vorglühen des 121. Deutschen Wandertags im Remstal stimmen die Rahmenbedingungen. Diesen Samstag geht es schon los - wenn auch der offizielle Start des alljährlichen Treffens der Deutschen Wanderverbände erst kommenden Mittwoch ist und der Eröffnungsabend in der temporären deutschen Wander-Hauptstadt Fellbach (Rems-Murr-Kreis) sogar erst am Donnerstag stattfindet.

Neun Tage im Remstal mit viel Programm

Doch über 200 Wanderungen und nochmal so viele weitere Veranstaltungen hätten niemals in einen einzelnen Wandertag und auch nicht in fünf gepasst. Und die Gäste aus allen Ecken der Republik wollen auch Zeit haben, das Remstal und die Region ringsum ausgiebig zu erkunden. Neben Wandern nach Herzenslust gibt es die neun Tage über Workshops und Fachvorträge, Konzerte, Stadtführungen und sogar Stand-Up-Paddling-Angebote. Bis Sonntag, 7. August, werden Zehntausende in der Region unterwegs sein - das große Finale steigt dann in Fellbach.

Der Remstalwanderweg nord- und südlich des Tals wurde zur Landesgartenschau 2019 neu eingerichtet und ausgeschildert. Wegewarte pflegen seither die Strecken und Wegezeichen.  (Foto: SWR, Siri Warrlich)
Der Remstalwanderweg nord- und südlich des Tals wurde zur Landesgartenschau 2019 neu eingerichtet und ausgeschildert. Wegewarte pflegen seither die Strecken und Wegezeichen. Siri Warrlich

Größtes weltweites Treffen von Wanderern

Es wird ein großer Aufschlag: Der Wandertag, den der Deutsche Wanderverband seit dem Jahr 1900 ausrichtet, gilt als weltweit größtes Treffen seiner Art. Dieses Jahr richtet der Schwäbische Albverein das Treffen aus, der - anders als sein Name vermuten lässt - bis ins Hohenlohische hinauf Wandergebiete betreut und Ortsgruppen hat. So auch das Remstal - was im Fall des Wandertags 21 Gemeinden entlang der Rems von der Quelle in Essingen (Ostalbkreis) bis zur Mündung in den Neckar in Remseck (Kreis Ludwigsburg) meint. Mehr noch: Auch Orte auf den Höhenzügen ringsum beteiligen sich - etwa im Schurwald, auf der Ostalb und im Schwäbisch-Fränkischen Wald.

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Tourismus hofft auf Image-Gewinn für das Remstal

Aus dem ganzen Bundesgebiet reisen Gruppen und Besucher an - von den 5000 Betten in den Remstal-Gemeinden waren Anfang der Woche bereits 80 Prozent ausgebucht, vor allem jene rings um Fellbach. Am Freitagabend waren es 90 Prozent. Nach den Einschränkungen durch Corona boomt das Wandern. Werner Bader, Chef von Remstal-Tourismus, hofft, dass der Wandertag von dem bundesweiten Interesse auch langfristig profitiert - schließlich schickten einige Gruppen auf die Wandertage erstmal ihre "Späher". "Und diese Gruppen kommen dann erfahrungsgemäß in den Folgejahren mit einer größeren Delegation, weil sie immer wieder nach neuen Destinationen suchen." Der Touristiker verspricht sich vom Wandertag einen "deutlichen Image-Gewinn".

Werner Bader, Geschäftsführer von Remstal Tourismus, erwartet sich vom Deutschen Wandertag eine langfristige Attraktivitätssteigerung der Region. (Foto: SWR, Siri Warrlich)
Werner Bader, Geschäftsführer von Remstal Tourismus, erwartet sich vom Deutschen Wandertag eine langfristige Attraktivitätssteigerung der Region. Siri Warrlich

Wanderplakette "Remsi" lockt mit Vergünstigungen

Aber auch in der Region will das Remstal punkten - mit schönen Wanderzielen, mit Wein und Genuss, mit Kultur und bewegter Geschichte. Besucher sollen auch mit der Wanderplakette "Remsi" angelockt werden - für kleines Geld eröffnet diese kostenlosen Nahverkehr, kostenlose oder zumindest vergünstigte Teilnahme an Veranstaltungen und Wanderungen sowie Angebote bei lokalen Erzeugern. Die Plakette gibt es beispielsweise in vielen Rathäusern der Region - bislang wurden über 3.000 der Plaketten verkauft. Allerdings muss man sich bei einigen Angeboten des Wandertags zuvor anmelden - erste Wanderungen und Veranstaltungen sind schon ausgebucht. Die Veranstalter rechnen insgesamt mit 20.000 bis 30.000 Besuchern. "Alles darüber hinaus wäre ein Riesenerfolg", sagte eine Sprecherin des Schwäbischen Albvereins.

Zum Auftakt am Samstag, 30.7., fährt die Schwäbische Waldbahn mit einer Sonderfahrt von Schorndorf nach Welzheim (beide Rems-Murr-Kreis). In Fellbach findet am Mittwoch das Auftaktkonzert und am Donnerstagabend die offizielle Eröffnung (19 Uhr) statt. Dort ist zudem rund um die Schwabenlandhalle von Donnerstag an ein großes Fest mit Buden, Bühnen, Messen, Konzerten, Vorträgen und Workshops geplant. Am Sonntag, 7. August, gibt es in Fellbach zum Abschluss einen Festumzug (14 Uhr) - 30 Gruppen haben sich dazu angemeldet. Bei der Abschlussveranstaltung wird auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zu Gast sein (17.30 Uhr, Guntram-Palm-Platz ).

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