Junge Menschen nachts am Stuttgarter Eckensee (Foto: SWR)

Polizei in der Nacht an Hotspots präsent

Nächtliches Aufenthaltsverbot mit Polizeikontrollen in Baden-Württemberg - kaum Zwischenfälle

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In der Nacht auf Sonntag galt erstmals in Stuttgart ein nächtliches Aufenthaltsverbot für bestimmte Bereiche. Die Menschen hielten sich weitgehend daran. Auch in Freiburg wurde kontrolliert.

In der Nacht auf Sonntag ist in Stuttgart um Mitternacht erstmals ein Aufenthaltsverbot an zwei beliebten Plätzen in Kraft getreten. Grund sind massive Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung und Mülls. Die Stuttgarter Polizei überwachte das Verbot am Marienplatz und am Feuersee.

Man habe die Menschen bereits im Laufe des Abends auf das von der Stadt Stuttgart erlassene Aufenthaltsverbot hingewiesen, teilte die Polizei in der Nacht mit. Dem Großteil sei die Verfügung bekannt gewesen. Gegen 0 Uhr erfolgte am Marienplatz eine Lautsprecherdurchsage. Gleichzeitig sprachen Kommunikationsteams der Polizei an beiden Plätzen die Personen an, die die Örtlichkeiten daraufhin verließen. Um 0:10 Uhr seien der Marienplatz und der Feuerseeplatz bereits menschenleer gewesen.

Zahlreiche Menschen in Stuttgart unterwegs

In der Innenstadt waren den Angaben zufolge bis in den frühen Morgenstunden noch zahlreiche Personen unterwegs. Schwerpunkte seien der Schlossplatz und der Eckensee gewesen. Auch hier waren neben den Einsatzkräften die Kommunikationsteams der Polizei im Einsatz. Trotz etlicher Körperverletzungsdelikte sei der Abend im Großen und Ganzen ohne größere Vorkommnisse verlaufen.

Die Stadt Stuttgart zog am Sonntagmorgen eine positive Bilanz ihrer zuvor verordneten Maßnahmen: Mitarbeiter des städtischen Vollzugsdienst und eines privaten Sicherheitsdienstes sowie Streetworker waren neben der Polizei am Wochenende unterwegs, um insbesondere gegen Ruhestörungen vorzugehen. Ordnungsbürgermeister Clemens Maier zeigte sich zufrieden: "Beruhigend ist, dass die Stimmung diesmal nicht in Aggression umgeschlagen ist." Die Taktik, lokale Beschränkungen mit frühzeitiger Kommunikation zu verbinden, scheine aufgegangen zu sein.

Stadt Stuttgart: "Höchste Zeit" für Aufenthaltsverbot

Der Feuersee und der Marienplatz sind beliebte Treffpunkte junger Leute, vor allem am Wochenende. Laut Stadt sei es höchste Zeit gewesen, die Reißleine zu ziehen. Das Verbot sei angemessen und zweckmäßig, so Stadtsprecher Sven Matis im Vorfeld der Kontrollen gegenüber dem SWR. "Wir schauen uns die Lage in der Nacht zum Sonntag genau an und werden hier natürlich angemessen und verhältnismäßig vorgehen - dann politisch und auch sachlich mit der Polizei sprechen."

Matis betonte, die Stadtverwaltung wolle, dass man auf der einen Seite in der Stadt feiern kann, andererseits aber auch als Anwohner in der Nacht seine Ruhe hat.

Kaum Probleme in Freiburg

Auch in Freiburg blieb es in der Nacht auf Sonntag relativ ruhig. Einsatzkräfte der Polizei kontrollierten unter anderem auf dem Platz der Alten Synagoge. Dort kamen in der Spitze - etwa um 0 Uhr - schätzungsweise 500 Personen zusammen. Das von der Stadt verfügte Glasverbot wurde weitgehend eingehalten.

Die Stimmung in der Freiburger Innenstadt blieb über weite Strecken friedlich. Zu fortgeschrittener Stunde wurden jedoch vereinzelt Straftaten gemeldet. So soll es nach aktuellem Kenntnisstand der Polizei im Laufe der Nacht zu drei Körperverletzungsdelikten und einer sexuellen Belästigung gekommen sein. Es wurden jeweils Ermittlungen eingeleitet.

In Heidelberg gilt nachts auf der Neckarwiese bereits seit einiger Zeit ein Aufenthaltsverbot. Ein speziell geschultes Team der Polizei setzt das Verbot durch. SWR Aktuell hat sie für die Sendung vom 26. Juni 2021 begleitet:

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