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Die Grünenpolitikerin Muhterem Aras kandidiert nicht als Oberbürgermeisterin für Stuttgart. Aras war nach der Absage von OB Kuhn als mögliche Kandidatin gehandelt worden.

Am Dienstag hat Aras erklärt, sie wolle weiter Landtagspräsidentin bleiben. Sie habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, schreibt Aras in einer persönlichen Erklärung im Netz. Aber: Sie könne im Amt als Landtagspräsidentin dem Parlament und dem Land am besten dienen. Sie wolle sich dabei lieber weiter für Demokratiebildung und die Verteidigung einer offenen und vielfältigen Gesellschaft einsetzen.

Will grüne Kandidatensuche unterstützen

Von vielen war sie als mögliche Kandidatin gehandelt worden. Vergangene Woche hatte Aras eine Kandidatur nicht ausgeschlossen. Ihr sei klar gewesen, dass sie in den Blick gerate. Die Grünen in Stuttgart wolle sie dennoch bei der Suche nach Kandidierenden unterstützen. "Wir haben in Stuttgart starke Frauen in der Politik", so Muhterem Aras in ihrer Erklärung im Internet. Die türkischstämmige Politikerin war 2011 Stimmenkönigin im Wahlbezirk Stuttgart 1 bei der Landtagswahl geworden.

Kuhn will nicht mehr OB-Wahl in Stuttgart: Kandidaten und Absagen in der Übersicht

Die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) (Foto: SWR)
Migrationshintergrund, weiblich, lokalpolitische Erfahrung im Gemeinderat - für Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) sprach eigentlich viel: Allerdings sagte sie schließlich ab. Sie könne ihre wichtigsten Anliegen wie zum Beispiel die Verteidigung einer offenen und vielfältigen Gesellschaft am besten in ihrem derzeitigen Amt umsetzen. Gleichzeitig sprach sie sich aber für eine Frau als Oberbürgermeisterin aus. Bild in Detailansicht öffnen
Auch Petra Olschowski (Grüne), Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, will nicht Stuttgarter Oberbürgermeisterin werden. Sie sei in der Landespolitik sehr zufrieden, sagte sie dem SWR. "In den letzten Jahren habe ich da langfristige Projekte angestoßen, die ich in dieser Legislaturperiode weiter voranbringen werde. Das ist mir wirklich ein Herzensanliegen." picture alliance / dpa Bild in Detailansicht öffnen
Der frühere Grünen-Bundeschef Reinhard Bütikofer brachte den ehemaligen Parteivorsitzenden Cem Özdemir als möglichen Kandidaten ins Spiel. Der 54-Jährige zollte dem scheidenden Oberbürgermeister Kuhn "maximalen Respekt". Stuttgart sei noch weltoffener, sozialer und nachhaltiger geworden, so Özdemir. Er selbst lehnte aber ab: Zwar stehe er der Findungskommission mit Rat und Tat zur Seite, wolle aber nicht selbst antreten. picture alliance/Michael Kappeler/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Nach Auskunft von Tübingens OB Boris Palmer (Grüne) gegenüber dem SWR kommt eine OB-Kandidatur von ihm in Stuttgart bisher in seinen Plänen nicht vor. Er sitze gerade an einem Programm, das Tübingen bis 2030 als erste deutsche Stadt klimaneutral machen solle. Auch familiär habe er dieses Jahr andere Prioritäten. picture alliance/Christoph Soeder/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Marian Schreier (SPD), derzeit noch Bürgermeister von Tengen (Kreis Konstanz), warf schon Ende November seinen Hut in den Ring. Schreier ist gebürtiger Stuttgarter. Er setzt auf Bürgerbeteiligung und Wohnungsbau. Er wird allerdings nicht vom Stuttgarter Kreisverband seiner Partei unterstützt. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Auch der Stuttgarter SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Körner möchte gerne Oberbürgermeister von Stuttgart werden. Der studierte Volkswirt glaubt, dass er mit seinem Stuttgarter Stallgeruch punkten kann. Er wolle durch Bürgernähe überzeugen. Sein vorrangiges Ziel sei es, bezahlbaren Wohnraum in Stuttgart zu schaffen. Foto: Joachim Thiel Bild in Detailansicht öffnen
Der Oberbürgermeister von Rottenburg (Kreis Tübingen), Stephan Neher (CDU), hat auch Interesse bekundet. Mit seiner offenen Flüchtlingspolitik und der Aufnahme von Bootsflüchtlingen hat sich der 45-Jährige über die Grenzen von Rottenburg hinaus einen Namen gemacht. Kulturamt Rottenburg/Steffen Schlueter Bild in Detailansicht öffnen
Der Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Richard Arnold (CDU), will nicht Stadtoberhaupt in Stuttgart werden. Er sehe seine Zukunft weiter in Schwäbisch Gmünd, teilte Arnold mehrere Wochen nach dem Rückzug von Fritz Kuhn mit. Diese Entscheidung habe er nach langer Überlegung und nach vielen Gesprächen mit Familie und Freunden getroffen. Zuvor hatte er noch gesagt, dass ihn Stuttgart immer interessiert habe. Philipp Link-Ehnert Bild in Detailansicht öffnen
Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald (CDU) schließt eine Kandidatur offenbar nicht aus. Nachdem er in der Presse als möglicher Kandidat genannt wurde, erklärte Osswald, für neue Herausforderungen grundsätzlich offen zu sein. Die Kommission der Partei müsse aber über eine Kandidatur entscheiden. Patrick Seeger Bild in Detailansicht öffnen
Auch die Bundestagsabgeordneten Stefan Kaufmann und Karin Maag sowie Stuttgarts Ratsfraktionschef Alexander Kotz sowie Backnangs OB Frank Nopper (alle CDU) werden als Kandidaten gehandelt, haben sich aber noch nicht offiziell geäußert. Fotograf:Arno Burgi Bild in Detailansicht öffnen
Ende Februar will die FDP entschieden haben, wie sie in die kommende OB-Wahl geht: mit eigenem Kandidaten, einer Wahlempfehlung oder auch ganz offen. Die Partei will das Bewerberfeld nicht kampflos den anderen Parteien überlassen, so ein Sprecher. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa (Symbolbild) Bild in Detailansicht öffnen

Findungskommissionen für OB-Kandidaten

Am heutigen Dienstag trifft sich zum ersten Mal die Findungskommission des grünen Kreisverbands in Stuttgart, um einen Kandidaten oder eine Kandidatin zu finden. Auch die FDP hat mittlerweile eine Findungskommission eingerichtet, die am Donnerstag ihre Arbeit aufnehmen soll.

Dauer

Weitere OB-Kandidaten

Auch die FDP versucht bei der kommenden OB-Wahl im November diesen Jahres eine eigene Kandidatin oder einen eigenen Kandidaten aufzustellen und will das Bewerberfeld für eine OB-Kandidatur nicht kampflos den anderen Parteien überlassen. Ziel sei es, einen eigenen Kandidaten zu finden, sagte Kreisvorsitzender Armin Serwani. Und: Gespräche mit möglichen Kandidaten und Kandidatinnen laufen bereits. Für die SPD hatte bereits der Stuttgarter Gemeinderatsfraktionschef Martin Körner seine Kandidatur angekündigt. Auch der Bürgermeister aus Tengen (Kreis Konstanz), Marian Schreier (SPD), hatte sein Interesse angemeldet.

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