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Im November hatte Alexander Maier (Grüne) bei der OB-Wahl in Göppingen knapp gegen den Amtsinhaber Guido Till (CDU) gesiegt. Am Donnerstagabend wurde er in sein neues Amt eingeführt.

Wegen Corona fand die Veranstaltung in kleinem Kreis statt und wurde auf der Webseit der Stadt Göppingen gestreamt. In seiner Antrittsrede erinnerte der neue OB dann auch zunächst an die vielen Corona-Toten. Und er sagte dies ausdrücklich auch an die Adresse der Corona-Leugner. Trotz der Corona-Krise sieht Maier aber keinen Grund, hoffnungslos in die Zukunft zu blicken.

Göppingen sei eine großartige Stadt mit starken Wirtschaftsunternehmen und einer starken Kultur- und Sportszene. Für die Zukunft setzt Maier unter anderem auf die Digitalisierung und rief dazu auf, Ideen und Visionen zu entwickeln. Und: Er versprach ein echtes Mobilitätskonzept und den Bürgern echte Beteiligung und echten Dialog.

Jüngster OB im Land

Mit 41,8 Prozent hatte der grüne Landtagsabgeordnete Alexander Maier den zweiten Wahlgang um das Amt des Oberbürgermeisters der Stauferstadt im November knapp gewonnen. Maier erhielt 79 Stimmen mehr als Amtsinhaber Guido Till (CDU), auf den 41,3 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen, der parteilose Politiker Stefan Horn wurde Dritter. Maier ist mit seinen 29 Jahren der jüngste Oberbürgermeister in Baden-Württemberg.

Von Landtagsabgeordneten zum OB

Bei der Landtagswahl 2016 erreichte Maier das Direktmandat für die Grünen im Landtagswahlkreis Göppingen. Als Landtagsabgeordneter setzte Maier sein jahrelanges Engagement gegen Rechtsextremismus als Sprecher seiner Fraktion für Strategien gegen Rechtsextremismus fort und war stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Inneres. Kurz vor der Übernahme des Oberbürgermeisteramtes in Göppingen legte er zum Jahresende 2020 sein Landtagsmandat nieder. Bereits 2012 initiierte und gründete er den Verein Kreis Göppingen nazifrei e.V. Der gemeinnützige Verein stellt ein überparteiliches Bündnis gegen Rechtsextremismus dar. 

Amtseinführung von zu Hause aus verfolgen

Mit Verweis auf diese Übertragung der Amtseinführung appellierte die Erste Bürgermeisterin Almut Cobet an die Bürgerinnen und Bürger, nicht zur Amtseinsetzung in die Stadthalle zu kommen, sondern "mit Blick auf Ihre Gesundheit zu Hause" zu bleiben. Corona-bedingt seien die für Zuschauende reservierten Plätze so weit vom Geschehen entfernt, dass die Perspektive via Bildschirm deutlich besser sei. Und eine persönliche Gratulation sei angesichts der Abstandsregeln ohnehin nicht möglich. "Gelegenheiten, mit dem neuen Oberbürgermeister ins Gespräch zu kommen, wird es nach der Corona-Pandemie wieder sehr zahlreich geben", ist Cobet überzeugt. "Die Amtszeit von Alexander Maier beträgt mindestens acht Jahre."

Vor der Klinik am Eichert steht ein Ortsschild von Göppingen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Stefan Puchner/dpa)
picture alliance/Stefan Puchner/dpa

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