Mutmaßlicher Täter war bereits auffällig Verdächtiger nach Brand in Marbacher Asylunterkunft festgenommen

Das Feuer in einer Marbacher Asylunterkunft (Kreis Ludwigsburg) war vermutlich Brandstiftung. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurde ein tatverdächtiger Bewohner der Unterkunft ermittelt - er ist bereits polizeibekannt.

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Sendedatum
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16:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Den ersten Ermittlungserkenntnissen der Polizei zufolge könnte ein 24-Jähriger, der in der Marbacher Asylunterkunft gewohnt hatte, für das Feuer in dem Containergebäude verantwortlich sein. Der Mann habe zusammen mit seinem Bruder das Zimmer bewohnt, in dem das Feuer ausgebrochen war. Der 24-Jährige sei nach dem Brandausbruch in Richtung des Marbacher Bahnhofs geflüchtet. Dort sei er in einem augenscheinlich psychischen Ausnahmezustand festgenommen worden.

Verdächtiger verursachte schon 2018 einen Brand

Nach Angaben der Polizei ist noch nicht klar, ob er das Feuer durch Fahrlässigkeit oder mit Absicht verursacht wurde. Das müssten die weiteren Ermittlungen zeigen. Klar ist jedoch, dass der Verdächtige bereits im März 2018 wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgefallen war. Damals hatte er in seinem Zimmer in einer Unterkunft in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) mit zwei Heizlüftern fahrlässig einen Brand verursacht. Dabei war ein Schaden von etwa 450.000 Euro entstanden.

24-Jähriger jetzt in psychiatrischer Einrichtung

Der 24-Jährige befindet sich nun in einer psychiatrischen Einrichtung. Wie der Marbacher Bürgermeister Jan Trost im SWR-Interview sagte, kann ein Teil der übrigen Bewohner, 92 Personen sind dort gemeldet, zurück in die Containerunterkunft, ein Teil muss auf andere Einrichtungen im Landkreis verteilt werden.

"Die Bewohner haben zum Teil versucht, mit Feuerlöschern das Feuer einzudämmen, was angesichts der Wucht des Feuers aber nicht gelungen ist."

Jan Trost, Bürgermeister von Marbach am Neckar

Bei dem Feuer am frühen Donnerstagmorgen waren zwei Bewohner sowie ein Feuerwehrmann leicht verletzt worden. Auch Bürgermeister Trost war vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. "Natürlich ist so ein Branderlebnis für die Menschen ein Schock", so Trost. "Aber Gott sei Dank ist alles glimpflich ausgegangen."

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