Jens Rommel aus Ravensburg (Foto: SWR, Patrik Wind)

Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg Oberster Nazi-Jäger wird Bundesrichter

Er wird als oberster Nazijäger bezeichnet - der Chef der Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg. Nun wird Jens Rommel Bundesrichter am Bundesgerichtshof.

Seit dreieinhalb Jahren ist Oberstaatsanwalt Jens Rommel Leiter der Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg. Jetzt ist er zum Bundesrichter am Bundesgerichtshof gewählt worden. Frühestens im Herbst oder Winter wird er seine Arbeit in Ludwigsburg beenden, schätzt Jens Rommel selbst. "In Karlsruhe und Leipzig werden neue Senate beim Bundesgerichtshof eingerichtet. Das dauert", sagte er gegenüber SWR4 Baden-Württemberg.

Nachfolge offen

Er freue sich sehr, künftig für das oberste deutsche Strafgericht arbeiten zu können, so Rommel. Das sei eine große Auszeichnung. Auf einen möglichen Nachfolger für die Zentralstelle in Ludwigsburg angesprochen, winkte er ab. Und auch aus dem Justizministerium Baden-Württemberg heißt es, man könne die Stelle erst dann nachbesetzen, wenn klar sei, zu welchem Zeitpunkt Rommel seine Stelle am Bundesgerichtshof antrete.

Naziverbrecher werden bis zuletzt gejagt

Baden-Württemberg habe ein Vorschlagsrecht bei der Besetzung dieser bundesweiten Zentralstelle, erklärte der Sprecher des Justizministeriums in Stuttgart, Robin Schray. Das Ende des Zweiten Weltkriegs ist mehr als 70 Jahre her. Nur noch wenige der Nazi-Täter von damals leben noch. Überlegungen, wonach die Arbeit der Zentralstelle nach dem Ausscheiden von Jens Rommel auslaufen könnte, erteilt das Justizministeriums jedoch eine klare Absage: "Irgendwann wird sich ein natürliches Ende dieser Aufgabe finden. Solange es aber noch möglicherweise Beschuldigte gibt, wird die Zentralstelle ihre Arbeit weiterführen", so Justizministeriumssprecher Schray. "Da sind sich die Bundesländer auch alle einig".

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