Zauneidechse (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Von Tierschützern gehegt, von Bauplanern gefürchtet Zauneidechse ist Reptil des Jahres 2020

Bauprojekten ist sie oft im Weg, sogar den Verlauf von Autobahnen hat sie schon verändert: die Zauneidechse. Am Donnerstag hat die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde sie in Stuttgart zum Tier des Jahres 2020 gekürt.

Derzeit wird die Zauneidechse mit ihrer leuchtend grünen Färbung in der Roten Liste Deutschlands noch nicht als gefährdet aufgeführt. Sie befindet sich jedoch auf der sogenannten Vorwarnliste, ihre Lage könnte sich in den kommenden Jahren verschlechtern.

"Die Bestände scheinen aber zurückzugehen", sagte Alex Kwet, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), in der Wilhelma in Stuttgart. In regionalen Roten Listen der meisten deutschen Bundesländer gilt die Zauneidechse schon als "gefährdet" oder "stark gefährdet".

Oftmals müssen Zauneidechsen umgesiedelt werden

Von Tierschützern wird die Zauneidechse gehegt, Bauplaner fürchten sie. Denn die Tiere werden in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union gelistet. Was zur Folge hat, dass die Lebensräume der Art zu beschädigen oder zu zerstören, verboten ist.

Um die Kriechtiere zu retten, mussten bereits Autobahnbauten verschoben werden. Sie behinderten Bahnprojekte und einen Gefängnisneubau. Wenig erfolgreich gestaltete sich die Umsiedlung von mehr als 100 Echsen wegen des Bahnprojekts Stuttgart 21 nach Steinheim an der Murr (Landkreis Ludwigsburg) - alle Exemplare verendeten.

Zauneidechse kann Schwanz abwerfen

In Baden-Württemberg kommt die Zauneidechse fast flächendeckend vor. Besonders gerne leben die Reptilien in trockenen Wäldern, Bahndämmen, Heideflächen oder Kiesgruben. Ihre Grundfarbe ist braun, zur Paarungszeit sind die Flanken der erwachsenen männlichen Zauneidechsen auffällig grün. Die Tiere können bis zu 24 Zentimeter lang werden.

Die natürlichen Feinde der Zauneidechse sind Greifvögel, Füchse oder Igel. Bei Bedrohung kann die Zauneidechse einen Teil ihres Schwanzes abwerfen. Später bildet sich der Schwanz neu - er bleibt dann aber kürzer.

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