Zwei total kaputte Autos nach dem Crash in Stuttgart (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Kohls/SDMG/dpa)

Raser-Mordprozess am Landgericht Stuttgart Verteidiger fordern Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung

Im Geschwindigkeitsrausch baute ein junger Mann in Stuttgart einen Unfall. Ein junges Paar stirbt. Mord, sagt die Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger sehen das anders.

Die Verteidigung forderte am Montag vor dem Landgericht Stuttgart eine Jugendstrafe von höchstens zwei Jahren für ihren inzwischen 21 Jahre alten Mandanten. Mit ihrem Plädoyer auf fahrlässige Tötung wenden sich die Verteidiger des angeklagten jungen Mannes gegen die Auffassung der Staatsanwaltschaft. Diese fordert eine Verurteilung wegen Mordes und eine Jugendstrafe von sechs Jahren Haft. Die Verteidigung hält zwei Jahre für angemessen, die nach acht Monaten Untersuchungshaft zur Bewährung ausgesetzt werden sollen.

Plädoyers für Verurteilung nach Jugendstrafrecht

Einig sind sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung darüber, dass der zum Tatzeitpunkt 20-jährige Heranwachsende nach Jugendstrafrecht verurteilt werden soll. Den Mordvorwurf weist die Verteidigung zurück und sagt, ihr Mandant habe den möglichen Tod des jungen Paares keineswegs gebilligt. Das zeige sich unter anderem daran, dass er vor dem Aufprall gebremst habe und auch sein eigenes Leben nie gefährden wollte.

Das Urteil vor dem Stuttgarter Landgericht fällt voraussichtlich am kommenden Freitag.

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