Ungewöhnlicher Unterricht in Stuttgart Humor-Training für Krankenpfleger

Eine Krankenpflegeschule in Stuttgart hat das Fach Humor auf den Lehrplan gesetzt. Das Gelernte soll den Patienten helfen und auch den angehenden Pflegern den Alltag erleichtern.

Eckart von Hirschhausen (Foto: picture-alliance / dpa, Jens Büttner)
Für das Humor-Training kooperiert eine Stuttgarter Krankenpflegeschule mit der Stiftung "Humor hilft heilen" des Arzt und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen. Jens Büttner

Beim Humor-Training im Evangelischen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Stuttgart geht es um Emphatie, Kommunikation und Herzlichkeit. Dabei betont der Schulleiter Johannes Nau: "Unsere Auszubildenden sollen nicht als Clowns auftreten." Aber Humor helfe, Stress abzubauen und loszulassen. "Es geht um zwei Wirkrichtungen: Zum einen, wie tritt eine Pflegekraft zum Patient hin auf. Wie begleitet sie ihn in schweren Situationen, in schwierigen Lebensphasen. Aber sie selber ist ja in dieser Arbeit auch mit schwierigen Situationen konfrontiert; und wie begleitet sie sich selbst beziehungsweise ihre Kolleginnen oder Kollegen", so der Rektor.

Fester Bestandteil der Ausbildung

Das Humor-Seminar soll künftig einmal pro Jahr in der dreijährigen Ausbildung stattfinden, geleitet von einem erfahrenen Klinik-Clown.

Dauer

Das Humortraining erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stiftung "Humor hilft Heilen" des Entertainers Eckart von Hirschhausen. Am Evangelischen Bildungszentrum werden Schüler der drei evangelischen Krankenhäuser in Stuttgart ausgebildet. Dazu zählen das Diakonie-Klinikum, das Karl-Olga-Krankenhaus und die Sana Klinik Bethesda.

US-Arzt Hunter "Patch" Adams brachte den Humor ins Krankenhaus

Als geistiger Vater der Humormedizin gilt nach Angaben der Stiftung "Humor hilft heilen" der US-amerikanische Arzt Hunter "Patch" Adams. Seine Geschichte wurde in Hollywood mit Robin Williams (1951-2014) in der Hauptrolle bereits verfilmt. Auf Basis seiner Vision entstand in den 1980er Jahren die Idee der Klinikclowns.

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