Modell des Großprojekts Stuttgart 21 (Foto: picture-alliance / dpa)

Überflutungsrisiken durch Stuttgarter Tiefbahnhof? S21-Gegner machen mobil

Stuttgart 21-Gegner warnen vor Überflutungsgefahren durch das Bahnprojekt in Zeiten von Klimawandel und Starkregen. Am Montag wurde eine entsprechende Studie vorgestellt.

Der Ingenieur Hans Heydemann und der Physiker Christoph Engelhardt sind erklärte Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21. In der Studie zu den "Überflutungsrisiken durch Stuttgart 21" bezeichnen sie es als fahrlässig und verantwortungslos, das Projekt ausgerechnet in "einer extrem von Starkregen gefährdeten Stadt wie Stuttgart" zu bauen. Sie zogen den Vergleich zu Wuppertal, wo Starkregen kürzlich erhebliche Überschwemmungsschäden anrichtete und der Hauptbahnhof gesperrt werden musste.

"Bahnhofstrog verstärkt das Risiko"

Durch die Kessellage sei die Stadt Stuttgart sowieso schon von Überschwemmungen bedroht, so die beiden Autoren der Studie. Der geplante Bahnhofstrog werde die Risiken potenzieren. Denn die Abwasserkanäle der Stadt müssen gedükert werden. Das heißt: Es werden Druckleitungen zur Unterquerung dieser Kanäle gebaut. Die Abwasserleistung werde dadurch "erheblich eingeschränkt", so Heydemann und Engelhardt.

"Dach wirkt wie Staumauer"

Auch oberirdisch sehen die beiden Naturwissenschaftler Gefahren auf die Stadt zukommen. Das oberirdische Dach des neuen Tiefbahnhofs wirke wie eine Staumauer und behindere den Wasserabfluss an der Oberfläche. Dadurch drohe der Tiefbahnhof in kürzester Zeit überflutet zu werden.
Die Stuttgart-21-Gegner plädierten angesichts dieser Gefahren erneut für eine Alternative zu S21. Am 11. Juni wird sich der Verkehrsausschuss des Bundestags mit ihrem Konzept "Umstieg21" befassen. Dabei soll auch die Studie zum Überflutungsrisiko vorgelegt werden.
Das Projektbüro der Deutschen Bahn wollte die Studie am Montag nicht kommentieren.

STAND