Blumen liegen an der Unfallstelle, jemand hat einen Brief geschrieben  (Foto: dpa Bildfunk, Fabian Sommer)

Tödlicher Unfall im März in Stuttgart Jaguar-Raser soll Beweismaterial unterschlagen haben

Bei den Ermittlungen gegen einen jungen Raser hat es einem Medienbericht zufolge eine schwere Panne gegeben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Bei dem Unfall am 6. März in der Stuttgarter Innenstadt war ein junges Paar in einem Kleinwagen getötet worden. Ein Mann in einem gemieteten Jaguar-Sportwagen soll ihr Fahrzeug gerammt haben. Der beschuldigte 20-Jährige muss sich deshalb vom 11. September an vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Ihm wird zweifacher Mord vorgeworfen.

Smartphone des Unfallfahrers nicht sofort sichergestellt

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet am Dienstag, die Strafverfolger hätten es "leider versäumt, das Smartphone des Angeschuldigten sofort nach der Tat sicherzustellen". Die Zeitung beruft sich dabei auf die Anklageschrift, die sie habe einsehen können. Noch in der Unfallnacht habe der Angeklagte seine Freunde aufgefordert, alle kompromittierenden Videos über die Spritztouren mit dem Jaguar, an denen sie als Beifahrer teilgenommen hatten, auf ihren Mobiltelefonen zu löschen, schreibt die Zeitung weiter unter Berufung auf die Anklageschrift der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Auf diese Weise habe der Angeklagte bewusst veranlasst, dass Beweise vernichtet worden seien, die seine Fahrweise dokumentiert hätten, laute das Fazit der Ankläger.

Weitere Details aus der Unfallnacht

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" zitiert aus der Anklage weitere Einzelheiten aus der Unfallnacht. So seien der 20 Jahre alte Kfz-Lehrling und ein Freund eine halbe Stunde vor Mitternacht mit 168 Stundenkilometern durch die Stuttgarter Rosensteinstraße gerast. Bei einem Ausweichmanöver habe er die Kontrolle über das 550 PS starke Fahrzeug verloren und sei in den wartenden Kleinwagen eines jungen Paares geknallt. Die 25 und 22 Jahre alten Insassen, die aus dem Rheinland stammten, seien sofort tot gewesen. Als die Polizei den Todesfahrer zunächst in eine Klinik fuhr, interessierte den Autonarr laut zitierter Anklage vor allem eines: Über welche Motorleistung der Streifenwagen verfügte.

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