Über eine Art Staustufe eines kleinen Flusses surft ein Wassersportler mit seinem Brett. (Foto: Neckarwelle e.V.)

Surfen auf dem Neckar in Stuttgart "Neckarwelle" will nicht locker lassen

Surfbretter auf dem Neckar - das gibt es nicht. Noch nicht. Der Verein "Neckarwelle" will das über den Stuttgarter Bürgerhaushalt ändern. Die Stadtverwaltung lehnt das jedoch ab.

Kein Projekt hat beim Bürgerhaushalt 2019 in Stuttgart so viel Zuspruch erhalten wie das Ansinnen des Vereins "Neckarwelle", auf dem Neckar zu surfen. Die Stadt Stuttgart hat mit Blick auf die Gesundheitsbelastungen dem Projekt eine Absage erteilt. Doch der Verein will nicht locker lassen.

Nicht locker lassen

"Wir werden das Vorhaben so schnell nicht aufgeben", sagte Volker Sellmeier, Vorsitzender des Vereins "Neckarwelle e.V." in Stuttgart dem SWR. Der Neckar habe ein ausreichende Wasserqualität für das Surfen, denn das Surfen falle nicht unter die Badegewässerverordnung, so Sellmeier. Er veweist darauf, dass auch andere Sportarten, die auf dem Neckar ausgeübt werden, nicht darunter fallen.

"Widerspricht nicht der Badegewässerverordung "

So habe der Gesetzgeber Rudern, Kajakfahren, Stand-Up-Paddeln und Wasserskifahren ausdrücklich von der Badegewässerordnung ausgenommen. Surfen sei damit vergleichbar, führt der Chef der "Neckarwelle" aus. Daher sei die "Neckarwelle" mitsamt eines entsprechenden Bauwerks genehmigungsfähig.

Bestätigung durch den Bürgerhaushalt

Rund 40.000 der etwa 600.000 Bürger hatten sich am Bürgerhaushalt 2019 beteiligt. Damit war die Beteiligung leicht geringer im Vergleich zu 2017. "Es gibt beim Bürgerhaushalt noch zu wenige Vorschläge und zu wenige Interessierte, gemessen an der Einwohnerzahl Stuttgarts", so der Vorsitzende der "Neckarwelle".

Elf Prozent für "Neckarwelle"

Knapp 4.500 Stimmen entfielen auf die "Neckarwelle", so viele wie zu keinem anderen Thema. Für viele Projekte seien der Bürgerhaushalt eine Riesenvorteil , so Sellmeier. Sie würden durch den Bürgerhaushalt bekannt und teils schneller umgesetzt als im normalen Prozess des Gemeinderats. Sellmeier erklärte im SWR, dass "man am Instrumenarium "Bürgerhaushalt Stuttgart" festhalten und es in Zukunft stärker ausbauen sollte."

Stadtverwaltung beharrt auf Standpunkt

Einem medizinischen Gutachten, das der Verein "Neckarwelle" für das Surfen im Neckar in Auftrag geben will, sieht die Stadt Stuttgart gelassen entgegen. Einem Sprecher zufolge werde man vom bisherigen - ablehnenden - Standpunkt nicht abrücken.

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