Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen 94-jährigen Ex-KZ-Wachmann

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhebt Anklage gegen einen 94-jährigen Mann, der im Raum Mannheim lebt. Er soll Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gewesen sein.

Blick durch Stacheldraht auf das Torhaus des früheren Vernichtungslagers «Auschwitz-Birkenau» in Auschwitz, Polen. (Foto: picture-alliance / dpa)
In den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau wurden Tausende Menschen ermordet.

Dem 94-Jährigen wird Beihilfe zum Mord im KZ Auschwitz-Birkenau vorgeworfen. In der Zeit, in der er als Wachmann eingesetzt war, sollen dort mindestens 13.000 Menschen in den Gaskammern ermordet worden sein. Der ehemalige SS-Mann lebt mittlerweile im Raum Mannheim.

Über seine Verteidigerin ließ er mitteilen, dass die Hintergründe, die Zielrichtung und der Ablauf des Tötungsgeschehens ihm nicht bekannt gewesen seien.

Jugendkammer zuständig für Fall des 94-Jährigen

Ob er verhandlungsfähig ist und ob tatsächlich ein Prozess gegen ihn eröffnet wird, muss jetzt das Landgericht Mannheim entscheiden. Zuständig ist die Jugendkammer, weil der Angeschuldigte zur Tatzeit 19 Jahre alt war und damit Heranwachsender im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes war.

Auch in diesem Fall hat die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg die Vorermittlungen geleitet. Dort werden derzeit immer noch 32 Vorermittlungsverfahren gegen mutmaßliche NS-Verbrecher geführt.

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