Die Sonne geht hinter einem Mercedes-Stern auf dem Mercedes-Benz-Werk auf. Gewinnerwartung erneut gesenkt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa (Archiv))

Stuttgarter Autobauer senkt Erwartungen Daimler überrascht mit erneuter Gewinnwarnung

Der Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust im operativen Geschäft verbucht. Deshalb schraubt der Konzern seine Prognose für das gesamte Jahr nochmals deutlich zurück.

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Der Autobauer stellt für die Bewältigung der Dieselaffäre weitere 1,6 Milliarden Euro zurück, zudem legen die Stuttgarter für Probleme mit Takata-Airbags rund eine Milliarde Euro an die Seite, wie der Dax-Konzern am Freitag in Stuttgart mitteilte. Wegen der erhöhten Kosten verkündete Daimler überraschend die Gewinnwarnung.

Minus 1,6 Milliarden Euro im zweiten Quartal

Daimler hatte erst vor gut drei Wochen bekanntgegeben, dass das operative Ergebnis 2019 nicht wie ursprünglich geplant über dem von 2018, sondern etwa auf demselben Niveau liegen soll. Nun hieß es, es werde "deutlich unter dem Vorjahreswert" liegen. Für das zweite Quartal wurde ein operatives Ergebnis von minus 1,6 Milliarden Euro verbucht - mehr als vier Milliarden Euro weniger als im Vorjahr.

In der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars rechnen der seit Mai amtierende neue Konzernchef Ola Källenius und Finanzchef Harald Wilhelm nun nur noch mit einer operativen Rendite von drei bis fünf Prozent nach bisher sechs bis acht Prozent. Noch tiefer als bisher schon gedacht wird die Vans-Sparte für kleine Nutzfahrzeuge in die Verlustzone absacken. Auch beim für Investoren wichtigen Bargeldzufluss für das Jahr kappte Daimler die Aussichten.

Aktie bricht ein und zieht andere mit sich

Daimler-Aktien brachen am Freitag um bis zu 4,5 Prozent ein und rissen auch andere Automobilwerte nach unten. Titel von VW gaben 1,2 Prozent nach, die von BMW fielen um 1,3 Prozent.

Für die schlechteren Aussichten seien auch verspätete Produktanläufe und schlechter als erwartet laufende Automobilmärkte verantwortlich, hieß es vom Konzern. Daimler hatte erst vor wenigen Wochen seine Ergebnisprognose wegen Rückrufen und Maßnahmen für mutmaßlich manipulierte Dieselfahrzeuge gesenkt. Es ist für den davor erfolgsverwöhnten Konzern zudem die vierte Gewinnwarnung innerhalb rund eines Jahres.

Källenius muss sparen

Daimler-Chef Källenius hatte erst am 22. Mai das Zepter von Dieter Zetsche übernommen, der den Konzern über 13 Jahre lang führte. Von Källenius wird erwartet, dass er ein von Zetsche bereits angekündigtes strenges Sparpaket in die Tat umsetzt. Details dazu hat der Schwede bisher nicht vorgelegt. Stellenstreichungen sollen jedoch kein Teil der Pläne sein, hieß es bisher aus dem Unternehmen.

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