Ein dreistöckiges neues Gebäude mit viel Glas. Rund 25 mal 60 Meter groß. (Foto: Pressestelle HaasCookZemrich/ Roland Halbe)

Stuttgarter Architekten CO2-neutrales Bauen mit Lehm

Lehm als Baustoff ist bei privaten Bauherren seit geraumer Zeit wieder in. Doch auch Gewerbeimmobilien aus Lehm sind für einen Stuttgarter Architekten reizvoll - und zukunftsträchtig.

Martin Haas ist Architekt in Stuttgart. Die Alnatura-Zentrale bei Darmstadt , in dem rund 400 Menschen arbeiten, war sein erster Lehmbau. Derzeit entstehen weitere Gewerbeimmobilien aus Lehm in Bayern und Hessen. Die Zukunft des Bauens sieht er in CO2-neutralen Bauen, denn auch die Ökobilanz der Baustoffe wird immer wichtiger.

Lehmhaltiger S21-Aushub

Auch die Optimierung der Nutzung findet er immer bedeutsamer. Häuser, die nachts oder tagsüber komplett leer und ungenutzt sind, hält Haas für Verschwendung. Auch Stuttgart 21 hat seine Arbeit beeinflusst. Mancher Tunnelaushub ist stark lehmhaltig. Der S21-Lehm war für Architekt Haas eine Zufalls-Entdeckung, er war gerade auf der Suche nach geeignetem Baulehm und hatte den Abraum am Rande der Autobahn 8 gesehen.

Dauer

Vor-und Nachteile

Lehm ist schallschluckend. Lehmwände und Lehmputz nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie langsam wieder an ihre Umgebung ab. Ein Spiegelschrank im Bad beschlägt bei einer heißen Dusche nicht mehr, wenn die Lehmwand nicht mit einem Dispersionsfarbanstrich versiegelt ist. Auch gegen Verschmutzung muss man sich wappnen, zum Beispiel mit Kasein. Ebenso im Außenbereich, denn Lehm quillt bei Regen auf. Ein weiterer Nachteil: das Bauen mit Lehm ist teurer als mit konventionellen Baustoffen. Doch dafür ist der ökologische Fußabdruck besser.

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