Ein bärtiger Mann mit Kreuz inmitten einer Menschengruppe an einem Straßenrand (Foto: Heinrich Fiechtner)

Gedenkfeier in Stuttgart kurzfristig abgesagt Armenische Gemeinde: War es eine Bombendrohung?

In Stuttgart Bad Cannstatt ist eine Gedenkveranstaltung zum Völkermord an den Armeniern am Mittwochabend kurzfristig abgesagt worden. Die Polizei hatte eine Drohung erhalten.

Ob es sich dabei um eine Bombendrohung gehandelt hat, ist noch unklar. Die Polizei sprach bislang lediglich von einer Gefahrensituation. Die Kirche wurde vor der Gedenkfeier zum Genozid der Armenier vorsorglich geräumt, so ein Sprecher der Polizei. Kurz vor Beginn der Veranstaltung gegen 19 Uhr mussten die rund 60 Gottesdienstteilnehmer, darunter mehrere Landtagsabgeordnete, die Cannstatter Lutherkirche verlassen.

Ansprache neben der Kirche

Laut Polizei verlief die Räumung geordnet. Die angereisten Gäste stellten sich in der Nähe der Kirche unter und Diradur Sardaryan, Pfarrer der armenischen Gemeinde Baden-Württemberg, hielt trotz der Räumung eine kurze Ansprache. "Unsere Verwandten haben keine Gräber. Wir haben keinen Ort, um an den Genozid zu erinnern. Selbst das wird uns genommen", sagte Sardayan mit Blick auf die abgebrochene Gedenkfeier gegenüber dem SWR. "Wir hoffen auf die Solidarität der deutschen Gesellschaft".

Nichts Verdächtiges in der Kirche gefunden

Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort und durchsuchte mit Spürhunden die Kirche. Gefunden wurde nichts. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum Hinweisgeber dauern an. Ob türkische Nationalisten in den Fall verwickelt sein könnten, ist ebenfalls Teil der Ermittlungen.

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