Polizisten nehmen einen Mann fest (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Armin Weigel/dpa (Symbolbild))

Razzia in Baden-Württemberg Mutmaßliche Schleuser und Scheinehenvermittler festgenommen

Die Polizei hat am Mittwoch 60 Wohnungen, Büros und Gaststätten unter anderem in Baden-Württemberg durchsucht. Ziel war es, gegen mutmaßliche Schleuser und Vermittler von Scheinehen vorzugehen. Acht Männer wurden festgenommen.

Bei dem Großeinsatz in Baden-Württemberg lag vor allem der Großraum Stuttgart im Visier der Ermittler. Zusätzlich gab es auch Durchsuchungen im Zuständigkeitsbereich der Polizeipräsidien Mannheim, Ludwigsburg, Aalen, Reutlingen, Tuttlingen, Freiburg und Karlsruhe. Auch im Saarland wurde ermittelt. Insgesamt waren rund 500 Beamte im Einsatz.

Aus Indien und Pakistan über Griechenland nach Deutschland

Sieben aus Deutschland und Indien stammende Männer im Alter von 24 bis 60 Jahren kamen in Untersuchungshaft. Ein weiterer gesuchter Mann wurde später gefasst und sitzt nun ebenfalls in U-Haft.

Die Personen gelten als Hauptorganisatoren eines Netzwerks, das mindestens 39 illegale Eheschließungen organisiert haben soll. Männern vorwiegend aus Indien oder Pakistan sei eine Scheinehe mit griechischen Frauen vermittelt worden, um so über deren EU-Zugehörigkeit ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erlangen.

Den illegalen Gewinn schätzt die Polizei auf etwa 25.000 Euro pro Fall. Den Verdächtigen werden gewerbs- und bandenmäßige Urkundenfälschung, Schleusung sowie Verstöße gegen das Freizügigkeitsgesetz zur Last gelegt.

Die Bande stamme zum größten Teil aus dem Umfeld südostasiatischer Schleusergruppierungen. Bei der Aktion wurden weitere 40 Personen vorläufig festgenommen. Unter anderem wurden mehrere zehntausend Euro Bargeld, Fahrzeuge im Wert von etwa 80.000 Euro sowie über 130.000 Euro an Guthaben beschlagnahmt. Außerdem überprüften Finanzermittler mehrere Immobilien im Großraum Stuttgart, die einen Wert von mehreren Millionen Euro haben.

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