Autos fahren auf der B14 im Stuttgarter Stadtgebiet. (Foto: dpa Bildfunk, Tom Weller)

Verkehr in der Landeshauptstadt Stuttgarts OB Kuhn wünscht sich eine autofreie Innenstadt

In der Stuttgarter Innenstadt sollen in der Zukunft keine Autos mehr fahren dürfen: Diese Vision hat Stuttgarts OB Kuhn (Grüne). Mit der Umsetzung seiner Idee will er nicht lange warten.

Deutlich vor 2030 müsse der Bereich innerhalb des City-Rings autofrei sein, sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wollen eine autofreie Innenstadt. Und das machen wir jetzt Schritt für Schritt." Es müsse mehr über die Schienen und Busse gehen, so Kuhn weiter. Das sei zwar ein zäher Kampf, weil Stuttgart historisch eine Autostadt sei. Aber: "Die Verkehrsmenge, die heute in Stuttgart reinfährt, ist mit mehr Urbanität nicht vereinbar."

Auf den Bundestraßen des City-Rings wie der Theodor-Heuss-Straße oder der B14 sollen aber weiter Autos fahren dürfen. Auch die Zufahrt zu den Parkhäusern solle weiterhin möglich sein, so OB Kuhn.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen BW

Ausgangspunkt ist Entscheidung des Gemeinderats von 2017

Auf SWR-Nachfrage konkretisierte ein Sprecher der Stadt Stuttgart, dass der Ausgangspunkt der Überlegungen von OB Kuhn ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderats aus dem Jahr 2017 sei. Der damals beschlossene Antrag "Eine lebenwerte Stadt für alle" sieht unter anderem vor, die Fußgängerzone innerhalb des Cityrings auszuweiten und öffentliche Parkplätze in diesem Bereich zurückzubauen.

Konkret derzeit zwei Straßen im Gespräch

Konkret, heißt es aus dem Stuttgarter Rathaus, werde die Eberhardstraße im Verlauf des Novembers als autofreie Straße eröffnet: Nur noch Lieferverkehr sei dann zu bestimmten Zeiten möglich. Laut Stadt beschäftigen sich Planer derzeit auch konkret mit der Dorotheenstraße - allerdings ohne zeitliche Vorgabe. "Wichtig ist uns, durch kleine Eingriffe viel für die Attraktivität der Stadt zu machen, daher gehen wir schrittweise vor."

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Entsetzen beim Handel und Handwerk

Mit Entsetzen reagierte der Handelsverband Baden-Württemberg auf Kuhns Vision einer autofreien Innenstadt. Eine autofreie Stadt Stuttgart hätte extrem negative Auswirkungen, hieß es. Die Innenstadt, so der Verband gegenüber dem SWR, würde an Attraktivität verlieren und veröden, wenn sie schlecht erreichbar wäre. Die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer der Region Stuttgart wollen, dass sowohl Handwerker als auch Service-Unternehmen weiterhin gut in die Stadt kommen können. Zum Auto gebe es dazu aktuell keine Alternative. Viele Kunden, so die IHK, seien auf das Auto angewiesen und wollten oder könnten ihre Einkäufe nicht mit dem Nahverkehr transportieren.

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