Buch- und Mediengroßhändler Koch, Neff & Volckmar (KNV) (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat/dpa)

Investorengespräche geplatzt Buchgroßhändler KNV Gruppe meldet Insolvenz an

Die KNV Gruppe aus Stuttgart hat am Donnerstag einen Insolvenzantrag gestellt. Davon betroffen sind über 1.900 Mitarbeiter.

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Zuvor waren Verhandlungen mit einem Investor "überraschend" gescheitert. Die Warenkreditversicherer waren laut Mitteilung nicht mehr bereit gewesen, ihre Limits zu erhöhen. Sie springen bei Zahlungsausfällen bei den Lieferanten ein. "Die Finanzierer des Unternehmens waren auf dieser Basis nicht mehr bereit, das bestehende Engagement weiter fortzusetzen, obwohl seitens der Geschäftsleitung ein valides Fortführungskonzept ohne Investorenlösung vorgestellt wurde", so das Unternehmen.

Harter Kampf mit Investoren endet erfolglos

Die Geschäftsführer der KNV Gruppe hätten über Monate "mit aller Kraft dafür gekämpft, mit einem Investor wieder Stabilität zu erreichen und sind sehr enttäuscht und betroffen, dass dies kurz vor einem positiven Abschluss gescheitert ist", hieß es weiter.

Koch, Neff & Volckmar (KNV-Gruppe) ist Logistik-Partner von Verlagen und beliefert nach eigenen Angaben als Mediengroßhändler insgesamt 5.600 Buchhandlungen, davon 4.200 in Deutschland, 800 in Österreich und der Schweiz sowie 600 Buchhandlungen in anderen Ländern. Das Unternehmen hat zu diesem Zweck Titel von über 5.000 Verlagen ständig am Lager.

17 Einzelunternehmen betroffen

Zudem werden über die Flughäfen Leipzig und Frankfurt Buchhandlungen in mehr als 70 Ländern beliefert. Zur Unternehmensgruppe gehören 17 Einzelunternehmen. Lediglich die Leipziger Kommissions- und Großbuchhandelsgesellschaft mbH ist von der Insolvenz nicht betroffen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hofft auf eine Fortführung der Geschäftstätigkeit des Familienunternehmens. Da KNV ein wichtiger Akteur auf dem Markt sei, hätte es einen spürbaren Effekt auf die Lieferkette, wenn das Geschäft nicht weitergeführt würde, sagte Hauptgeschäftsführer, Alexander Skipis. "Wir gehen davon aus, dass die jetzt handelnden Personen sich der hohen Verantwortung für die Branche bewusst sind."

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