Ein Mercedes GLK 220 CDI fährt bei Immendingen (Foto: dpa Bildfunk, Patrick Seeger)

Kraftfahrtbundesamt wirft Stuttgarter Autobauer Manipulation vor Rückruf von 60.000 Daimler-Geländewagen

Das Kraftfahrtbundesamt ruft rund 60.000 Mercedes-Geländewagen des Modells GLK mit Dieselmotoren zurück. Das hat ein Sprecher des Stuttgarter Autobauers Daimler dem SWR bestätigt. Grund: Daimler soll eine Abschalteinrichtung eingebaut haben, mit der anscheinend Abgaswerte manipuliert werden.

Betroffen von dem Rückruf des Kraftfahrtbundesamtes sind schon etwas ältere Autos, und zwar die Diesel-Geländewagen GLK 220 CDI der Baujahre 2011 bis 2015. Sie haben die Abgasnorm Euro 5.

Illegale Abschalteinrichtung soll Abgaswerte geschönt haben

Die Vorwürfe des Kraftfahrtbundesamtes gegen den Stuttgarter Autobauer in Bezug auf das jetzt betroffene Modell sind seit April bekannt, ein Rückruf war absehbar. Das Amt wirft Daimler vor, mit einer illegalen Abschalteinrichtung in diesen Autos Abgaswerte geschönt zu haben.

Ein Konzernsprecher wies den Vorwurf gegenüber dem SWR zurück und sagte, man halte die Funktion für rechtens und werde Widerspruch einlegen. Trotzdem werde man vollumfänglich mit den Behörden kooperieren.

Brisant an dem jetzigen Rückruf ist allerdings, dass Daimler laut Behördenkreisen versucht haben soll, die Abschalteinrichtung bei einem sowieso fälligen Software-Update aus den Autos zu entfernen.

Diesel-Abgasaffäre beschäftigt Daimler schon lange

Die Diesel-Abgasaffäre beschäftigt Daimler seit vergangenem Jahr. Im Juni 2018 hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) einen verpflichtenden Rückruf für mehrere Mercedes-Modellreihen angekündigt. 700.000 Daimler-Fahrzeuge sind insgesamt davon betroffen, 280.000 waren es bislang in Deutschland.

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