Blick von oben auf ein verlassenes Bahnhofsgebäude und mehrere Gleise (Foto: SWR, Bettina Fieger)

Pläne für altes Güterbahnhofgelände Anhörung für S21-Abstellbahnhof in Stuttgart-Untertürkheim

Gegner und Befürworter beraten zusammen mit Experten bei einem Erörterungstermin über den Bau des geplanten S21-Abstellbahnhofs in Stuttgart-Untertürkheim.

Dabei geht es vor allem um die Themen Lärm und Artenschutz. Zur geplanten Abstellanlage auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs gehören 27 Abstellgleise, sowie Hallen zur Reinigung, Wartung und Betankung. Doch eine Genehmigung fehlt der Bahn bisher. Anwohner haben 370 Einwendungen eingereicht. Sie befürchten Lärmbelästigungen und forderten auch beim Auftakt umfangreiche Schallschutzmaßnahmen. Die Bahn lehnt das bislang ab.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Schwierige Gespräche

"Eine Annäherung oder Einigung wird uns aber allenfalls in einzelnen Fragen gelingen können", dämpfte Gertrud Bühler vom Regierungspräsidium Stuttgart zum Auftakt die Erwartungen der Anwesenden. Gegner des Projekts nutzten den Beginn der Erörterung vor allem, um ihre starken Zweifel an Leistung und Sicherheit des geplanten Tiefbahnhofs und seiner Zuläufe erneut zu formulieren.

Verlassener Güterbahnhof soll Teil von S21 werden

Die Anlage auf der Fläche des alten Güterbahnhofsin Untertürkheim soll auf dem rund 1,5 Kilometer langen Betriebshof den bisherigen Abstellbahnhof am Stuttgarter Rosensteinpark ersetzen. Hier soll die Reinigung von Zügen, die Wartung und Betankung von Loks erfolgen.

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Schützenswerte Eidechsen

Auch Eidechsen bereiten der Bahn Probleme. Rund 5.500 streng geschützte Mauereidechsen leben auf dem Gelände und sollen umgesiedelt werden. Das habe die Bahn dem Nabu mitgeteilt, so Hans Peter Kleemann, der stellvertretende Landesvorsitzende Baden-Württemberg. Die Bahn habe jedoch auch einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung vom Tötungsverbot gestellt. "Wir haben nichts gegen eine Umsiedelung der Eidechsen, wir haben aber etwas gegen die Ausnahme vom Tötungsverbot", so Kleemann. Wohin die Eidechsen umgesiedelt werden sollen, ist noch unklar. Ähnliche Umsetzungen von Eidechsen entlang der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm hatten Kosten von mehreren tausend Euro pro Exemplar verursacht.

Anhörung auch am Donnerstag

Die Anhörung unter der Regie des Regierungspräsidiums Stuttgart findet am Mittwoch und am Donnerstag in Untertürkheim statt. Der Abstellbahnhof ist Teil von S21 mit dem Durchgangsbahnhof in Stuttgarts Mitte. Allerdings fehlt für den Bau noch die Genehmigung. Mit einer Entscheidung des Eisenbahnbundesamts zum S21-Abstellbahnhof ist offenbar nicht vor Ende des Jahres zu rechnen. Umweltschutzverbände haben bereits mit Klagen gedroht, sollte die Bahn ihre Pläne durchsetzen können.

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