Studie der Universitäten Hohenheim und Oxford Social Media-Konsum spielt beim Glücklichsein kaum eine Rolle

Die persönliche Social Media-Nutzung und die Lebenszufriedenheit von Teenagern hängen kaum zusammen. Das hat eine umfangreiche Studie der Universität Hohenheim und der University of Oxford ergeben.

Jugendlicher liegt auf einem Sofa und blickt auf sein Smartphone. (Foto: dpa Bildfunk, Tobias Hase)
Teenager, die viel Social Media Kanäle nutzen, sind nicht automatisch glücklicher oder trauriger. (Symbolbild) Tobias Hase

Nach Aussage der Universität Hohenheim vom Dienstag ist es die weltweit bisher umfangreichste Studie zu diesem Thema. Acht Jahre lang wurden rund 5.500 Teenager befragt. Sie gaben dabei regelmäßig an, wie viele Stunden sie an einem normalen Schultag mit Social Media verbrachten und wie hoch ihre gegenwärtige Lebenszufriedenheit sei.

Nur schwache Effekte

Das Ergebnis: Die persönliche Social Media-Nutzung und die Lebenszufriedenheit von Teenagern beeinflussen sich kaum. Mitautor der Studie vom Fachgebiet Medienpsychologie der Universität Hohenheim Tobias Dienlin präzisiert: "Wenn man leichte Tendenzen sucht, lässt sich sagen, dass wir eine ganz schwache Wechselwirkung zwischen Social Media-Konsum und Lebenszufriedenheit gefunden haben. Nimmt der Social Media-Konsum zu, reduziert sich die Lebenszufriedenheit geringfügig." Die Effekte schienen dabei für Mädchen etwas ausgeprägter zu sein als für Jungen. Allerdings seien die Effekte minimal: Die Veränderungen in der Lebenszufriedenheit ließen sich nur zu weniger als einem Prozent auf den Social-Media-Konsum zurückführen, so Dienlin. Und zur weiteren Einordung hieß es: "Die Häufigkeit, mit der Jugendliche und Eltern das Abendessen teilten, haben einen etwa gleich großen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit."

Forscher kritisieren bisherige Studien

Die Ergebnisse der Studie sind am 6. Mai in der US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" veröffentlicht worden. Die Forscher messen ihrer Studie eine große Bedeutung zu, da nach ihren Angaben bisherige Studien mit zu geringen Teilnehmerzahlen, zu einfachen Auswertungen oder einen zu geringen Zeitrahmen gearbeitet haben.

Forderung an Social Media-Anbieter

Die Forscher fordern außerdem weitere Untersuchungen. Dazu sei aber der Zugriff auf die Daten der Social-Media-Anbieter nötig. Es sei dringend an der Zeit, "den notwendigen politischen, ethischen und wissenschaftlichen Rahmen für solche Untersuchungen zu schaffen", hieß es.

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