TeamViewer (Foto: SWR, Tilo Frank)

Börsengang wird von Goldman Sachs und Morgan Stanley begleitet Software-Entwickler Teamviewer aus Göppingen strebt an die Börse

Der Softwarehersteller Teamviewer will im Herbst den Sprung an die Frankfurter Börse wagen. Das Unternehmen aus Göppingen hat am Mittwoch offiziell den Börsengang im Prime Standard für das laufende Jahr angekündigt.

Beim Börsengang geht es vor allem um Anteile des aktuellen Hauptinvestors Permira, die als Aktien platziert werden sollen. Permira ist ein britischer Finanzinvestor, der im Jahr 2014 bei Teamviewer eingestiegen war. Nun scheint das britische Unternehmen die Gelegenheit nutzen zu wollen, durch einen Teilausstieg viel Geld zu verdienen: Insidern zufolge sollen zwischen 30 bis 40 Prozent der Aktien an neue Investoren gehen - das könnte Permira bis zu zwei Milliarden Euro bringen. Zum Vergleich: 870 Millionen hatte Permira beim Einstieg in Teamviewer im Jahr 2014 bezahlt.

Permira bleibt Großaktionär

Auch nach dem Börsengang bleibt Permira der Hauptinvestor bei dem schwäbischen Software-Hersteller. Permira-Deutschland-Chef Jörg Rockenhäuser sagte: "Auch nach dem Börsengang bleiben wir als Großaktionär weiter stark engagiert."

Bis Ende des Jahres soll der Prozess an der Börse abgeschlossen sein. Mit dem drohenden Brexit hat das wohl aber eher nichts zu tun, sondern eher mit der Arbeitsweise von Finanzinvestoren, Beteiligungen zum richtigen Zeitpunkt wieder zu verkaufen. Begleitet wird der Börsengang federführend von den US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley. In der Regel dauert es von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz rund vier Wochen.

"Der Börsengang ist für uns der nächste logische Schritt, um unser volles Potenzial zukünftig als börsennotierte Gesellschaft auszuschöpfen."

Oliver Steil, Chef von Teamviewer

Vieles spricht dafür, dass der angekündigte Börsengang von Teamviewer gut gehen könnte. Der Software-Entwickler ist nach eigenen Angaben hoch profitabel und der Bedarf an seinen Produkten ist weltweit groß.

Ein Drittel mehr Umsatz erwartet

Das Hauptgeschäft von Teamviewer ist es, Computer miteinander zu verbinden, zum Beispiel für Fernwartung oder standortübergreifende Konferenzen. 2005 wurde das Unternehmen in Göppingen gegründet und beschäftigt mittlerweile weltweit über 800 Mitarbeiter. Für das laufende Jahr erwartet Teamviewer abgerechnete Umsätze von 310 bis 320 Millionen Euro, gut ein Drittel mehr als 2018.

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