Ein Gefängnis von außen (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, dpa/Franziska Kraufmann)

Richter spricht von Selbstjustiz in schlimmster Form Ex-Mann nach Mord in Sindelfingen verurteilt

Er war aus Australien angereist, um Selbstjustiz an seiner Ex-Frau zu üben. Das sah das Stuttgarter Landgericht als erwiesen an und verurteilte einen 60-Jährigen am Donnerstag wegen Mordes.

Für das Gericht steht fest: Der Mann hat im November 2018 in Sindelfingen seine von ihm getrennt lebende Ex-Frau mit mehreren Messerstichen getötet. "Das, was hier passiert ist, ist Selbstjustiz in seiner schlimmsten Form", sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

"Mindestens 20-mal auf Frau eingestochen"

Der 60-Jährige habe minutenlang, mindestens 20-mal auf die 57-Jährige eingestochen, der Richter nannte das "Übertöten". Zeugen hatten die Polizei gerufen, sie seien alle traumatisiert, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung, denn es sei nicht gelungen, den Tod zu verhindern.

Erbe der Kinder sollte "gerettet" werden

Der Verurteilte gab vor Gericht an, er habe das Erbe seiner Kinder retten wollen. Das Gericht erkannte darin keine relevante Verteidigung, sondern pure Habgier. Er habe auch nicht unter einer psychischen Krankheit gelitten, sondern habe die Tat in voller Verantwortung geplant begangen. Insofern gab es keine mildernden Umstände: Er muss lebenslang ins Gefängnis.

Dauer
STAND