Über 1.000 Einsatzkräfte bei Großübung Polizei übt den Ernstfall in Ludwigsburg und Böblingen

Explosions- und Schussgeräusche, Verletzte rufen um Hilfe, überall Blaulicht - Polizei und Bevölkerungsschutz haben am Sonntagvormittag in Ludwigsburg und Böblingen den Ernstfall geprobt.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Ein lauter Knall, Hilferufe - dann strömt eine Menschenmenge auf den Ludwigsburger Schlosshof. Bei einer Festveranstaltung im Schloss hat es einen Bombenanschlag gegeben. Blutverschmierte Verletzte irren durch den Hof, am Boden liegen Tote. Polizisten in voller Montur laufen mit erhobenen Waffen herum. Es herrscht Ausnahmezustand.

Mit diesem realitätsnahen Szenario haben Polizei und Rettungskräfte am Sonntag in Ludwigsburg und Böblingen für den Ernstfall geprobt. Mit mehr als 1.000 Einsatzkräften, Statisten und Beobachtern handelte es sich laut Polizei um eine der größten bisher durchgeführten Übungen in Baden-Württemberg. Insgesamt waren laut Polizei 590 Polizistinnen und Polizisten und 428 Rettungskräfte im Einsatz. Neben dem Schloss waren auch das Ludwigsburger Klinikum und die Böblinger Wildermuth-Kaserne Teil der Übung.

Katastrophenübung Einsatzkräfte proben Anschlagsszenario in Ludwigsburg

Polizei und Rettungskräfte haben in Ludwigsburg den Ernstfall geprobt (Foto: SWR)
Übung für den Ernstfall: Nach einer Bombenexplosion während einer Veranstaltung bricht im Ludwigsburger Schlosshof Chaos aus. Bild in Detailansicht öffnen
Mit Kunstblut verschmierte Statisten spielen Verletzte, die durch den Hof irren und um Hilfe rufen. Bild in Detailansicht öffnen
Die Polizei versuchte den Bereich so schnell wie möglich zu sichern und weitere Gefahr abzuwenden. Bild in Detailansicht öffnen
Zeitweise kreiste während der Übung auch ein Helikopter über dem Schloss in Ludwigsburg. Bild in Detailansicht öffnen
Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten... Bild in Detailansicht öffnen
...und versorgten sie in schnell eingerichteten Rettungsstationen. Bild in Detailansicht öffnen

Polizei informiert Anwohner per Twitter

Während der Probe waren immer wieder Schuss- und Explosionsgeräusche zu hören, auch ein Hubschrauber kreiste zeitweise über dem Schloss. Auf Twitter informierte die Polizei die Anwohner über das Geschehen vor Ort:

#NetEX2019 #Übung 🔊 Möglicherweise hört ihr: Explosions- und Schussgeräusche 💥 https://t.co/s7GWnGzQid

Die Bereiche der Übungsorte wurden abgesperrt. Auswirkungen auf den Verkehr gab es laut Polizei auch durch die vielen Einsatzfahrzeuge.

"Wir bereiten uns auf den Fall des Falles vor"

Ziel der Übung war es unter anderem, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einsatzkräften zu trainieren. Neben der Polizei waren unter anderem auch Feuerwehr und Katastrophenschutz beteiligt. Im Ernstfall müssen die Rettungskräfte die Gefahr für die Bevölkerung schnell abwenden, Opfer versorgen oder Rettungsschneisen einrichten. Das Training sollte zeigen, wo noch Schwachstellen in der Zusammenarbeit liegen.

"Wir haben im Vorfeld Konzepte erarbeitet, die wir heute auf Stimmigkeit überprüfen wollten", sagt der Ludwigsburger Polizeivizepräsident Burkhard Metzger. Hinweise auf einen tatsächlichen Ernstfall gebe es nicht, sagt Metzger. "Wir bereiten uns nur auf den Fall des Falles vor."

Polizei zufrieden mit der Übung

In einer ersten Bilanz zeigte sich Metzger zufrieden mit dem Übungsverlauf. "Es ist natürlich noch zu früh für eine ausführliche Bilanz, aber ich kann jetzt schon sagen, dass wir die angestrebten Übungsziele erreicht haben", erklärte der Einsatzleiter des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.

In den nächsten Tagen und Wochen solle die Übung detailliert analysiert werden. "Dann werden wir sehen, wo wir uns noch verbessern können."

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