11.09.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: Der Angeklagte in einem Mordprozess nach einem tödlichem Unfall bekommt in einem Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart seine Handschließen abgenommen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa (Archivbild))

Prozess gegen Jaguar-Raser vor Stuttgarter Landgericht Verleiher: Angeklagter mietete schon zuvor schnelle Autos

Im Mordprozess gegen einen Raser in Stuttgart sind am Freitag weitere Zeugen befragt worden. Der 20-Jährige soll in einem gemieteten Jaguar einen tödlichen Unfall verursacht haben.

Am zweiten Prozesstag vor dem Stuttgarter Landgericht hat unter anderem der Betreiber eines Autoverleihs als Zeuge ausgesagt. Er hatte den 550 PS starken Jaguar an den 20-jährigen Angeklagten vermietet. Der Autoverleiher sagte aus, dass er sich nicht habe vorstellen können, dass so ein schlimmer Unfall passiere. In der Folge habe er direkt nach dem Unfall seinen nebenberuflichen Autoverleih aufgegeben.

Der Eingang des Landgerichts Stuttgart (Foto: SWR, Foto: Katharina Kurtz)
Eingang des Landgerichts Stuttgart Foto: Katharina Kurtz

Stuttgarter Jaguar-Raser war kein unbekannter Kunde

Nach dem Angeklagten gefragt sagte der Verleiher, er habe ihn als schüchtern und höflich erlebt. Zudem habe er ihm vor dem Unfall bereits zweimal schnelle Autos verliehen. Dabei habe es keine Probleme gegeben.

Als weiterer Zeuge sagte ein Polizist aus, der gleich nach dem Unfall am Ort des Geschehens war. Er berichtete, dass der Angeklagte direkt nach dem Unfall erklärt habe, dass er sich umbringen wolle.

Angeklagter will die Fotos der Toten nicht sehen

Der Prozess gegen den 20-Jährigen hatte am Mittwoch begonnen. Bisher hat der Angeklagte geschwiegen. Am ersten Prozesstag hatte nur sein Anwalt gesprochen. Möglicherweise will der junge Mann aber zu einem späteren Zeitpunkt aussagen. Die Fotos von den toten Unfallopfern, die sich die Richterin mit einem Notarzt und den Anwälten anschaute, wollte er am Freitag nicht sehen.

STAND