Eingangsschild am Stuttgarter Landgericht (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)

Prozess am Landgericht Stuttgart Quartett soll Senioren ausgetrickst haben

Sie sollen alte und gebrechliche Menschen bestohlen haben - mit den unterschiedlichsten Tricks. Am Montag hat in Stuttgart der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen.

Den vier Angeklagten wird schwerer gewerbsmäßiger Bandendiebstahl zur Last gelegt. Die Trickdiebe waren vor allem im Großraum Stuttgart auf Beutezug. Sie sollen sich zunächst unter einem Vorwand Zugang zu den Wohnungen der oft allein lebenden Menschen verschafft und Schmuck und Ersparnisse gestohlen haben.

Um keine Ausrede verlegen

Der Anklage zufolge soll dabei einer abgelenkt und der andere im Schlafzimmer nach Wertsachen und Bargeld gesucht haben. Der Staatsanwalt hob besonders die Art und Weise hervor, wie die oft sehr schwachen und alten Menschen abgelenkt worden sein sollen. Mal hatten die Angeklagten ein Kind dabei, das angeblich Hunger hatte. Mal bat man jemanden, auf dem Klavier zu spielen. Und oft sollen die Angeklagten vorgegeben haben, sich für eine Wohnung im Haus für die eigene Mutter im Rollstuhl zu interessieren, und man müsse deshalb die Wohnungen ausmessen.

Psychische Folgen bei vielen Opfern

Viele der Opfer seien nach den Diebstählen in der eigenen Wohnung psychisch stark beeinträchtigt, so die Staatsanwaltschaft. Mitunter waren aber auch Bewohner vorsichtig und ließen niemanden herein. Der Staatsanwalt listete auf, wie die Angeklagten am gleichen Tag dann zu anderen Wohnungen weitergezogen sein sollen. Für den Prozess vor dem Landgericht Stuttgart sind elf Verhandlungstage angesetzt.

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