Polizei probt am Hauptbahnhof den Ernstfall 1.000 Beteiligte bei Terror-Übung in Stuttgart

Angreifer schießen auf Reisende, Bomben explodieren, Menschen rennen um ihr Leben - mit rund 1.000 Beteiligten hat die Polizei in der Nacht den Terror-Ernstfall am Stuttgarter Hauptbahnhof simuliert.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Am Stuttgarter Hauptbahnhof herrschte Krieg in der Nacht zum Mittwoch - zumindest eine Simulation davon. Sieben Stunden lang haben hunderte Beamte von Bundes- und Landespolizei gemeinsam mit Feuerwehr, Bahn und Technischem Hilfswerk den Albtraum geübt: einen Terroranschlag mitten im Herzen Stuttgarts - mit Kunstblut, Farbmunition und Platzpatronen.

Bis in den frühen Mittwochmorgen wollten rund 1.000 Beteiligte verschiedene Szenarien terroristischer Anschläge durchspielen. Darunter waren 400 Statisten, die die "Panikmasse" darstellen sollten: unschuldige Zivilisten, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Es habe sich um die größte einer bundesweiten Reihe von Übungen gehandelt, sagte Peter Holzem, Präsident der Bundespolizeidirektion Stuttgart.

Großübung im Stuttgarter Hbf 7 Stunden Terrorgefahr - Polizisten üben den Ernstfall

Übungswaffen werden verteilt (Foto: SWR)
Der Großeinsatz wurde mit speziellen Übungswaffen und Farbmunitionen geprobt Bild in Detailansicht öffnen
Rund 1.000 Beamte der Bundes- und Landespolizei übten gemeinsam mit Feuerwehr, Bahn und Technischem Hilfswerk den Ernstfall Bild in Detailansicht öffnen
Den Statisten wurden im Voraus Wunden aufgemalt, um den Einsatz besonders realistisch zu gestalten Bild in Detailansicht öffnen
Rund 400 Statisten spielten Bahnfahrgäste Bild in Detailansicht öffnen
Hochkonzentriert versuchten die Polizisten die gespielte Terror-Gefahr unter Kontrolle zu bringen und die Verletzten zu versorgen Bild in Detailansicht öffnen

Bundespolizei: Terrorgefahr ist anhaltend hoch

Nach den Anschlägen wie in Paris oder Berlin brauche die Polizei neue Einsatzstrategien, so Holzem. Es sei möglich, dass Streifenpolizisten nun mit besonders gefährlichen und kampferprobten Verbrechern zu tun bekämen. Die Terror-Bedrohung sei anhaltend hoch. Ähnliche Übungen fanden bereits an Bahnhöfen in Berlin, Leipzig, Frankfurt am Main, Lübeck, Hannover und München statt.

Auswirkungen auf den Zugbetrieb

Teile des Hauptbahnhofs wurden von 20 bis 5 Uhr mit Sichtschutzzäunen für die Öffentlichkeit gesperrt. Einige Züge wurden in diesem Zeitraum auf andere Gleise verlegt. Auch die Taxis am Stuttgarter Hauptbahnhof waren zum Teil betroffen. Die Sperrungen konnten laut Polizei nach Abschluss der Übung am Morgen wieder freigegeben werden.

Den 11. September hat man nach Angaben der Polizei nicht absichtlich zum Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center im Jahr 2001 gewählt, man habe einfach keinen anderen Termin gefunden.

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