Autos und eine Stadtbahn, die durch eine Straße in Stuttgart fahren. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Lino Mirgeler/dpa)

OB Kuhn stellt Pläne vor Stuttgart schnürt Millionenpaket gegen Klimawandel

Stuttgart will die Energie- und Verkehrswende vorantreiben. Angesichts einer guten Finanzlage investiert die Stadt 200 Millionen Euro. Am Donnerstag wurden die Pläne im Stuttgarter Rathaus vorgestellt - auch eine Nahverkehrsabgabe kam wieder ins Spiel.

Um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsse mehr getan werden. Das sagte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn am Donnerstag bei der Vorstellung der Klimaschutzpläne der Landeshauptstadt.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

1.000 neue Bäume und Pflicht-Solardach

Die Stadt Stuttgart steht finanziell gut da und investiert einen 200-Millionen-Euro-Überschuss in den Klimaschutz und die Verkehrswende. Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem die Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent, städtische Neubauten sollen nur noch im Plus-Energie-Standard gebaut und die Sanierungsquote bei Wohnbauunternehmen erhöht werden. Pro Doppelhaushalt will die Stadt 1.000 neue Bäume pflanzen, das Solardach für Neubauten zur Pflicht machen und Speicher für Energiesysteme fördern. Heizpilze werden aus der Stadt verbannt.

Mehr Radwege, mehr Nahverkehr, mehr Busse

Zur Verkehrswende gehört laut OB Kuhn der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Elektromobilität. Den Nahverkehr will die Landeshauptstadt mit mehr Zuschüssen an die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) fördern sowie zudem neue Buslinien und -spuren schaffen. Auch eine Nahverkehrsabgabe brachte Kuhn wieder ins Gespräch. Ermöglichen müsste diese aber das Land. Was OB Kuhn vom Land fordert, erklärt er im folgenden Audio:

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Keine Flüge mehr nach Frankfurt und München?

Auch den Stuttgarter Flughafen nahm OB Kuhn ins Visier: Er wirbt dafür, dass es keine Flüge mehr vom Flughafen zu Orten gibt, die innerhalb von zwei Stunden mit dem Zug zu erreichen sind - damit würden Verbindungen zum Beispiel nach München und Frankfurt wegfallen. Alleine entscheiden kann das Stuttgart aber nicht - auch das Land müsste zustimmen.

Beim Thema Lebensmittel will die Stadt den Stuttgarter Wochenmarkt bis zum Jahr 2020 plastikfrei machen. Für den Spätsommer dieses Jahr ist die Einführung eines Kaffeebecher-Mehrweg-Systems mit lokalen Partner in der Stadt geplant.

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