Neuheit vor dem Stuttgarter Stadtmuseum Akustischer Stolperstein erinnert an NS-Opfer

Es gibt eine neue Art Stolperstein: ein Lautsprecher mit Handkurbel. Er erinnert in Stuttgart an Klara Leucht. Weil sie behindert war, wurde sie von den Nationalsozialisten ermordet.

Vor dem Stuttgarter Stadtmuseum wird am 06.07.2018 ein „Stolperstein zum Hören“ eröffnet. (Foto: SWR, Miriam Staber)
Der Künstler Jürgen Czwienk (rechts) hat den akustischen Stolperstein erdacht. Zuspruch dafür erhält er von Waltraud Leucht (links), der Nichte der Verstorbenen Klara. Miriam Staber

Der akustische Stolperstein ist eine wetterfeste Hörstation vor dem Stuttgarter Stadtpalais. Wer die Handkurbel an dem grauen Kasten dreht, hört verschiedene Tondokumente: unter anderem vorgelesene Briefe von Klaras Eltern.

Die Stuttgarterin Klara Leucht wurde zum Opfer der Euthanasie der Nationalsozialisten - der gezielten und organisierten Tötung von Menschen mit Behinderung im Dritten Reich. Klara Leucht war sowohl geistig als auch körperlich behindert und wurde nur 17 Jahre alt.

Künstler Czwienk deckte Klaras Schicksal auf

Die Erinnerung an sie mit dem akustischen Stolperstein hat der Wiesbadener Medienkünstler und Filmregisseur Jürgen Czwienk erdacht. Er war es auch, der herausfand, was mit Klara Leucht passierte. Im Rahmen seiner Recherchen stieß er auch auf Klaras Nichte, Waltraud Leucht. Die hatte jahrelang vergeblich nach Spuren ihrer Verwandten gesucht. Waltraud Leucht sagte am Freitag über Czwienk: "Ich bin ihm so dankbar. Wie ein Wunder kommt mir das vor - wie wenn ich das wirklich abschließen kann."

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