Neue Technik gegen dicke Luft Filtersäulen sollen Feinstaub in Stuttgart aufsaugen

Im Kampf gegen den Feinstaub wird jetzt eine neue Methode getestet. In Stuttgart startete am Mittwoch ein Pilotversuch mit einer Anlage, die die schmutzigen Partikel aufsaugen soll.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen BW

17 Filtersäulen werden laut Verkehrsministerium entlang eines etwa 360 Meter langen Straßenabschnitts am Stuttgarter Neckartor installiert - Schritt für Schritt, bis in die nächsten Wochen hinein. Die Absauganlage für den Pilotversuch wurde vom Ludwigsburger Filterspezialisten Mann und Hummel entwickelt. Mit dem Pilotprojekt soll erprobt werden, ob durch den Einsatz der sogenannten Filter Cubes die Feinstaubbelastung und damit gegebenenfalls auch die Tage mit Grenzwertüberschreitungen am Neckartor reduziert werden können.

Verkehrsministerium zeigt sich optimistisch

Man wolle nichts unversucht lassen, um in diesem Jahr möglicherweise unter den 35 zugelassenen Überschreitungstagen für Feinstaub zu bleiben, erklärte ein Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums. Man solle sich nicht zu viel von der Technologie versprechen, heißt es seitens des Ministeriums im Vorfeld, aber es gebe Hinweise auf eine gewisse Wirkung.

Schutz der Anwohner

Bei der Vorstellung des Projekts in Stuttgart sagte Christoph Erdmenger, Abteilungsleiter für Nachhaltige Mobilität im Verkehrsministerium Baden-Württemberg: "Das Projekt hat das Potential, die Anwohner zu schützen. Das Projekt zeigt auch: Die Landesregierung ist zwar auf den Hauptverursacher des Feinstaubs, den Autoverkehr, fokussiert, ergreift aber erfolgversprechende Maßnahmen in allen Bereichen."

Stündlich 10.000 Kubikmeter Luft umwälzen

Jede Säule kann in der Stunde 10.000 Kubikmeter Luft ansaugen, Filter im Innern sollen den Feinstaub binden. Rainer Kapp, Leiter der Abteilung Stadtklimatologie bei der Landeshauptstadt Stuttgart erklärte: "Die Luft mithilfe von Luftfiltersäulen zu reinigen, klingt vielversprechend. Die Wirkung der Methode wollen wir nun in einem Pilotprojekt unter realen Bedingungen und über einen längeren Zeitraum testen." Allerdings könne nur die Menge der Feinstaubpartikel verringert werden, nicht der Stickoxidgehalt der Luft. Die Zahl der Feinstaub-Überschreitungstage ist in Stuttgart in den letzten Jahren gesunken.

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